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Verkehrsmuseum Nürnberg

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Haupteingang des Verkehrsmuseums

Das Verkehrsmuseum Nürnberg besteht aus dem DB Museum der Deutschen Bahn AG und dem Museum für Kommunikation in Nürnberg sowie zwei Außenstellen des DB Museums in Koblenz-Lützel (DB Museum Koblenz) und Halle (Saale) (DB Museum Halle). Es gehört zu den ältesten technikgeschichtlichen Museen in Europa. Seit Anfang Februar 2007 lautet der offizielle Name des DB Museums Firmenmuseum der Deutschen Bahn AG. Es ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).

DB-Museum

Salonzug König Ludwigs II.
Elektrolok der Baureihe EP5 (später E 52 bzw. 152) in der Fahrzeughalle

Geschichtliches

Der Vorläufer des heutigen DB Museums wurde im Jahre 1899 als königlich-bayerisches Eisenbahnmuseum eröffnet und ist damit das älteste Eisenbahnmuseum Deutschlands. Heute ist es als Museum der Deutschen Bahn AG ein Firmenmuseum und zeigt unter anderem die Bahngeschichte.

Am 1. Juli 1996 übernahm die Deutsche Bahn AG das Museum vom Bundeseisenbahnvermögen zum symbolischen Kaufpreis von einer D-Mark. Gleichzeitig wurde Jürgen Frenzke, zurvor Leiter des Museums Industriekultur in Nürnberg, zum Museumsleiter berufen. Die DB AG plante zu diesme Zeitpunkt, bis zum 100-jährigen Jubiläum des Museums sechs Millionen DM in das Museum zu investieren.[1][2]

Fahrzeugausstellung

Kanzelwagen-Salon des Gegenzuges der Henschel-Wegmann-Garnitur im Einsatz für den Blauen Enzian
Kanzelwagen des Gegenzuges der Henschel-Wegmann-Garnitur im Einsatz für den Blauen Enzian

In der Ausstellung mit historischen Schienenfahrzeugen befinden sich etliche bedeutende Exponate:

  • Teile des Salonzugs des bayerischen Königs Ludwig II.
  • die Stromlinienlokomotive 05 001
  • ein TEE-Dieseltriebzug aus den fünfziger Jahren
  • ein Originalkohlewagen aus dem Jahr 1829 (Dauerleihgabe vom National Railway Museum York) aus dem Kohlebergwerk South Hetton in England, es ist das älteste erhaltene Eisenbahnfahrzeug auf dem europäischen Festland
  • die älteste im Original erhaltene Dampflokomotive Deutschlands Nordgau (Baujahr 1853)
  • die bayerische Schnellzuglokomotive S 2/6
  • die rote Schnellzuglokomotive E 19 12
  • ein Fragment des Dieseltriebwagens SVT 877 „Fliegender Hamburger“
  • ein Mock-up eines Teils von einem Endwagen des ICE 3

Ein Teil der Originalfahrzeuge befindet sich nicht direkt im Museum, sondern in der Fahrzeughalle, die neben dem Freigelände des Museums auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt. Darüber hinaus besitzt das Museum eine Reihe historischer Fahrzeuge, die für Sonderfahrten eingesetzt werden können.

Modellsammlung

Eine weitere Abteilung stellt auf 1000 Quadratmetern die im Maßstab 1:10 gehaltene Modellsammlung des DB Museums mit 160 Modellen aus, die seit Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sind und durch hohe Detailgenauigkeit bestechen. Die ersten entstanden 1882 durch Lehrlinge der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen.

Das Museum bietet außerdem einen begehbaren Tunnel, Bahnübergänge, sowie Signale und Weichen, die bewegt werden können, mit Licht und Sound ausgestattete Modelle und Fahrsimulatoren.

Modelleisenbahn

Modelleisenbahn im Museum Nürnberg

Eine große Modellbahnanlage demonstriert den Bahnbetrieb beim Vorbild. Sie wird stündlich vorgeführt und durch ein originalgetreues Stellwerk gesteuert.

Bibliothek

Im Gebäude des DB Museums ist eine Bibliothek mit etwa 40.000 Titeln rund um die Bahn untergebracht. Die Präsenzbibliothek kann werktags nach Anmeldung kostenlos genutzt werden. Sie ist auch an die Fernleihe angeschlossen.

Schäden durch den Brand vom 17. Oktober 2005

Überreste der ausgebrannten Loks im Lokschuppen Gostenhof. Vorne die ehemalige Hofer V 100 1023

Ein fahrtüchtiger Nachbau des Adlers, der Lokomotive der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, aus dem Jahr 1935 wurde am Abend des 17. Oktobers 2005 beim Brand des Ringlokschuppens des Museums stark beschädigt. Offiziell wird der Adler 2010 wieder fahren. Die Aufbereitung wurde im Dampflokwerk Meiningen von Lehrlingen und erfahrenen Fachleuten durchgeführt. Nach zwei Jahren der Rekonstruktion war der Adler im Oktober 2007 wieder einsatzbereit und traf am 23. November 2007 wieder im Verkehrsmuseum Nürnberg ein.[3] [4] Ein weiterer, jedoch nicht funktionsfähiger, Nachbau von 1953 ist als Schauobjekt im Museum noch vorhanden.

Ebenso fielen die jeweils letzten erhalten gebliebenen Exemplare der Güterzug-Dampflokomotivbaureihe 45, der Elektrolokomotivbaureihe E 75 und weitere Exponate – vor allem Lokomotiven – sowie zahlreiche Ersatzteile dem Brand zum Opfer oder wurden zumindest schwer beschädigt.

Insgesamt wurden 24 historische Loks und Wagen Opfer der Flammen. Die Dampfloks sollen langfristig wieder instand gesetzt werden, ebenso die E 75. Die aufgrund ihrer Leichtbauweise irreparabel beschädigten Dieselloks und Triebwagen wurden bis Juli 2006 verschrottet. Der abgebrannte und teilweise eingestürzte Lokschuppen wurde zuvor abgerissen. Einige Loks wurden zur Aufarbeitung an Eisenbahnmuseen verkauft oder geliehen. So kam zum Beispiel die 23 105, die 1959 von der Bundesbahn als letzte Dampflok beschafft wurde, zur optischen Aufarbeitung leihweise an das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn.

Der Lokschuppen befand sich nicht – wie die Fahrzeughalle – im für Besucher zugänglichen Freigelände in unmittelbarer Nähe des Museums, sondern in ca. vier Kilometern Entfernung. Er diente zur Abstellung noch betriebsfähiger Lokomotiven, die im Museum keinen Platz fanden.

Außenstelle des DB-Museums in Koblenz

Im Koblenzer Stadtteil Lützel befindet sich eine Außenstelle, in der mehrere Fahrzeuge untergebracht sind, darunter mehrere Schnellzug-Elektrolokomotiven der Baureihe 103, E 44, E 16 und mehrere Salonwagen des Sonderzugs Adolf Hitlers. Daneben ist eine unter strengen Denkmalschutzauflagen restaurierte Preußische T 3 zu sehen, die über Jahrzehnte als Spielgerät auf dem Kinderspielplatz des Kölner Zoos stand. Derzeit werden außerdem zwei beim Großbrand in Nürnberg beschädigte Dampflokomotivexponate aufgearbeitet.

Außenstelle in Halle (Saale)

Das ehemalige Bahnbetriebswerk in Halle (Saale) ist Außenstelle des Nürnberger Museums. Gezeigt werden dort insbesondere Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn z.B. die Dampflokomotive 03 1010, die Elektrolomotiven E 11 001, E 18 31.

Betreut werden die Fahrzeuge von der BSW Gruppe Bw Halle

Museum für Kommunikation

Das Museum für Kommunikation im Verkehrsmuseum ging aus dem königlich-bayerischen Postmuseum hervor und wurde 1902 in das Verkehrsmuseum integriert. Es zeigt über 500 Jahre Geschichte der Post und der Nachrichtenübermittlung in Bayern vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung der Postbeförderung, des Reisens mit der Post, der Telegrafie und des Telefons. Ausgestellt sind auch Originalfahrzeuge wie Postkutschen und Kraftfahrzeuge sowie technische Geräte vom frühen Telegrafen über Fernschreiber und Fernvermittlungsanlagen bis hin zum Nachrichtensatelliten.

Mehrere historische Bahnpostwagen befinden sich aus Platzgründen im Bahnpark Augsburg.

Charter- und Touristikzüge

Das Verkehrsmuseum Nürnberg besitzt mehrere Wagengarnituren,nicht alle sind in Nürnberg stationiert, die im Touristik und Charterverkehr eingesetzt werden u.a.

Literatur

  • Werner Willhaus: 100 Jahre Verkehrsmuseum Nürnberg. Eine Legende feiert Geburtstag. In: Eisenbahn-Kurier. Nr. 322/Jahrgang 33/1999. EK-Verlag GmbH, ISSN 0170-5288, S. 54-58.

Siehe auch

Film

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Einzelnachweise

  1. Meldung Deutsche Bahn AG übernimmt das Verkehrsmuseum Nürnberg. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 45, Nr. 1/2, 1996, S. 1.
  2. Meldung Symbolische Schlüsselübergabe in Nürnberg.. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 45, Nr. 9, 1996, S. 513.
  3. Nürnberger Nachrichten vom 24.10.2007
  4. Bildergalerie zum Thema "Adler wieder unter Dampf" der Thüringer Allgemeinen vom 24.10.2007