Prognose (Psychologie)
In der Psychologie ist die Prognose (Prognostik) ein Teilgebiet der Diagnostik. Eine Prognose ist also eine psychologisch-diagnostische Aussage z.B. über den Schul-, Studien- und Berufserfolg etc. oder auch über den Verlauf einer Psychischen Störung oder die Rehabilitation eines Straftäters.
Bei Einsatz einer geeigneten Kombination von Verfahren, professioneller Anwendung, Auswertung und Interpretation durch Psychologen, sind die Reliabilität und Validität dieser prognostischen Aussagen relativ hoch. Die Validität sinkt mit Zunahme des Prognosezeitraumes, also des Zeitraumes über den sich die Aussage ertrecken soll (eine prognostische Aussage über den Berufserfolg in 20 Jahren verfügt praktisch über keine Validität).
In Bereichen von prognostischen Aussagen in verkehrspsychologischen und in im weitesten Sinne beruflichen Kontexten (also auch inkl. Schule, Studium, Ausbildung, berufliche Rehabilitation) wird die psychologische Prognostik mit Abstand am häufigsten eingesetzt und ist hier in Bezug auf die wissenschaftliche Absicherung am weitesten Fortgeschritten.
Im Bereich der Forschung dominieren derzeit methodische Aspekte von Prognosen in der Rechtspsychologie, insbesondere Entwicklung und Evaluation mathematisch-psychologischer und psychometrisch statistischer Modelle in Bereichen der Kriminalprognose. So kann etwa mittels der Formel
durch Einsetzen der entsprechenden Variablen
- x1 = Alter in Jahren
- x2 = Geschlecht (0 oder 1)
- x3 = Anzahl der strafrechtlichen Verurteilungen in der Jugend
- x4 = Gesamtzahl der bisherigen Verurteilungen
- x5 = Zeit in Jahren, die seit der ersten Verurteilung vergangen sind
- x6 = Delikttyp (gemäß Tabelle)
die Rückfallwahrscheinlichkeit eines inhaftierten Straftäters ermittelt werden (Verfahren gemäß der Offender Group Reconviction Scale nach Hanson und Thornton).