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Ruhla

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Vorlage:Infobox Ort in Deutschland

Ruhla (umgangssprachlich die Ruhl genannt) ist eine Stadt in der Mitte der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist seit 2004 ein staatlich anerkannter Erholungsort (Luftkurort), der sich in einer Höhe von bis zu 530m mitten im Thüringer Wald und direkt am Rennsteig befindet. Zur Stadt Ruhla gehören außerdem noch die Ortsteile Thal und Kittelsthal. Ruhla allein hat 4.056 Einwohner, mit den beiden Ortsteilen zusammen sind 6.707 Menschen in Ruhla wohnhaft. Der Name Ruhla stammt wahrscheinlich von einem durch den Ort fließenden Bach, welcher neben dem heute gebräuchlichsten Namen, "Erbstrom" auch als Rolla bezeichnet wurde.

Geografie

Geologie

Die Umgebung der Stadt Ruhla ist in geologischer Hinsicht sehr vielfältig. Sie gehört diesbezüglich zu den am besten untersuchten Gebieten Deutschlands. Die ältesten in und um Ruhla anstehenden Gesteine sind kristalline Schiefer (Glimmerschiefer, Phyllite, Gneise, Amphibolit). In anderen Gegenden befinden sich diese in etwa 1.000 Metern Tiefe, in Ruhla liegen sie durch Gebirgshebungen und Abtragung an der Oberfläche. Hohe Berge, wie der Breitenberg und der Ringberg, bestehen aus solchem kristallinen Schiefer, sie sind also vorwiegend im Norden Ruhlas zu finden. An das Kristallingebiet schließt sich in nördlicher Richtung, vor Thal, ein unterschiedlich breites Zechsteinband an.

Westlich und östlich von Ruhla befinden sich Gebiete, in denen sich hauptsächlich Porphyre finden lassen. Die Porphyre bilden als ausfließende Ergussgesteine hohe Kuppen wie die Kahle Koppe im Osten und den Kissel im Westen. Sowohl im Porphyr als auch in den kristallinen Schiefern ist die Ausprägung der Täler gleich: V-Täler mit meist beiderseits steil abfallenden Hängen und so gut wie keiner Talsohle.

Südwestlich von Ruhla befindet sich der Bereich des Ruhlaer Granits (z.B. Gerberstein) mit seinen Blockfeldern und Einzelblöcken (diese haben einen höheren Quarzanteil und sind somit härter). Die im Granitgebiet ausgebildeten Täler sind Muldentäler, da der Granit grusig verwittert und seine Verwitterungsprodukte dann leicht abzutransportieren sind. Auch an das Granitgebiet schließt sich ein unterschiedlich breites Zechsteinband an, in südlicher Richtung, bei Steinbach/Altenstein.

Im Raum Ruhla kam es zu einer Mineralisierung von Rissen und Spalten. Diese Mineralisierung war die Voraussetzung für den später betrieben Bergbau (z.B. Abbau von Eisenerz), der zusammen mit der Weiterverarbeitung der Rohstoffe der Hauptgrund für die Besiedlung des Ruhlaer Raums war.

Die Böden hängen vom jeweiligen Untergrund ab. Auf Granit ist der Boden lehmig und steinig, auf Glimmerschiefer und Gneis ist er durchlässig und steinig. Die Böden rund um Ruhla sind alle kalkfrei und nicht sehr mächtig.

Stadtgliederung

  • Ruhla
  • Thal (1994 eingemeindet)
  • Kittelsthal (1994 eingemeindet)

Weiterhin ist Ruhla seit 2006 erfüllende Gemeinde für Seebach.

Klima

Das Klima in Ruhla ist maritim. Der durchschnittliche Jahres-Niederschlag beträgt 820 mm, am meisten regnet es im Juli (intensive Gewitterregen). Die niederschlagsärmsten Monate sind Februar und März. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Ruhla ist 7°C, am wärmsten ist es im Juli (14°C) und am kältesten im Januar (-1°C).

Vegetation

Im Ruhlaer Waldgebiet sind hauptsächlich Buchen und Fichten vorzufinden, oberhalb von 700 Metern befinden sich fast ausschließlich nur noch Fichten. Fast die Hälfte des gesamten Waldgebietes um Ruhla besteht aus Fichten, den zweitgrößten Anteil hat der reine Buchenwald. Diese teilweise Monokultur der Fichten führt bis heute zu einer Bodenverarmung.

An Lichtungen wachsen vereinzelt auch Ahorne, Eschen und Birken; der Mischwaldanteil ist insgesamt sehr gering. Bis vor etwa 250 Jahren sah dieses Bild jedoch anders aus. Denn zu dieser Zeit bestanden die Ruhlaer Wälder nur aus Laubwäldern (vorwiegend Buchen).

Geschichte

Die Uhrenstadt Ruhla wurde im Jahre 1355 erstmals urkundlich erwähnt, feiert also 2005 ihr 650-jähriges Jubiläum. Ansiedlungen in und um Ruhla gab es aber schon weitaus früher.

Ruhlas erste Siedler kamen entlang des Gebirgskammes Rennsteig sie waren auf der Suche nach obertägig zu findenden Erzen und verarbeiteten diese vor Ort als so genannte "Waldschmiede"; sie waren also zugleich Bergleute, Köhler und Schmied. Die ersten Siedlungsplätze sollen die Wüstungen "Glasbach" und "Alte Ruhl" gewesen sein.

Die "Waldschmiede" verwendeten den Rennofen zur Gewinnung von Eisen und nutzten die von der Natur zunächst reichlich vorhandenen Rohstoffe Holz bzw. Holzkohle und Eisenerz. Neben Werkzeugen und Geräten aller Art wurde die Fertigung von Waffen durch die Landesherren gefördert. Der immense Holzverbrauch durch Bergbau und Köhlerei drängte den Wald stark zurück, günstige Flächen wurden von zuwandernden Bauern und Hirten zur Weidewirtschaft hergerichtet. Im Talgrund entstanden, entlang des wasserreichen Ruhlabaches zahlreiche Schmelzhütten, Hammerwerke und Schleifmühlen, zugleich entstand in der heutigen Ortslage ein erstes Straßennetz und eine dauerhafte Siedlung.

Durch den entwicklungsbedingten Verfall des Waffenschmiedehandwerks spezialisierte man sich um 1530 auf das Herstellen von Messerwaren.

Der Schmied von Ruhla

Aus dieser Zeit stammt auch die weit über die Stadtgrenzen bekannte Sage vom Schmied von Ruhla:

So soll sich Landgraf Ludwig II. von Thüringen, der als schwach und milde gegenüber seinem Landadel bekannt war und nichts davon wusste, wie sehr die Landesfürsten die Bürger und Bauern knechteten, auf einem seiner Jagdritte im Ruhlaer Forst verirrt haben. Als er nach langer Suche endlich des Feuer eines Ruhlaer Waldschmiedes sah, soll er ihn aufgesucht und um Herberge gebeten haben. Als der Schmied ihn fragte wer er sei, leugnete der Fürst seine wahre Identität und gab an ein Jäger des Landgrafen zu sein. Der Schmied, auch verbittert über die verfehlte Milde Ludwigs und der damit verbundenen Knechterei durch die Fürsten, gab darauf seinen Unmut über den Landgrafen preis, gewährte ihm jedoch seine Bitte um Unterkunft. Als Ludwig sich nun, verwundert über die Worte des Mannes, zur Ruhe legte fing der Schmied an die ganze Nacht hindurch zu arbeiten, so dass der Graf kein Auge zu tun konnte. Schlag um Schlag hämmerte der Schmied auf das Eisen und sagte immer und immer wieder: "Landgraf, werde hart! Landgraf, werde hart, so hart wie dieses Eisen!" und "Du böser, unseliger Herr! Siehst du nicht, wie deine Räte das Volk plagen?" Als der Morgen kam und Graf Ludwig ungeschlafen von dannen zog, besann er sich des Schmiedes Worte und regierte fortan mit eiserner Hand. Daher pflegte man auch lange Zeit sprichwörtlich von einem strengen, unbeugsamen Mann zu sagen: "er sei in Ruhla hart geschmiedet worden".

Von Friedrich Lux (* 24. November 1820 in Ruhla; † 9. Juli 1895 in Mainz), einem der größten Orgelvirtuosen seiner Zeit, stammt die 1882 in Mainz sehr erfolgreich uraufgeführte historisch-romantische Oper in 3 Akten "Der Schmied von Ruhla". Die Aufführungen in Gotha und Eisenach im Jahre 1886 wurden in einem zeitgenössischen Bericht folgendermaßen beschrieben:

"Die Aufführungen waren ausverkauft. Reicher Beifall wurde gezollt. Der anwesende Komponist wurde wiederholt stürmisch gerufen. Lorbeerkränze wurden ihm zugeworfen. Der Erfolg war durchschlagend. Der 27. und 30. März 1886 waren Festtage für die Bewohner der schönen Ruhl und sie waren in hellen Haufen nach Gotha und Eisenach gekommen, um die Tondichtung ihres Ehrenbürgers zu hören und ihre liebliche grüne Heimat und deren sagenhafte Vergangenheit in Bild und Wort verherrlicht zu sehen, kurz, sich der Glorifizierung des Ruhlatales mit dankbarem Herzen und inniger Anerkennung zu erfreuen."

Teilung und Wiedervereinigung

Im Jahre 1640 wurde das bereits auf drei Ämter verteilte Ruhla, bedingt durch die Erbteilung der Söhne des Herzogs Johann von Weimar, auf zwei deutsche Kleinstaaten aufgeteilt: Sachsen-Eisenach und Sachsen-Gotha. Dabei bildete der Erbstrom, ein durch Ruhla verlaufender Gebirgsbach, die natürliche Grenze zwischen dem eisenachischen und dem gothaischen Anteil. Diese Teilung ist auch der Grund, warum sich zwei evangelische Kirchgebäude im Ort befinden. 1886 wurde beiden Teilen das Stadtrecht verliehen. Erst 1920/1921, bei der Bildung des Landes Thüringen, kam es zur Vereinigung der beiden Verwaltungsgebiete und damit auch zur Vereinigung der geteilten Stadt.

Wirtschaftsgeschichte bis 1860

Um 1400 berichtet der Eisenacher Chronist Johannes Rothe vom Eisenhandwerk in Ruhla.

Im Ruhlaer Tal und den Nachbarorten wurde die arbeitsteilige Fertigung und weitere Spezialisierung im Klingenschmiedehandwerk (Messer, Scheren, sowie diverse Hieb- und Stichwaffen) nun zur Regel.

Nach 1550 profitierte man noch gemeinsam in der ganzen Region von der außerordentlich hohen Qualität des in den legendären Gruben "Mommel" und "Stahlberg" (bei Trusetal und Schmalkalden) geförderten Eisenerzes. Ob dies den zeitweisen Rückgang der eigenen Bergbauaktivitäten in Ruhla bewirkte? Die weitere Spezialisierung wurde durch die Handwerkszünfte betrieben, doch erst 1656 erlangten die Ruhlaer Messerschmiede das Innungsrecht, es lag zuvor bei der Eisenacher Innung. Der Erfolg der Ruhlaer Messermacher sah auch die wachsenden Nöte der Nachbargemeinden: 1665 klagt Pfarrer Heßling von Brotterode: "dass unsere Messermacher wegen Wassermangels sich oft genötigt sahen, ihre Messer in der Ruhl schleiffen zu lassen, wodurch jährlich 260 Gulden ins Ausland gingen". … Eine Nachprüfung im gleichen Jahr ergab: "dass in der Ruhl einige hundert Messerverfertiger und in Schmalkalden 130 Messerarbeiter und 35 Klingenschmiede wären, weshalb es nötig sei, dass in Brotterode zur Erhaltung der Messerschmiedezunft eine neue Schleifkothe gebaut würde". ... Im Jahre 1683 beschwert sich der Ruhlaer Messermacher Wolf Schenk über einen Messermacher aus Brotterode, " ...weil dieser ihm die privilegierten Meisterzeichen nachahme und so schade". (Angaben bei Bickel, Chronik v. Brotterode 1925).

Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurden jährlich für 120.000 Taler Messer und Hiebwaffen aus Ruhla ausgeführt, dagegen 1747 nur noch für 40.000 Taler. In den Jahren 1747 bis 1750 wanderten deshalb zahlreiche Messerschmiede nach Eberswalde in Preußen ab, wo kurz zuvor Friedrich der Große eine Messer- und Stahlwarenfabrik gegründet hatte und mit einer Form von Protektionismus die Einfuhr von Ruhlaer Erzeugnissen verbot. Eine Übersicht zur Ruhlaer Bevölkerung von 1797 vermeldet, das in Ruhla im handwerklich und industriellen Bereich beschäftigt wurden: " ... 500 Messerschmiede, 25 Feilenhauer, 14 Schlosser, 25 Messing-Kammmacher, 6 Elfenbein-Kammmacher, 282 Pfeifenarbeiter, 255 Pfeifenkopfbeschläger, Versilberer und Deckelstecher, 12 Rohrdrechsler und 9 Frachtfuhrleute ... ." (Angaben aus "Thüringen vor 100 Jahren" - ISBN 3-932642-00-7).


Die Teilung Ruhlas und die damit verbundenen Entwicklungsschwierigkeiten, aber auch Konkurrenz, Absatzschwierigkeiten und das Abwandern von 80 Familien der Messerschmiedezunft, führten im 19. Jahrhundert zum Niedergang des Ruhlaer Messerhandwerkes. Schon während der Blüte des Messerschmiedehandwerks entwickelte sich jedoch mit der Pfeifenbeschlagfertigung ein neuer Erwerbszweig und nur kurze Zeit später wurden in Ruhla komplette Tabakspfeifen hergestellt. 1750 wurde schließlich in Ruhla der "unechte" Meerschaum erfunden. In dieser Zeit wurde Ruhla auch als "Mekka der Pfeifenraucher der Welt" weltbekannt.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Ruhla aber auch zum Heilbad, nachdem 1737 eine eisenhaltige Quelle entdeckt wurde. Ebenso war Ruhla ein Mittelpunkt der Forstwirtschaft, da Gottlob König, der Begründer der neuen Forstwirtschaft in Deutschland, 25 Jahre in Ruhla wirkte.

Wirtschaftsgeschichte nach 1860

Am 25. September 1862 wurde von den Gebrüdern Thiel ein Gewerbe für Pfeifenbeschläge angemeldet. Das Unternehmen entwickelte sich beständig und durch den in der Gründerzeit (1871-73) zusätzlich stattfindenden allgemeinen Aufschwung entschloss man sich in ein neues, größeres Gebäude umzuziehen. Die Produktpalette umfasste mittlerweile mehrere kleine Metallartikel und ab 1874 erwog das Unternehmen die Produktion einer "Bieruhr". Ab 1891 stellte man die erste Ruhlaer Taschenuhr vor. Sie fand durch ihren sehr günstigen Preis zunächst im Ausland, vor allem in Amerika, reißenden Absatz. Ab 1901, nach einer Überarbeitung, gelang auch ein steigender Umsatz auf dem deutschen Markt. Die dafür benötigten Teile wurden auf eigens entwickelten Maschinen gefertigt, welche auch für andere Kunden angeboten wurden. Ruhla wuchs zu einem der bedeutendsten Orte der deutschen Uhrenindustrie heran. Im 1. und 2. Weltkrieg beschränkte sich die Produktion fast ausschließlich auf die Herstellung von Zeitzündern für die Rüstungsindustrie.


Ein weiteres Paradebeispiel für die Wandlungsfähigkeit von Ruhlaer Industriebetrieben ist die Geschichte der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Firma Schlothauer und Söhne OHG. Die Spezialisierung auf Metall- und Blechbearbeitung für die Meerschaumpfeifenfabrikation war die erste wirtschaftliche Grundlage. Nach 1900 wurde mit der Spezialisierung auf Messingbearbeitung (Armaturen und elektrische Kontaktteile) ein lukrativer Geschäftszweig gefunden. Dies führte rasch zur Entwicklung von patentierten Lösungen für den noch jungen Automobilbau. In den 30er-Jahren belieferte man den deutschen Elektromarkt mit elektrotechnischem und mechanischem Installationsmaterial aller Art, auch Kabel, Fahrradelektrik, Radiobauteile und diverse Messingartikel gehörten nun zum Fertigungsspektrum wozu weitere Betriebsteile in Thüringen und Sachsen aufgebaut wurden. Während des Krieges wurde die Fabrikation auf Zünder umgestellt. Nach Ende des 2. WK bestand deshalb die Sorge, als Rüstungsbetrieb zerschlagen zu werden, dies geschah jedoch nicht, unter sowjetischer Verwaltung wurde die ursprüngliche Produktionspalette wieder aufgenommen. Zuerst nannte sich das Werk Elektrowerk Schlothauer, später Elektroarmaturenwerk Ruhla (EAW). Nun wurden auch Produktionsstandorte in Brotterode und Gumpelstadt dem Betrieb zugeordnet.

1933 bis 1945

Im größten Betrieb des Ortes, der Uhren- und Maschinenfabrik Gebrüder Thiel, mussten im Zweiten Weltkrieg über 730 Frauen und Männer als sogenannte "Ostarbeiter" sowie eine große Zahl von Kriegsgefangenen aus Frankreich und Militärinternierten aus Italien Zwangsarbeit verrichten. In der Firma C. & F. Schlothauer wurden mehr als 1.000 Zwangsarbeiter eingesetzt. In weiteren acht Firmen mussten mehr als 550 Personen zwangsarbeiten. An die Opfer, zu denen fünf Frauen und sechs Kleinkinder gehören, erinnern 19 Gräber auf dem Trinitatis-Friedhof.[1]Ein französischer Kriegsgefangener, der als Automatenarbeiter beschäftigt war, wurde von der Gestapo verhaftet und im April 1945 bei einer Massenerschießung im Weimarer Webicht exekutiert.[2]

Deutsche Demokratische Republik

Blick vom Mühlrainstein auf Ruhla

UMF = VEB Uhren- und Maschinenfabrik Ruhla, VEB „Klement Gottwald“ (1952-1967), UMK = VEB Uhren- und Maschinenkombinat Ruhla, (1967-1978) – zeitweise 2500 Beschäftigte.

1952 ging das gesamte Unternehmen Uhrenwerke Thiel auf Beschluss der Regierung der UdSSR in Volkseigentum über. Das Produktionssortiment umfasste neben Weckern, Armbanduhren, Schach-, Auto- und Tischuhren auch wieder Werkzeugmaschinen. Die Entwicklung neuer Fertigungstechnologien führte 1963 sogar zur weltweit einzigen, vollautomatisierten Fertigung des legendären "Kaliber 24", welches bis 1987 in mehr als 120 Millionen Uhren verbaut wurde.

Nach 1980 wurde die Fertigungstechnologie für die Digitaluhr, basierend auf speziellen mikroelektronischen Bauteilen, zur Serienfertigung geführt. Die hierfür erforderlichen hochtechnisierten Fertigungskapazitäten wurden in einem eigens errichteten Werk im benachbarten Seebach aufgebaut, gleichzeitig entstanden im Umfeld ein Netzwerk aus Dienstleistungs- und Zulieferbetrieben – z.B. für Kunststoffverarbeiter, Messgeräte- und Werkzeugbau.


FER Fahrzeugelektrik

1950 übertrugen die sowjetischen Behörden das EAW in Volkseigentum, durch Übertragung in die Vereinigung Volkseigener Betriebe Installation, Kabel und Apparate (VVB IKA). Die Firma nannte sich kurze Zeit »IKA Elektro-Armaturen«, dann VEB Elektrische Fahrzeugausrüstung Ruhla, kurz »EFR«. Bis 1958 hatte sich der Ruhlaer Fahrzeugausrüster zu einem führenden Betrieb in dieser Branche entwickelt.

Kombinat VEB Fahrzeugelektrik Ruhla (zeitweise 2000 Beschäftigte). Die Betriebe der Fahrzeugbranche in der DDR wurden nach staatlichen Vorgaben unter dem Dach von Kombinaten vereint.

Zahlreiche, meist in schlechtem baulichen Zustand befindliche Betriebsteile waren im ganzen Stadtgebiet von Ruhla und den Umlandgemeinden angesiedelt, die Kombinatsleitung wurde nach Eisenach ausgelagert. Die Ruhlaer Fertigungsbetriebe stellten Lichtmaschinen, Anlasser, Frontscheinwerfer und Signalgeräte (Hupen, Hörner, Rundumleuchten) her.


ERU - VEB Elektroinstallation Ruhla.

Der Schwerpunkt im Produktionsspektrum dieser Firma (zeitweise über 800 Beschäftigte) war die Fertigung von elektrischen Installationsmaterial für Gebäude- und Haustechnik, Schalter und Steckdosen.


EBR – VEB Elektronische Bauelemente Ruhla.

Die Firma spezialisierte sich auf den Bau von Schaltern für die Mikroelektronik (über 300 Mitarbeiter).


SBR - VEB Schalterbau Ruhla.

Auch diese Elektrofirma war auf Fertigung von Schalterbauteilen spezialisiert.

Nach der Wende

Nach der Wende begann erneut eine geschichtliche Umbildung der Uhrenindustrie Ruhlas. Aus den VEB Uhrenwerken Ruhla entstanden private, hochspezialisierte Klein- und Mittelbetriebe. Bis heute ist der Name Ruhla als Uhrenstadt ein Begriff.

Im Jahre 1994 wurden die Orte Thal und Kittelsthal eingemeindet. Seit 2006 ist Ruhla erfüllende Gemeinde für Seebach.

Ortsteile

Thal

Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes Thal datiert aus dem Jahre 1238 (Dobenecker Bd. III 772 ). Der Ort entstand am Fuß der Scharfenburg und war eng mit deren Geschichte verbunden. Im früheren Ortsteil Heiligenstein befinden sich noch Reste des Klosters Weißenborn.


Kittelsthal

Im Jahre 1992 begingen die Einwohner Kittelsthals die 700-Jahrfeier ihres Heimatortes. Ein urkundlicher Beleg unter dem Namen Kuttelstal datiert aus dem Jahre 1292 (Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen, hrsg. von Karl H. Lampe, Bd. 1, Jena 1936). Der Ort, so lässt sich aus dieser Urkunde ableiten, entstand wohl um 1200 als Rodungssiedlung der Ludowinger als Thüringer Landgrafen, nahe eines alten Verbindungsweges von der Wartburg nach Waltershausen, Georgenthal und zur Schauenburg (Landgrafensage Der Taufritt nach Tenneberg ).

Im Auftrag der Landgrafen organisierten bedeutende Hofbeamten: – die Herren von Salza, die Truchsesse von Schlotheim, die Marschälle von Goldbach sowie die Schenken von Vargula auch in der Umgebung von Ruhla den Landesausbau und erhielten die entstehenden Kleinsiedlungen, Höfe und Burgen als Lehen.

Inhalt der Urkunde: die Erben des Marschalls Helwig von Goldbach überlassen mit (lehensrechtlicher) Zustimmung des Landgrafen Dietrich IV. (Lausitz)) ihren entlegenen (Streu-) Besitz – die Dörfer und Siedlungen Musbach = Mosbach – OT von Wutha-Farnroda , Wizzenburn = Weißenborn – OT von Thal, Kutelstal = Kittelsthal und Toubenellende = Taubenellen – ein Hof und ehemalige Mühle bei Wilhelmsthal, OT von Marksuhl dem Komtur von Nägelstädt ( Deutscher Orden).


Der Ortskern von Kittelsthal ist nach der Siedlungsstruktur ein Waldhufendorf.

Bis 1776 war Kittelsthal der Kirchgemeinde von Mosbach (3 Km entfernt) angegliedert. Auf Bitten der Einwohner wurde nach dem Siebenjährigen Krieg in der Gemeinde ein eigenes Gotteshaus – die Friedenskirche erbaut.

Neben der Landwirtschaft trat schon vor 1500 der Bergbau und seine Nebengewerbe als Erwerbsmöglichkeit hinzu. Südlich des Ortes zeugen die Bauernschächte von diesen Aktivitäten. Der Gipsbruch oberhalb Kittelsthales wurde dagegen erst ab 1760 intensiv betrieben. Hier vermutet man jedoch schon im Mittelalter betriebene Kalkbrennöfen.

Bei der gezielten Suche nach abbauwürdigen Mineralien wurde im 19. Jahrhundert im Raum Thal und Kittelsthal der Bergbau wiederbelebt. Bis 1926 wurde Flussspat und Schwerspat in den Gesteinsschichten aus Resten urzeitlicher Kalksteinriffe des Mesozoikum abgebaut. Hierbei wurde auch ein gewaltiger Hohlraum – die Kittelsthaler Tropfsteinhöhle entdeckt und teilweise für den Tourismus erschlossen.



Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

1880 bis 1933
1994 bis 1999
2000 bis 2005
Datenquelle 1880-1933: Statistik des Deutschen Reiches
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Ruhlaer Stadtrat wie folgt zusammen:

Bürgermeister

Seit der Wahl am 7. Mai 2006 ist das CDU-Mitglied Mario Henning Bürgermeister der Stadt Ruhla, er bekam 59,4% der Wählerstimmen.

Wappen

Blasonierung: „In Gold mit schwarz-gold-schwarzer Umrandung der Ruhlaer Schmied hinter einem Amboss stehend, in der rechten Hand einen Schmiedehammer, in der linken eine Schmiedezange mit einer Klinge, beides auf dem Amboss liegend. Der Schmied ist bekleidet mit blauem Hemd, blauer Hose und dunkler Schürze.“

Städtepartnerschaften

Ruhla pflegt Partnerschaften mit der französischen Stadt Escaudain im Département Nord (seit 1972) und mit der Gemeinde Schalksmühle im Sauerland (seit 1990).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mundart

Hier ist eine Auswahl von Wörtern aus der Ruhlaer Mundart (Rühler), welche heute nur noch von sehr wenigen Einwohnern richtig beherrscht wird.

Rühler
  • Geschiss
  • Huller
  • ittel fraoß
  • Kachelworscht
  • Knuuf
  • Koumpest
  • kudd
  • Lüt
  • orzen
  • Piepgulger
  • rumfackeln
  • Schlambaamben
Deutsch
  • Gehabe, Umstände
  • Frikadelle, Hackfleischklößchen
  • etwas pur essen
  • Pfannenblutwurst
  • Stoß
  • Sauerkraut
  • tauschen, handeln
  • Leute
  • etwas nicht aufessen, übriglassen
  • Truthahn
  • (etwas) herauszögern
  • Schlechtigkeiten
Quelle: Rühler Duden

Zur Bewahrung der Ruhlaer Mundart und Traditionen wurde schon 1898 die Folklorevereinigung "Alt Ruhla" e.V. gegründet, welche bis heute aktiv ist.

Museen

Ruhlaer Tabakpfeifenmuseum und Museum für Stadtgeschichte

In Ruhla gibt es ein Museum für „Tabakpfeifen und Stadtgeschichte“ . Das Museum befindet sich im Zentrum Ruhlas in einem 1614 erbauten Herrenhaus. Heute zählt das Museum 15 Ausstellungsräume in denen neben der historischen Entwicklung der Stadt Ruhla auch die Entwicklung der Tabakpfeifenherstellung in Ruhla dokumentiert wird.

Bauwerke

Concordiakirche (Winkelkirche)

St.Concordiakirche

Außerdem bietet Ruhla eine besondere Kirche, eine Winkelkirche (sie ist eine von zwei geplanten und gebauten Winkelkirchen auf deutschem Gebiet, und zudem die einzige welche noch im ursprüngliche Bauzustand erhalten geblieben ist). Die St. Concordia-Kirche befindet sich im ehemals eisenach-weimarischen Ortsteil von Ruhla. Ihr Bau 1660/1661 war des Resultat eines Streites zwischen den Bewohnern der geteilten Stadt um die damals einzige Kirche, die Trinitatiskirche, welche sich auf dem Gebiet des gothaischen Stadtteils befand. Mit dem Bau der St. Concordia-Kirche besaß nun jeder Stadtteil ein eigenes Gotteshaus. Die Kirche ist mit einer Jehmlich-Orgel ausgestattet und der Taufstein ist eine Schenkung des Ruhlaer Messerschmiedezunft.

Trinitatiskirche und Friedhof Die Trinitatiskirche war die Kirche des einst gothaischen Ortsteils. Sie steht an der Köhlergasse, die als älteste der Stadt gilt, und wurde 1686 eingeweiht. Die kostbare Kanzel soll Herzog Ernst der Fromme um 1640 zunächst für seine Gothaer Schlosskirche in Auftrag gegeben haben, sie sei ihm aber dann zu prunkvoll gewesen, was dem pietistischen Zeitgeist entsprach. Sein Nachfolger Friedrich I. hat sie dann seinen Untertanen in Ruhla geschenkt. Den reich mit Reliefs verzierten Taufstein aus Kittelsthaler Alabaster stifteten 1684 die „Messerbeschaler Ütterodter Orts“. Die Kirche ist umgeben vom Bergfriedhof. Hier steige man den Treppenweg hinauf bis zum Waldrand, schöner Ausblick auf die Stadt. An in- und ausländische Opfer des zweiten Weltkrieges mahnt ein Ehrenmal in Form eines Obelisken (Granitblock).

Rathaus Die Stadtverwaltung Ruhla ist in dem historischen Gebäude, in der Carl–Gareis-Str. 16 untergebracht. Der Klinkerbau, als Teil einer ehemaligen Fabrikanlage, wurde ab 1996 saniert und wird seit September 1997 als Rathaus genutzt.

Bauhausensemble Von 1926 bis 1928 wurde in Ruhla ein einzigartiges Bauhausensemble mit Sozialwohnungen, Spielplatz, Stadtcafé und Konsum nach den Plänen des Architekten Thilo Schoder (1888-1979) errichtet. Beispielgebend war, dass in der Regel in jeder Wohnung zwei Zimmer, Küche sowie Toilette zu finden waren und dass sich im Dachgeschoss für jeden Treppenaufgang ein Gemeinschaftsbad befand, über dessen Benutzung ein Badeplan der Mieter entschied. Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz.

Scharfenburg im OT Thal Die in der Region als "Löttöpfchen" bekannte Burganlage, wurde 1137 erstmalig erwähnt, sie ist somit eine der ältesten Stein-Burgen in Westthüringen. Von der auf einem 396 m hohen, isolierten Bergkegel errichteten Burg sind noch Reste der Umfassungsmauer, des Torhauses und der vorgelagerten Wall-Graben-Befestigung zu sehen. Der imposante Bergfried (Rundturm) im Zentrum der Anlage wird heute als Aussichtsturm genutzt, im Inneren einige Schautafeln zur Burggeschichte.

Im 12. Jahrhundert wurde die Scharfenburg durch das Kloster Fulda zur Kontrolle wichtiger Straßenverbindungen über den Thüringer Wald erbaut. Als Pfandbesitz wechselte die Burg mehrfach den Besitzer (Herren von Stein, Herren von Frankenstein, Herren von Salza, Grafen von Henneberg, u.a.). Die Burg wurde im 15. Jh. mehrfach belagert und zerstört, als die Herren von Laucha diese Gegend als Raubritter unsicher machten. 1452 erwarben die Brüder Hans und Berthold von Uetterodt den Besitz und errichteten im Ort Thal ein festes Haus (Wasserburg), das heutige "Amtshaus".

Kloster Weißenborn im OT Thal Die bemerkenswerte Kirche von Thal und einige Nebengebäude gehen zurück auf eine mittelalterliche Klosteranlage. Im Jahre 1253 errichteten Mönche des Wilhelmiten-Ordens ihre erste Niederlassung in Thüringen - zunächst in einem kleinen Seitental des Erbstromes, dann, um 1300 noch einmal am "Heiligenstein", einem markanten Felssporn am Südrand der Gemeinde Thal. Die als Eremiten lebenden Mönche wurden von den Herren von Schlotheim unterstützt, welche das Land für den Klosterbau zur Verfügung stellten. Aufgabe der Mönche war, neben der seelsorgerischen Betreuung der umliegenden Siedlungen auch Hilfe zu leisten für die auf den Passtraßen des Ruhlaer Gebietes in Not geratenen Reisenden und Pilger (Herberge oder Spital). Bis zur Reformation wurde von den Mönchen auch die Wallfahrt zur Scharfenburg (Burgkapelle) betreut.

Aussichtspunkte Der Carl-Alexander-Turm ist der einzige Aussichtsturm im westlichen Thüringer Wald und besitzt 111 Stufen bei einer Höhe von 21 m. Er ist nur wenige Kilometer von Ruhla entfernt und befindet sich auf dem 639m hohen Ringberg. Von der Aussichtsplattform können der Thüringer Wald, Eisenach und die Wartburg, die Hörselberge, die Rhön, der Hohen Meißner, der Hainich und die Stadt Ruhla überblickt werden. Der Turm wurde 1867 im Auftrag von Hofrat Alexander Ziegler durch den Dresdner Baumeister Eduard Müller als Holzkonstruktion mit einer Höhe von 18 Metern erstmalig erbaut. Rings um die Stadt erschließen Wanderwege die schönsten Aussichtspunkte, zu denen der Emmytempel am Osthang des Ringberges, die Emilienruhe am Breitenberg, das Königshäuschen und die Bermerhütte zählen.

Die Ruine der 1137 erstmals erwähnten Scharfenburg, von deren Turm man einen Ausblick über des umliegende Land hat, findet man im Stadtteil Thal.

Exzellente Ausblicke in das nördliche und östliche Vorland oder zur Wartburg gewähren die Aussichtspunkte am Großen - und Kleinen Wartberg, am Meisenstein, am Gerberstein und am Wachstein.

Parks

mini-a-thür

Der Ort bietet die Ausstellung "mini-a-thür" (Klein-Thüringen) mit Miniaturmodellen vieler Thüringen-Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel das Carl-Zeiss Planetarium von Jena) in einem Freigelände. Im Winter sind die Modelle in einer Museumshalle zu bestaunen.

Der Dichterhain ist eine 1863 angelegte Gedenkstätte für bekannte Ruhlaer Bürger. Diese ist unweit der "mini-a-thür" Ausstellung zu finden.

Naturdenkmäler

Tropfsteinhöhle

Im Ortsteil Kittelsthal befindet sich die sehenswerte Kittelsthaler Tropfsteinhöhle. Diese wurde 1888 durch Bergbautätigkeiten entdeckt und schließlich 1896 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1968 wurde sie wegen notwendiger Bergsicherungsmaßnahmen geschlossen und 1992 nach erfolgter Rekonstruktion wieder für Besucher geöffnet. In der einzigen ausgebauten Tropfsteinhöhle Thüringens lassen sich Tropfsteingebilde bestaunen, welche ein Alter von mehreren tausend Jahren besitzen.

Weitere Höhlen

Die Bergwelt um Ruhla und Thal ist reich an Sagen, die von den hier bereits im Mittelalter bekannten Höhlen berichten. Das Backofenloch ist eine Höhle am Nordhang des Großen Wartberges über Seebach gelegen. Der Hohle Stein befindet sich bei Thal am Westhang des Schoßberges. Gegenüber, am Osthang des Spitzigen Stein liegt die Ritterhöhle, sie wird auch Alter Keller genannt. Am Rennsteig, nahe dem Forstort Zollstock ist die Rennsteiggrotte zu finden, eine durch Verwitterung überhängende Felswand.

Sport

In Ruhla gibt es ein Stadion (genannt Mittelwiese), dort finden des öfteren Fußballspiele des Vereins EFC 08 Ruhla (Erbstromtaler Fußball-Club) statt, dieser spielt in der Landesklasse West. Außerhalb des Stadions gibt es eine asphaltierte Freifläche für Inline-Skater und Skateboarder. In Ruhla selbst sowie im Ortsteil Thal ist jeweils ein Freibad vorzufinden. Ruhla ist ein Wintersportort. Es gibt gespurte Skiwanderwege, Skilanglaufloipen an der "Storchswiese", eine beleuchtete 1,5km - Technikloipe (mit Hinweistafeln zur jeweils besten Lauftechnik). Die Schanzenanlage "Alte Ruhl" hat vier Schanzen von 10m, 17m sowie von 37m alle mit Mattenbelag für die Sommernutzung, sowie eine 60 Meter Jugendschanze. Es ist die Trainingsstätte des TSG/WSC 07 Ruhla.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mai/Juni: Natur- und Stadtparkfest
  • Juni: Sommerskilauf
  • Juli: Rühler Kirmes, Schützenfest
  • Juli/August: Neptunfest im Ruhlaer Waldbad
  • August: Alexanderturmfest
  • August/September: Liesenbergfest
  • September: Köhlergassenfest (zum Tag des offenen Denkmals), Gemeindefest der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde
  • September: Kittelsthaler Kirmes
  • Oktober: Skiroller-Berglauf
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Entgegen der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung ist Ruhla durch seine topographische Situation stets benachteiligt. Eingeengt in einem schmalen Tal erstreckt sich die Kernstadt auf einer Länge von über 6 Km. Das innerstädtische Straßennetz der Kernstadt reduziert sich lediglich auf eine ausgebaute Hauptstraße. Durch zahlreiche Abrisse von Industriebrachen im Stadtzentrum mit Rathaus, Läden und Schulen konnte die Parkraumsituation befriedigend gelöst werden. Durch den Stadtteil Thal führt ein Abschnitt der B 88, der Ruhla mit Eisenach im Nordwesten und in östlicher Richtung über Seebach, Friedrichroda, Ohrdruf mit Ilmenau verbindet.

Die Bundesautobahn A 4 ist ebenfalls über diese Straße mit der zehn Kilometer nördlich der Stadt vorhandene Anschlussstelle (Wutha-Farnroda) zu erreichen.

Für Ziele im Westen und Süden muss der Rennsteig an der Glasbach oder der Gollert überquert werden, die B 19 ist dann über Bad Liebenstein und Barchfeld bzw. über Moorgrund und Bad Salzungen zu erreichen.

Bis 1967 endete im unteren Teil der Stadt eine von Norden kommende normalspurige Zugstrecke, die Rühler Bimmel.


Öffentliche Einrichtungen

  • Kulturhaus
  • Stadt- und Gymnasialbibliothek

Bildung

Im Gebiet der Stadt Ruhla gibt es drei Schulen, zum einen die beiden Grundschulen Breitenbergschule (direkt in Ruhla) und Grundschule Am Scharfenberg in Thal, zum anderen als weiterführende Schule das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Ruhla.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Sportler

In Ruhla aufgewachsen und wohnhaft ist der ehemalige nordische Kombinierer Marko Baacke. Er war zweimal Deutscher Jugendmeister, zweimal Deutscher Juniorenmeister, zweimal Vize-Juniorenweltmeister und im Jahre 2001 wurde er in Lahti/Finnland, mit erst 21 Jahren, Weltmeister im Sprint. Auf Grund eines schweren Sturzes beim Skispringen am 20. November 2001, wo ihm Milz und eine Niere entfernt werden musste, beendete er nach einem Comeback mit WC-Starts und WM-Teilnahme im September 2004 seine Karriere.

Eine weitere Skisportlerin aus Ruhla, die bisher viele Erfolge verzeichnen kann, ist Juliane Seyfarth. Sie wurde 2003 und 2004 Deutsche Schülermeisterin im Skispringen und 2004 auch Deutsche-Meisterin im Damenskispringen. Im Februar 2006 gewann die 15jährige das erste WM-Springen der Damen bei den 30. Junioren-Weltmeisterschaften.

Der in Ruhla aufgewachsene Ron Spanuth (WSC 07 Ruhla) gewann 2001 Bronze mit der Deutschen Langlaufstaffel zur Skiweltmeisterschaft in Lathi.

Dieter Neuendorf, ist ein ehemaliger Skispringer und wurde 1966 in Oslo Vizeweltmeister außerdem gewann er unter anderem Wettbewerbe am Holmenkollen und Skiflugveranstaltungen.

Klaus Baacke, der Vater des Weltmeisters Marko Baacke, wurde als Skilangläufer zweimal Seniorenweltmeister und vielfacher Deutscher Seniorenmeister. Er ist langjähriger und erfolgreicher Trainer des Ruhlaer Skisportnachwuchses.

Knut Handke, der mehrfacher Strongman Weltmeister war.

Weitere "Ruhlaer"

  • Hartmann Schenck (1634-1681): Schriftsteller und Pfarrer
  • Severus Ziegler (1747-1813): Gründer des Tabakpfeifenhandelsgeschäftes Gebrüder Ziegler
  • Johann Andreas Stumpff (1768-1846): Königlich Britischer Harfenmacher; Klavierbauer
  • Georg Heinrich Lux (1779-1861): Organist und Komponist
  • Johannes Cotta (1949-1868): Mitbegründer der Deutschen Burschenschaften, Theologe, Komponist
  • Ludwig Storch (1803-1881): Ruhlaer Heimatdichter und Schriftsteller
  • Friedrich Lux (1820-1895): Musiker und Komponist
  • Alexander Ziegler (Schriftsteller) (1822-1887): Reiseschriftsteller und Ökonom, Hofrat in Dresden
  • Otto Böttinger (1867-1942): Ruhlaer Heimatdichter
  • Arno Schlothauer (1872-1942): Ruhlaer Heimatdichter
  • Franz Donat Stehmann (1890-1960): Abenteuerschriftsteller

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

Quellen

  1. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 328, ISBN 3-88864-343-0
  2. Quellen zur Geschichte Thüringens. Die Geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen 1933-1945, II.Hbd, S. 473; ISBN 3-931426-83-1
Commons: Ruhla – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien