MDR Sputnik

MDR Sputnik ist die Jugendwelle des Mitteldeutschen Rundfunks mit einem überdurchschnittlich hohen Wortanteil und halbstündlichen Nachrichten, zum Teil in englischer Sprache. Programmchef ist seit 2006 Eric Markuse.
Geschichte und Empfang
Die historischen Wurzeln von Sputnik liegen im „Jugendradio DT64“ des Rundfunks der DDR. Mit der Abwicklung des zentralen DDR-Rundfunks durch das Rundfunküberleitungsgesetz[1] drohte Ende 1991 auch die komplette Abschaltung des beliebten Jugendradios. Die Hörer kämpften in einer beispiellosen Reihe von Protestaktionen für dessen Erhalt. Der Mitteldeutsche Rundfunk erklärte sich zunächst bereit, die Ausstrahlung des DT64-Programms für das erste Halbjahr 1992 auf den bisherigen Frequenzen in seinem zukünftigen Sendegebiet weiterzuführen. In anderen Teilen des DT64-Empfangsgebiets wurde die Ausstrahlung entweder mit Jahresende 1991 sofort eingestellt oder lief zugunsten des Aufbaus neuer Programme schrittweise aus.
Zum 1. Juli zog das Programm mit dem Ende der UKW-Ausstrahlung auf eine freie MDR-Mittelwellenfrequenz (1044 kHz vom Sender Wilsdruff mit 250 Kilowatt Sendeleistung) um.
Seit 1. März 1993 mit der Aufschaltung des MDR Fernsehens auf Astra 1B ist das Programm über Unterträgerverfahren auch via Satellit zu empfangen. Zum 1. Mai 1993 wurde das Programm in MDR Sputnik umbenannt, um die Stellung des Senders als erstem und damals einzigem MDR-Satellitenhörfunkprogramm zu unterstreichen. Der Namensvorschlag stammte vom damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf. Der Herkunftszusatz „MDR“ verschwand jedoch sukzessive in den nächsten Jahren wieder.
Ab Juli 1993 mit der Umstellung der Mittelwellenfrequenz auf MDR Info war das Programm nur noch über Satellit zu empfangen. Im November 1993 zog Sputnik von Berlin nach Halle (Saale) in ein eigenes Funkhaus am Waisenhausring um. Das Programm konnte neben der Abstrahlung über den Satelliten Astra auch digital über das DSR-Paket der Satelliten TV-Sat 2 und Kopernikus empfangen werden.
Am 15. Februar 1994 wählten die Leser des Dresdner Magazins SAX Sputnik zum beliebtesten Radiosender des Jahres 1993. Am 7. Dezember 1994 scheiterte der Versuch von fünf kommerziellen Radiosendern die Ausstrahlung von Sputnik gerichtlich einstellen zu lassen. Der später mehrfach prämierte Webauftritt von Sputnik ging am 13. Mai 1995 online. Vom 22. September 1995 bis 30. September ging Sputnik mit dem Speisewagen Erich Honeckers auf Konzerttour in 17 Bahnhöfe Deutschlands. In Mitteldeutschland war Sputnik im Jahr 1996 vorübergehend über Digital Audio Broadcasting zu empfangen.
Am 12. Februar 1997 erhielt Sputnik von der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt die UKW-Frequenz 104,4 MHz (Petersberg) zur terrestrischen Ausstrahlung in und um Halle. Seit dem 15. September 1997 ist Sputnik dort zu empfangen. Später kamen im Bundesland Sachsen-Anhalt noch UKW-Frequenzen in Fleetmark, Jerichow, Klötze, Magdeburg, Naumburg, Stendal und Zeitz hinzu.[2] Am 21. Oktober 1998 wies das Bundesverwaltungsgericht eine Klage Sachsens in letzter Instanz ab. Sachsen hatte gegen die Ausstrahlung Sputniks auf UKW als einen Verstoß gegen den MDR-Staatsvertrag geklagt. Seit dem 30. August 1999 sendet Sputnik aus dem neuen MDR-Funkhaus in der Gerberstraße in Halle.
Trotz leichten, aber stetigen Anstiegs von Hörerzahlen (lt. Media-Analyse) änderte der Sender am 4. Dezember 2006 sein Programmschema und legt nun wieder mehr Wert auf das Radio als Informationsmedium für ein weiterhin junges Publikum. Gleichzeitig erweiterte Sputnik sein Onlineangebot um eine Web2.0-Community-Plattform, die im Dezember 2006 unter dem Namen "mySPUTNIK“ online ging und seit Dezember 2007 mit den gleichen Angeboten der Sender You FM (Hessen) und Fritz (Berlin/Brandenburg) vernetzt ist.[3]
Programm
Seit dem 4. Dezember 2006 sendet Sputnik wieder ein mehr wortbasierendes Programm und möchte sich so von gewöhnlichen Mainstream-Sendern abgrenzen. Sendungen werden in einem wöchentlichen Schema ausgestrahlt. Hier die wichtigsten:
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Musikspezialsendungen (tägl 21 bis 22 Uhr)
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Moderatoren
Über den Sender hinaus bekannte Moderatoren sind u. a.:
- Stephan Michme (Fritz, Rockland, MTV)
- Johannes Paetzold (Radio Eins, Radiomultikulti und BBC World Service)
- André Wieckenberg (MDR Fernsehen, KLLC San Francisco)
- Alex Buchwald (MDR Fernsehen, MDR Jump, Sat.1
- Karl Mäurer (MDR Info)
Weitere Audio-Streams
Neben dem aktuellen On-Air-Programm bietet Sputnik genrespezifische Audio-Streams mit programmbegleitender Club-, Rock- und Black-Musik an. Die Inhalte dieser Audio-Streams stammen aus den On-Air-Spezialsendungen und werden in wöchentlichen Intervallen neu erstellt. Weiterhin ist die aktuelle Ausgabe der Sendung "Insomnia" in einer Dauerschleife als Stream zu hören.
Preise und Auszeichnungen
Im Jahr 2002 wurde die Sputnik-Internetpräsenz mit dem NEO-Award als beste Radio-Website, am 26. Februar 2003 mit dem LEAD-AWARD als bestes Entertainment-Magazin des Jahres 2002, 2003 mit dem Deutschen Dance Award und mit dem Online Music Award (Best Media Music Page) geehrt.
Weblinks
- Website des Senders
- Informationen beim ABC der ARD
- Von DT64 zu MDR Sputnik, samt alter Sendeschemen (ohne Bezugnahme auf die Restrukturierung des Programms im Dezember 2006)