Hundisburg


Hundisburg ist ein Ortsteil der Kreisstadt Haldensleben und liegt im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.
Geografie
Hundisburg liegt malerisch an der Beber und deren Zuflüssen der Olbe und der Garbe. Heute nimmt Hundisburg eine Fläche von ungefähr zwei Quadratkilometern ein. Außerdem gehören zum Dorf rund 1500 - 2000 Hektar Wiesen und landwirtschaftliche Nutzfläche. Hundisburg hat im Moment ca. 1060 Einwohner.
Geschichte
Der Name der Dorfes geht auf die Hunoldesburg aus dem 13. Jh. zurück, an deren Fuße sich die Ahnen der heutigen Hundisburger ansiedelten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Bedeutende Hundisburger Bauwerke sind das Schloss Hundisburg, Ziegelei Hundisburg, Sankt Andreaskirche, Kirchenruine Nordhusen, Boitzturm, Schulmuseum und "Das Haus des Waldes".
- Sankt Andreaskirche
Die einstigen Blütezeiten Hundisburgs zeichnen sich am anschaulichsten in der Bautätigkeit an der Dorfkirche ab. Ursprung ist eine 1218 erbaute Kapelle, die 1266 einen Turm erhielt. Das heutige Aussehen prägt der Umbau und die Ausstattung aus dem Jahre 1708. Im Gegensatz zur schlichten äußeren Gestaltung wirkt der barocke Innenraum mit Stuckdecke, Emporen und Kanzel besonders durch seine Farbigkeit repräsentativ. Er dürfte unter dem Einfluß des gleichzeitig erfolgten Schloßneubaus entstanden sein. Das bedeutendste Kunstwerk der Kirche ist das für den im Jahre 1596 verstorbenen Ludolph von Alvensleben und seine Familie geschaffene Grabdenkmal. Die drei aus dem 18. Jh. stammenden Glocken sind eine Meisterleistung des Bronzegusses.
Noch heute kündet die imposante Kirchenruine von der großen Bedeutung des einstigen Dorfes Nordhusen. Schon bald nach dem Bau des Westquerturmes der ehemaligen Kirche im 12. Jh. siedelten die Bewohner des Ortes zunehmend in die aufblühende Burgmannensiedlung Hundisburg über, bis Nordhusen im späten Mittelalter zur Wüstung wurde. Nur die an der Beber gelegene Wassermühle (auch Obermühle genannt) bestand noch bis 1848. Die Turmruine, die sich auch im Wappen der ehemaligen Gemeinde Hundisburg wiederfindet, besteht aus der in unmittelbarer Nähe anstehenden Grauwacke, dem ältesten Gestein des Flechtinger Höhenzuges, und weist die für romanische Bauten typischen Architekturformen auf. Heute ist die Ruine Nordhusen Brutstätte zahlreicher Vögel und eine Station auf der Straße der Romanik.
- Boitzturm
Vom Ursprung her ist Hundisburg kein Bauerndorf sondern eine Burgmannensiedlung. Zunächst siedelten sich seit dem 13.Jh. unterhalb der Hunoldesburg die mit dem Schutz der Burg betrauten Ritter an und errichteten auf ihren Höfen steinerne Türme. Ursprünglich gab es sechs derartige Turmhöfe. Bis heute hat sich jedoch nur ein um 1250 erbauter Wohnturm erhalten. Dieser Turm diente mit seinen dicken Mauern, dem Zinnenkranz und Sperrriegeln der Verteidigung. Mit Schmuckfenster, Kamin und Aborterker war er zugleich eine repräsentative Wohnung. Bis zum späten Mittelalter wuchs Hundisburg zu einem beachtlichen Flecken mit Ortsbefestigung und drei Toren, wobei das Magdeburger Tor heute noch vorhanden ist.
- Schulmuseum
Im Jahre 1560 stiftete Ludolph von Alvensleben die erste Schule in Hundisburg. 1705 entstand das jetzige, als Rektorat bezeichnete, Schulgebäude. Es folgte an anderer Stelle der Bau weiterer Schulen, die man Kantorat und Thieschule nannte. Vom ursprünglichen Fachwerkbau des Rektorates ist heute noch ein großer Teil erhalten. Lediglich das Klassenzimmer wurde mehrmals umgebaut und erweitert. In diesem befindet sich seit 1988 ein Schulmuseum. Zu besichtigen ist ein komplettes im Stil der Jahrhundertwende eingerichtetes Klassenzimmer und eine Dokumentation der Schulgeschichte.
Sehenswürdigkeiten
- Landschaftspark
Die Landschaft um Hundisburg wird von den Tälern der Bäche Garbe, Olbe und Beber geprägt. Der Verlauf des Bebertales entspricht hier der Nordgrenze der Magdeburger Börde mit ihren fruchtbaren Lößböden. Viele der oft steilen Talhänge sind mit Trockenrasen und mit Steppenpflanzen bewachsen. Zwischen Hundisburg und Althaldensleben ist das Tal der Beber im 19. Jh. in einen ausgedehnten Landschaftspark umgestaltet worden. Der damalige Besitzer des Klostergutes Althaldensleben und des Hundisburger Schlosses Johann Gottlob Nathusius ließ hier eine Ideallandschaft von besonderer Schönheit entstehen. Heute führt ein naturkundlich-historischer Lehrpfad durch den Park und macht unter anderem mit der reichen Geschichte dieses Gebietes vertraut.
- Galgenberg
Hundisburg und Umgebung ist reich an vielfältigen Kulturdenkmalen aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Bereits im Eiszeitalter lebten hier vor 250.000 Jahren altsteinzeitliche Jäger und Sammler, deren Steinwerkzeuge und die Überreste damals lebender Großsäuger wie Mammut und Wollhaarnashorn in der Parkkiesgrube gefunden wurden. Auf dem Beberberg hat sich eines der über 80 zur historischen Quadratmeile gehörenden Großsteingräber erhalten. Es belegt die Anwesenheit der ersten Ackerbauern und Viehzüchter vor 4500 Jahren in der Jungsteinzeit. Ebenso alt sind die ältesten Bestattungen auf dem Galgenberg unweit der Ziegelei. Oberirdisch sichtbar sind allerdings nur die 13 aus der Bronzezeit stammenden Hügelgräber.
Denkmale
- Denkmal mit einem Relief des Bildhauers Karl Werner auf dem Alten Friedhof für zwei KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch aus dem KZ Dora-Mittelbau bei Hundisburg von SS-Männern ermordet und hier begraben wurden
Politik
Zum 1. Juni 1994 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hundisburg eingemeindet und gehört seitdem zu Haldensleben. In Hundisburg existiert ein Ortschaftsrat. Herr Josef Franz ist der Ortsbürgermeister.
Mitglieder des Ortschaftsrates :
- Joachim Thiele
- Axel Braumann
- Holger Tuchen
- Engelbert Schmidt
- Heinrich Enkelmann
- Lothar Göttling
- Hagen Bergmann
- Ursula Bartsch
- Werner Pekok
- Dr. Otto Harms
- Florian Dürrmann
Wappen
Das Wappen wurde am 16. Januar 1992 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.
Blasonierung: „In Rot eine silberne Kirchenruine.“