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Samstag

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Der Samstag (im norddeutschen, ostdeutschen und ostmitteldeutschen Sprachbereich: Sonnabend) ist der sechste Wochentag im bürgerlichen Kalender (DIN 1355), nach christlich/jüdischer/islamischer Zählung der siebte und letzte.

Der Tag hat im hochdeutschen Sprachbereich zwei Bezeichnungen, die regional unterschiedlich teilweise fast ausschließlich, teilweise parallel, verwendet werden, in jüngster Zeit ist allerdings eine Tendenz hin zum Samstag feststellbar.

Samstag

Der Name Samstag, althochdeutsch sambaztac, kommt von einer erschlossenen vulgärgriechischen Form *sambaton des griechischen Wortes sabbaton, das letztlich auf hebräisch Schabbat zurückgeht. Er verbreitete sich mit der Missionierung des süddeutschen Sprachraums donauaufwärts und herrscht heute noch in Süd- und Westdeutschland vor. Vor allem in der jüdischen Religion und in der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten gilt er als Feiertag (siehe auch Sabbat). Die romanischen Sprachen gehen einheitlich darauf zurück: franz. le samedi, ital. il sabato, span. el sábado.

Sprachwissenschaftlich unhaltbar ist die Deutung, dass die althochdeutsche Form auf S'Ambeths Tag zurückzuführen sei, also auf einen Tag zu Ehren der norisch-keltischen Erdgöttin Ambeth (einer der drei Bethen). Diese These scheint zwar die geographische Verbreitung in Österreich und Süddeutschland recht gut zu erklären, aber bereits die Theorie von der Existenz der Bethen als heidnische Göttinnentrinität basiert allein auf den zweifelhaften Deutungen von den Laienforschern Hans Christoph Schöll (1936: „Die drei Ewigen“) und Richard Fester (1962: „Sprache der Eiszeit“), deren Thesen von Sprachwissenschaftlern einhellig abgelehnt werden.

Die Frage nach der Wortbedeutung inspirierte Paul Maar zur Erfindung des Sams als Hauptfigur einer Kinderbuchreihe.

Sonnabend

Die Bezeichnung Sonnabend (althochdeutsch: sunnunaband, altenglisch sunnanæfen) stammt aus der germanischen Tageseinteilung, als der Tag mit dem Abend begann. Im frühen Mittelalter erweiterte sich die Benennung auf den gesamten Tag, so wie beim ganzen Tag vor dem ersten Weihnachtstag (Heiligabend, vergleiche auch englisch fortnight = 14 Tage aus ags. feorwertyne niht). „Sonnabend“ wird vor allem in Norddeutschland und im Mitteldeutschen verwendet.

„Sonnabend“ war in der DDR (entsprechend der vorherrschenden regionalen Verbreitung) die offizielle Bezeichnung. Auch in bundesdeutschen Gesetzestexten (u. a. BGB §193 oder Ladenschlussgesetz) wird der Begriff Sonnabend verwendet.

In der Schweiz ist der Begriff weitgehend unbekannt und wird daher praktisch nie verwendet.

Weitere Formen

In Westfalen, im Ostfriesischen Platt und im Friesischen bzw. Saterfriesischen hat sich der niederdeutsche Satertag erhalten (vergl. niederländisch Zaterdag).

Vom russischen Wort für den Samstag, Subbota (russisch Суббота), ist der Subbotnik abgeleitet, die (freiwillige) unentgeltliche Arbeit am Samstag. Solche Arbeitseinsätze gab es zeitweise auch in der DDR häufiger.

Siehe auch

Wiktionary: Samstag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen