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Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen

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Lübeck-Kleinener Eisenbahn
Streckennummer:1122
Kursbuchstrecke (DB):175 (DR:782)
Streckenlänge:59,3 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke
von Travemünde
Abzweig nach links und geradeaus
von Kiel und Puttgarden
Bahnhof
0,0 Lübeck Hbf
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
1,2 Lübeck Hauptgüterbahnhof
nach Hamburg
Abzweig nach rechts
nach Lüneburg
Haltepunkt / Haltestelle
Lübeck-St. Jürgen
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
Strecknitz
Abzweig nach links
nach Schlutup
ehemalige Grenze
Landesgrenze SHMecklenburg-Vorpommern
Bahnhof
7,5 Herrnburg
Haltepunkt / Haltestelle
11,2 Lüdersdorf (Meckl) (ehem Bf)
Bahnhof
19,4 Schönberg (Meckl)
Abzweig ehemals nach links
nach Dassow
ehemaliger Bahnhof
Menzendorf
Bahnhof
29,0 Grieben (Meckl)
ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
Börzow
Abzweig ehemals nach rechts und geradeaus
von Klütz
Bahnhof
36,7 Grevesmühlen
Haltepunkt / Haltestelle
44,0 Plüschow (ehem Bf)
Bahnhof
50,6 Bobitz
Abzweig nach links und geradeaus
von Schwerin
Bahnhof
59,3 Bad Kleinen
Abzweig nach links
nach Bützow und Wismar

Die Lübeck-Kleinener Eisenbahn ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Hauptbahn zwischen den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Sie wurde zunächst von der gleichnamigen Lübeck-Kleinener Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und nach deren Zahlungsunfähigkeit von der Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn komplettiert und eröffnet.

Betrieb und Geschichte

Vorgeschichte

In den 1850er Jahren planten die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz eine Ost-West-Verbindung durch ihre Hoheitsgebiete. Diese sollte in Lübeck an die bestehende Verbindung der Lübeck-Büchener Eisenbahn anknüpfen, bei Kleinen die bereits bestehende Staatsbahnstrecke Hagenow–Wismar kreuzen und anschließend über Bützow und Güstrow nach Neubrandenburg führen. Von dort aus sollte es über Strasburg nach Stettin gehen. Während der mittlere Abschnitt als Staatsbahnstrecke ausgeführt wurde, sollte der Westabschnitt Lübeck–Kleinen durch eine private Gesellschaft gebaut und betrieben werden.

Fassade des Lübecker Hauptbahnhofs

Die dazu neu gegründete Lübeck-Kleinener Eisenbahn-Gesellschaft wurde 1865 mit dem Bau beauftragt, dieser sollte bis spätestens 1867 abgeschlossen sein. Es kam jedoch zu Verzögerungen im Bau, da die von der Gesellschaft vorgesehene Streckenführung mehrmals abgeändert wurde und diese letztendlich finanziell nicht mehr imstande war, die Strecke zu errichten. Nach ihrer Liquidation übernahm die Friedrich-Franz-Eisenbahn die Führung des Baus und schloss diesen 1870 ab. Am 1. Juli 1870 verkehrte der erste Zug entlang der knapp 60 Kilometer langen Strecke.

1870–1945

Die Strecke war zunächst nicht von sonderlicher Bedeutung, so verkehrten 1885 nur wenige Personenzüge pro Tag in beiden Richtungen. Der Aufschwung kam erst im beginnenden 20. Jahrhundert. So wurden die Bahnanlagen in Lübeck in den Jahren 1907/08 umgestaltet und der Lübecker Hauptbahnhof als zentrale Station der Stadt neu eröffnet. Die Konzentration aller Strecken ermöglichte dadurch durchgehende Züge von Hamburg über Lübeck, Kleinen weiter nach Neubrandenburg bis nach Stettin. Die Verbindung hatte bis zum Zweiten Weltkrieg als Kursbuchstrecke 118 Bestand. Für den Fährverkehr nach Skandinavien über Warnemünde und Saßnitz hatte sie große Bedeutung.

1945–1989

Nach 1945 endete zunächst der durchgehende Verkehr auf der Verbindung, da sich unmittelbar östlich von Lübeck die Zonengrenze zwischen der Britischen und der Sowjetischen Besatzungszone befand. Nach einem kurzzeitigem Wiederaufleben des Zugverkehrs war zwischen 1952 und 1960 der Verkehr über die Grenze der Bundesrepublik und der DDR wieder eingestellt. Seitdem verkehrte neben ein einige Güterzügen ein Interzonenzugpaar von Hamburg über Lübeck nach Rostock. Der genaue Zuglauf änderte sich im Laufe des Jahres mehrfach. In den ersten Jahren fuhr der Zug weiter nach Saßnitz mit Anschluss zur Fähre nach Schweden. Auch danach fuhr der Zug oft weiter bis Stralsund. Zeitweise führte er Kurswagen nach Neubrandenburg. In den letzten Jahren vor Mauerfall fuhr der Zug von Köln über Hamburg nach Rostock. Zu Feiertagen verkehrten zusätzliche Entlastungszüge.

Während auf westdeutscher Seite kein Unterwegshalt vorhanden war und sich dementsprechend kein Nahverkehr lohnte, verblieb auf dem Ostabschnitt Herrnburg–Bad Kleinen Regionalverkehr (1989 fünf Zugpaare bis Herrnburg, acht bis Grevesmühlen).

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde im Zuge des kleinen Grenzverkehrs das Angebot um ein weiteres Eilzugpaar Lübeck–Schwerin an Wochenenden ergänzt. Nachdem die DDR-Führung einige Reiseerleichterungen verordnete und so mehr DDR-Bürgern als vorher die Reise in den Westen möglich war, wurde im Mai 1989 ein zusätzliches Zugpaar Güstrow-Hamburg eingelegt. Es hielt auch in Grevesmühlen, der D-Zug Köln–Rostock (nur in diese Richtung) hatte bereits einige Jahre vorher einen Verkehrshalt dort bekommen.

Seit 1989

Nach dem Fall der Mauer nahmen Nachfrage und Angebot auf dieser Strecke deutlich zu. Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde die Strecke deswegen Bestandteil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 1. Dieses sah den Ausbau der Verbindung Lübeck–Rostock–Stralsund für eine Geschwindigkeit von 160 km/h vor, allerdings bis Bad Kleinen weiterhin nur eingleisig. Der Ausbau verlief schleppend und ist bis heute noch nicht abgeschlossen.

Die Bedeutung der Strecke hat seit Mitte der 1990er Jahre, als zwei Fernverkehrslinien (Stralsund–Rostock–Hamburg und Berlin/Leipzig–Lübeck–Kiel) jeweils im Zweistundentakt verkehrten, merklich abgenommen. Zum einen wurden die Züge zwischen Rostock und Hamburg über die Strecke Schwerin–Büchen geleitet, zum anderen wurde die Interregio-Linie Lübeck–Leipzig 2001 komplett eingestellt. Seitdem dient die Strecke nur noch dem Regionalverkehr.

Gegenwärtig verkehren auf der Strecke folgende Züge:

Linie Linienbezeichung Linienverlauf
RE RegionalExpress Lübeck – Bad Kleinen – Güstrow – Neubrandenburg – Stettin
RE RegionalExpress Kiel – Eutin – Lübeck – Bad Kleinen

Beide RegionalExpress-Linien verkehren im 2-Stundentakt, sodass sich im Abschnitt Lübeck–Bad Kleinen ein Angebot im Stundentakt ergibt. Während der RE Kiel–Lübeck–Bad Kleinen nur in St. Jürgen, Schönberg und Grevesmühlen hält, bedient der RE Lübeck–Bad Kleinen–Stettin im Abschnitt Lübeck–Bad Kleinen alle Unterwegshalte.