Blaupunkt
Blaupunkt GmbH
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Rechtsform | GmbH |
Gründung | 1923 / 1938 |
Sitz | Hildesheim |
Leitung | Uwe Thomas Michael Klemm Dirk Hoheisel Egbert Hellwig (Geschäftsführer) |
Mitarbeiterzahl | über 8.700 (2007) |
Umsatz | über 1,48 Mrd. Euro (2006) |
Website | www.blaupunkt.de |
Die Blaupunkt GmbH ist ein deutscher Hersteller von Autoradios, Car-Multimedia- und Navigationssystemen für den automobilen Einsatz. Früher stellte das Unternehmen auch Kopfhörer, Radio-, Fernseh- und HiFi-Geräte her. Letzte, nicht fahrzeugbezogene Produkte, wurden 1996 eingestellt.
Unternehmensdaten
Blaupunkt war bis Ende 2008 ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Bosch-Gruppe - auch als Geschäftsbereich Car Multimedia bezeichnet [1]. Die Zentrale befindet sich in Hildesheim. Weitere Fertigungs- und Entwicklungsstätten befinden sich in Ungarn, Portugal, Malaysia, China und Tunesien. Im April 2007 hatte Blaupunkt weltweit über 8.700 Mitarbeiter, 2.300 davon in Hildesheim. Das Unternehmen produziert jährlich über 500.000 Navigationssysteme, 6 Mio. Autoradios und 19 Mio. Autolautsprecher und Fahrzeugantennen. Der Umsatz liegt bei ca. 1,48 Mrd. Euro. Ende 2008 übernimmt die Aurelius AG von Bosch deren Tochter Blaupunkt, wobei Bosch die Entwicklung von Radionavigationssystemen als Erstausrüster der Autohersteller unter eigenem Namen weiterbetreibt.[2]
Geschichte



Keimzelle des Unternehmens war die 1923 gegründete Berliner Radiotelefon- und Apparatefabrik Ideal. Diese produzierte zunächst Kopfhörer, die mit einem „blauen Punkt“ als Prüfsiegel gekennzeichnet wurden. Bald fragten die Käufer nur noch nach den „Blaupunkt-Kopfhörern“. 1924 wurde aus dem ursprünglichen Qualitätssymbol das Markenzeichen Blaupunkt. In den 20er Jahren verkaufte Blaupunkt unter den Bezeichnungen Ampladyn, Heliodyn und Superdyn auch Elektronenröhren für Radiogeräte. Bereits 1932 stellt das Unternehmen mit dem „Autosuper AS 5“ das erste in Europa entwickelte Autoradio vor. Dieser Apparat für den Mittel- und Langwellenempfang war mit 10 Litern Rauminhalt üppig dimensioniert und mit einem Kaufpreis von 465 Reichsmark ein Luxusartikel, denn ein kompletter Kleinwagen kostete weniger als 1.500 Reichsmark. Seit dem 16. Dezember 1938 firmiert das Unternehmen als Blaupunkt GmbH.
1952 entstand bei Blaupunkt das erste UKW-Autoradio der Welt und 1969 das erste Stereo-Autoradio. 1974 stellte man das erste Autoradio mit Verkehrsfunkempfänger über ARI vor, 1988 baute man das erste Autoradio mit RDS. Der 1989 vorgestellte „TravelPilot“ gilt als das erste serienreife Navigationssystem für den Straßenverkehr in Europa. Im Jahr 1997 entstand ein Nachfolgemodell mit dynamischer Zielführung, die automatisch aktuelle Verkehrsinformationen verarbeitet und so Staus zu umfahren hilft, außerdem das erste Autoradio mit DAB-Empfang sowie das erste Autoradio mit TMC. Im selben Jahr kombinierte Blaupunkt Autoradio und Mobiltelefon zu einem Gerät. Das erste WAP-fähige Offboard-Navigationssystem, mit dem man auch telefonieren kann, wurde 2001 vorgestellt, ebenso ein digitales Autoradio mit MP3-Decoder und MMC-Slot. 2003 entstand das erste DAB-Autoradio mit MP3-Decoder, das auch aufnehmen kann.
Ende 2008 verkaufte Bosch seine Tochter Blaupunkt an die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Die Werke in Portugal, Tunesien und Malaysia wechselten ebenso den Besitzer wie die Zentrale in Hildesheim. Aurelius wolle die Marke Blaupunkt weiterführen. Das Geschäft mit Navigationsgeräten für Fahrzeughersteller blieb im Hause Bosch. Auch das Erstausrüster-Geschäft mit den Autokonzernen bleibt bei Bosch.
Auszeichnungen
2006 wurde Blaupunkt als Ort im Land der Ideen ausgezeichnet.