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Solarstrom

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Solarmodul an einer Autobahnbrücke

Solarstrom bezeichnet umgangssprachlich aus Sonnenenergie gewandelte elektrische Energie. Diese Energieform zählt zu den erneuerbaren Energien, da sie auf der Erde ständig zur Verfügung steht und die Sonne, nach menschlichen Maßstäben betrachtet, mit einer voraussichtlichen Brenndauer von noch etwa 5 Milliarden Jahren, eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle darstellt. Der Ressourcenverbrauch auf der Sonne wird dabei im Verhältnis zur menschlichen Zeitrechnung vernachlässigt.

Eingeschränkt wird die Verfügbarkeit durch verschiedene Faktoren, wie geographische Breite, Jahreszeit, Tageszeit, Wetterlage (zum Beispiel Umgebungstemperatur, Wolken, Lufteintrübung) und Verschattung durch Aufbauten, Bäume, Fahnenmasten und ähnliches.

Solarstrom kann durch Photovoltaikanlagen oder auch mit Sonnenwärmekraftwerken generiert werden. Die wichtigsten Kraftwerkstypen sind Solarfarmkraftwerke, Solarturmkraftwerke, Dish-Stirlingmotor-Anlagen und Thermikkraftwerke.

Solarstrom in Deutschland

Details zur aktuellen Förderung siehe Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Solarstrom wird in Deutschland bis auf Forschungsanlagen nur mit Photovoltaikanlagen produziert. Im Jahr 2006 wurden in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Leistung von mindestens 830 Megawatt installiert.Presseinfo vom Dezember 2007 zu den Zubauzahlen für 2006 Diese Zahl wurde durch die Fachzeitschrift Photon erhoben und gibt nur die nachgewiesenen Installationen an. Da bei der Erhebung allerdings die Zahlen einer Stromnetzbetreiber fehlten, war die tatsächliche Installation etwas höher, wenngleich man nicht genau sagen kann, wieviel. Für 2007 geht das Marktforschungsinstitut Europressedienst von einem Zubau von rund 1.500 Megawatt, für 2008 von 2.000 Megawatt aus.Bericht zum vom Europressedienst prognostizierten Zubau für 2007 und 2008

Deutschland war im Jahr 2006 Netto-Importeur von Solarmodulen, da die inländische Produktionsmenge an Solarmodulen mit 341 MW nicht ausreichte, die Nachfrage zu decken.

Bereits im Jahr 2004 wurden mit mindestens 610 Megawatt in Deutschland erstmals mehr Solarstromanlagen installiert als in Japan und den USA. Dieser Rekord bezieht sich allerdings nur auf die Installation und nicht wie oft angenommen auch auf die Herstellung der Anlagen. Mit weitem Abstand vor Deutschland führendes Herstellungsland für Solartechnik ist seit mehreren Jahren Japan.

Die deutschen Solarstrom-Unternehmen steigerten 2004 ihren Umsatz um 60 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Für 2005 wurde erneut ein zweistelliges Wachstum der Branche prognostiziert. Die Kosten für die Solarstromerzeugung werden laut EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auf alle Stromverbraucher umgelegt. Diese stiegen von 19 Mio. Euro im Jahr 1998 auf 998 Mio. Euro im Jahr 2006 (Quelle: Verband der Netzbetreiber). 2007 dürfte der von den Stromverbrauchern für Solarstrom zu zahlende Betrag auf 1,7 bis zwei Milliarden Euro steigen. Der Anteil von Solarstrom an der gesamten Stromerzeugung lag im Jahr 2006 bei rund 0,5 Prozent und wird im Jahr 2020 nach Prognosen aus der Leitstudie Ausbau Erneuerbare Energien des Bundesumweltministeriums mit etwas weniger als zwei Prozent zum deutschen Stromverbrauch beitragen.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat im April 2007 berechnet, dass die Förderung von Solarstrom durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz für die bis Anfang 2007 auf Dächern installierten Anlagen sich auf insgesamt 14,3 Mrd. Euro summiert. Das entspricht mit ca. 2,3 Mrd € pro Jahr in etwa der Höhe der jährlichen Steinkohlesubvention. Allerdings wird durch die dadurch gewonnene Steinkohle ein Vielfaches des Stroms erzeugt, wie durch Solarenergie.

Die Förderung für neu installierte Solaranlagen wird jeweils für zwanzig Jahre lang gewährt, weshalb die Betrachtung der Kosten für die Förderung immer nur eine Momentaufnahme ist und die bereits jetzt feststehenden weiteren Umlagen für die nächsten 19 Jahre noch nicht mit einschließt. Daneben wird Solarstrom mit Geld aus dem Bundeshaushalt gefördert, welches für zinsgünstige Kredite des Kreditprogramm "Solarstrom erzeugen" der KfW-Bankengruppe eingesetzt wird. Die nicht direkt ökonomisch bzw. volkswirtschaftlich messbaren positiven Effekte einer einheimischen, völlig umweltfreundlichen Energiequelle müssen bei einer Gesamtbetrachtung mit bewertet werden. Allerdings ist dies bei Solarstrom erst in der Langfristperspektive möglich, da Solarstrom momentan erst rund 0,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs abdeckt.

Die Einspeisevergütung wird für jede Neuanlage 20 Jahre lang gewährt, sie sinkt aber mit jedem Kalenderjahr der Inbetriebnahme um 5 Prozent (bei Großanlagen um 6,5 Prozent). Der Käufer erhält eigentlich im Laufe der Lebensdauer seiner Solaranlage den gesamten Kaufpreis plus einer Rendite von ca. 5 bis 10 Prozent zurückgezahlt. Allerdings waren Solarstromanlagen Anfang 2007 oftmals so teuer, dass für Käufer, die genau nachrechneten, keine ausreichende Rendite mehr zu erzielen war. Eine Solarstromanlage für normale Wohnbauten (d.h. mit Leistung kleiner 30 Kilowatt) sollte einschließlich Montage und Netzanschluss nicht mehr als 3.900 Euro netto kosten, damit eine ausreichende Rendite erzielbar ist. Auch die Zeitschrift Finanztest ermittelte in ihren Ausgabe Februar 2007, dass Solaranlagen teilweise nur eine Rendite von unter 3 Prozent erzielen.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Einspeisevergütung für Solarstrom, d. h. der Strompreis dieser Energieerzeugung über die 20 Jahre Laufzeit konstant bleibt, was von der konventionellen Stromerzeugung aufgrund der steigenden Brennstoffkosten nicht zu erwarten ist. Das bedeutet: Solarstrom wird immer billiger, konventioneller Strom immer teurer. Allerdings kostet Solarstrom mit aktuell knapp 50 Cent momentan noch rund das acht bis zehnfache von Strom an der Strombörse.

Die Vergütung nach Ablauf der 20 Jahre bis zum Lebensende der Anlage (25-30 Jahre) erfolgt ohne EEG-Förderung, zu dem dann marktüblichen Preis.

Bruttostromerzeugung aus Solarenergie

Entwicklung der Solarstromerzeugung in Deutschland

(Deutschland)

Jahr GWh Anteil am Bruttostromverbrauch
1990 1 0,000 %
1991 2 0,000 %
1992 3 0,001 %
1993 6 0,001 %
1994 8 0,002 %
1995 11 0,002 %
1996 16 0,003 %
1997 26 0,005 %
1998 32 0,006 %
1999 42 0,008 %
2000 64 0,011 %
2001 116 0,020 %
2002 188 0,032 %
2003 333 0,057 %
2004 557 0,092 %
2005 1.000 ca. 0,16%*
2006 0,25 % (vorläufiger Schätzwert VDN)

* Nach Bruttostromverbrauch von 2004

Zum Vergleich: Gesamtbruttostromverbrauch 1990: 550,7 TWh, 2004: 600,0 TWh (1 TWh = 1.000 GWh)

Quelle: BMU, Februar 2006; Bezugswerte Bruttostromverbrauch: DIW, Juli 2005 (PDF)

Solarstrom weltweit

Solarstrom aus Photovoltaikanlagen ist in Deutschland noch nicht wirtschaftlich konkurrenzfähig. Daher erhalten Inhaber von Photovoltaikanlagen eine Einspeisevergütung von ca. 37 bis 51 Cent pro Kilowattstunde, je nach Größe und Art der Anlage. Gezahlt wird die Einspeisevergütung von den betreffenden Energieversorgungsunternehmen, in deren Netz der Solarstrom eingespeist wird. Diese legen die von ihnen gezahlten Mehrkosten auf die deutschen Stromverbraucher um.

Wieviele Solarstromanlagen in einem Land installiert werden, hat nur wenig mit der dortigen Sonneneinstrahlung und somit der Stromproduktion der Anlagen zu tun. Wesentlich sind vielmehr die Höhe der Einspeisevergütung und das Volumen staatlicher Förderung. So fördert Spanien bis zum Jahr 2010 im Durchschnitt rund 80 MW pro Jahr. In Deutschland wurden hingegen im Jahr 2006 nach Angaben des Bundesumweltministeriums neue Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von 950 MW installiert. Ursache ist, dass Deutschland einerseits sehr hohe Einspeisevergütungen für Solarstrom zahlt und andererseits die maximal pro Jahr zu fördernde Menge an Solarstromanlagen nicht begrenzt.

Da viele Inseln keine eigenen Energieressourcen besitzen dient importiertes Dieselöl zur Stromerzeugung. Die Kosten pro Kilowattstunde werden stetig teurer, da die Kraftstoffpreise in den letzten Jahren stark angestiegen sind. So kostet Dieselkraftstoff an der NYMEX bereits 42 Cent/Liter. Auf Hawaii setzt mittlerweile ein Photovoltaik-Boom ein, da aufgrund der vielen Sonnenstunden im Jahr Strom aus Solarzellen billiger als Strom aus der Steckdose geworden ist.

Siehe auch