Hubertus Mynarek
Hubertus Mynarek, geboren 1919 in Oberschlesien, studierte Theologie, Philosophie und Psychologie. Von der NSDAP wird er für die NS-Eliteschule Napola vorgeschlagen. Sein Vater verbiete ihm den Besuch. Mynarek ist einer der bekanntesten ultra-rechten zeitgenössischen Kirchenkritiker. Er ist Mitbegründer der Bundesarbeitsgemeinschaft Christen in den Grünen und deren kurzzeitiges Mitglied.
Lebenslauf
- 1945 in polnischer Haft - hier entschließt er sich für die Karriere als Theologe
- 1953 examiniert er über die theologischen Aspekte beim Lebensphilosophen Max Scheler.
- Er erhielt 1953 die katholische Priesterweihe
- Von 1966 bis 1968 Professor für Religionsphilosophie und Fundamentaltheologie in Bamberg
- 1968 bis 1972 Professor für Religonswissenschaft in Wien
- 1971 bis 1972 Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien.
- Im November 1972 schrieb er einen offenen Brief an den Papst (Anrede "Herr Papst") und trat aus der Kirche aus. Daraufhin wurde ihm die kirchliche Lehrbefugnis entzogen, und er wurde vom österreichischen Staat - auf Verlangen der Kirche - zwangspensioniert.
- In den 1970er-Jahren orientiert er sich in Richtung der völkisch-rassistische Sekte Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft (DUR).
Hubertus Mynarek heiratete und ist Vater von drei Kindern. Er lebt heute [1986, sic.] als freier Schriftsteller in der Nähe von Bad Kreuznach. Mynarek gilt als einer der Hauptbegründer der ökologischen Religion.
Publikationen
- Casanovas in Schwarz (Essen 2000, Verlag Die Blaue Eule)
- Das Gericht der Philosophen. Ernst Bloch - Erich Fromm - Karl Jaspers über Gott - Religion - Christentum - Kirche (Essen 1997, Verlag Die Blaue Eule)
- Denkverbot. Fundamentalismus in Christentum und Islam (München 1992, Knesebeck Verlag)
- Die Kunst zu sein. Philosophie, Ethik und Ästhetik sinnerfüllten Lebens (Düsseldorf 1989; 2. Aufl.: Essen 1998, Verlag Die Blaue Eule)
- Die neue Inquisition (Marktheidenfeld 1999, Verlag Das Weiße Pferd)
- Die Vernunft des Universums (München 1988, als Goldmann-Taschenbuch; Essen 2003 2. Aufl. im Verlag Die Blaue Eule)
- Eros und Klerus (Essen, 5. Aufl., 1999, Verlag Die Blaue Eule)
- Erster Diener Seiner Heiligkeit. Ein kritisches Portrait des Kölner Erzbischofs Joachim Meisner (Köln 1993, Verlag Kiepenheuer & Witsch)
- Herren und Knechte der Kirche (Köln 1973, Verlag Kiepenheuer & Witsch; 2. Aufl. Ulm 2002)
- Jesus und die Frauen (Frankfurt/Main 1997; 2. Aufl. Essen 1999, Verlag Die Blaue Eule)
- Mystik und Vernunft (Olten 1991, Walter-Verlag; 2. Aufl.: Münster 2001, LIT-Verlag)
- Ökologische Religion. Ein neues Verständnis der Natur (München 1986, 2. Aufl. 1990, Goldmann-Taschenbuch Verlag)
- Religiös ohne Gott? (München 1989, Goldmann-Taschenbuch Verlag)
- Verrat an der Botschaft Jesu (Rottweil a.N. 1986, Verlag Das Wort)
- Zwischen Gott und Genossen (Berlin 1981, Ullstein Verlag)
Kritik an der Person
Kritker der Neuen Rechten und der Ideologen der rechtsextremen Sekten Deutsche Unitarier, Freireligiöse und Humanistischer Verband, wie Peter Kratz, rechnen Hubertus Mynarek zu deren Protagonisten. Sie verweisen auf eine gedankliche Tradition zu den Stammväter völkischer Ideologie in Deutschland Paul de Lagarde und Julius Langbehn, dem NS-Theologen Jakob Wilhelm Hauer und die Theologin der extremistischen Neuen Rechten der 1970er/80er Jahre Sigrid Hunke.
Er verbindet organische Gesellschaftslehre, germanische Mythologie (z.B. Naturmythologie und die geringere Werteinstufung individuellen Lebens gegenüber dem Überleben der Sippe) und romantische Technikkritik mit dem Anspruch der Religion, also mit dem Anspruch, Gottes Wort zu lehren. Am Ende kann die extremistische Rechte aus seinem Ansatz sogar neuerliche Vernichtungsforderungen gegen Mitmenschen religiös begründen. Peter Kratz [1]
zu Kirchenkritiker siehe auch: Eugen Drewermann, Karlheinz Deschner, Uta Ranke-Heinemann und Horst Herrmann
Weblinks
- Dieter Schmidt: Nach den Nazis jetzt auch "Universelles Leben": [2]
- [Zur Person - http://home.snafu.de/bifff/Mynarek.htm]
Personendaten | |
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NAME | Hubertus Mynarek |
KURZBESCHREIBUNG | Kirchenkritiker |
GEBURTSDATUM | 1919 |
GEBURTSORT | Oberschlesien;Polen |