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Biester (Film)

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Film
Titel Biester (alternativ: Blutiger Engel)
Originaltitel La cérémonie
Produktionsland Deutschland/Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahre 1995
Länge 86 Minuten
Stab
Regie Claude Chabrol
Drehbuch Claude Chabrol, Caroline Eliacheff
Produktion Christoph Holch, Marin Karmitz, Ira von Gienanth
Musik Matthieu Chabrol
Kamera Bernard Zitzermann
Schnitt Monique Fardoulis
Besetzung

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Biester ist ein Film typischer Claude Chabrol Film der hinter die äussere Fassade der Menschen blickt, in deren menschliche Abgründe, ohne dabei zu urteilen oder zu moralisieren. Regisseur Claude Chabrol drehte im Jahre 1994/95 in Saint-Coulomb, Ille-et-Vilaine und in Saint-Malo. Das Drehbuch schrieben Claude Chabrol und Caroline Eliacheff, nach einer Romanvorlage von Ruth Rendells Roman "A Judgment in Stone".

Handlung

Sophie ist eine sehr stille und fast schon unterwürfig bescheidene Angestellte im Haushalt der reichen und vornehmen Familie Lelievre. Ihren Analphabetismus weiss sie geschickt hinter immer neuen Ausreden zu verbergen. Sie lernt bei einer ihrer Einkäufe die Postangestellte Jeanne kennen, die sie sofort nach ihren Arbeitgebern auszufragen beginnt. Eines Tages klingelt Jeanne bei Sophie um die Post zuzustellen und beginnt das Haus der Familie zu besichtigen. Die stille Sophie lässt die dynamische Jeanne gewähren, obwohl Jeanne in Privaträume eindringt und sogar den Kleiderschrank von Madame durchschaut und sich anschließend einfach ein Buch ausw der Bibliothek mitnimmt. Aus den negativen Kommentaren von Jeanne wird ersichtlich dass sie die reiche Familie um ihr Heim und Geld, und Madame Lelievre um ihren Status beneidet. So erzählt sie Sophie dass sie Catherine Lelievre noch kenne, als sie beide als Model arbeiteten. Sophie glaubt Jeannes Erzählungen und beide schließen Freundschaft und verbringen immer mehr Zeit miteinander. Jeanne warnt Sophie die bourgeoise Ausbeutung ihrer Arbeitskraft durch die Lelievres nicht einfach so hinzunehmen und sich gegen Arbeitsaufträge ruhig zu wehren.

Als beide zusammen Sophies Geburtstag feiern, zeigt Jeanne Sophie einen Artikel mit ihrem Bild. In diesem Artikel wird über einen Hausbrand berichtet bei dem ein Rentner starb, seine unter Verdacht stehende Tochter aber mangels Beweise freigesprochen wurde. Sophie gibt zu dass es sich bei dem Haus um ihr Elternhaus handelte und der Richter ihr keine Schuld nachweisen konnte. Ebenso fragt Sophie Jeanne was an den Gerüchten um sie echt wäre, sie habe ihre vierjährige Tochter so loange misshandelt bis sie starb. Unter Lachen sagt Jeanne man habe ihr nichts nachweisen können und beschreibt die Tat als unglückliches Versehen.

Georges Lelievre, der schon länger den Verdacht hat dass Jeanne die Familie ausspioniert, beschwert sich eines Tages bei ihr dass seit sie die Postfiliale leite, alle Briefe geöffnet ankommen. Der Streit zwischen beiden eskaliert, Georges Lelievre ohrfeigt Jeanne und verlässt erzürnt das Postamt. Im gleichen Moment belauscht Sophie ein Gespräch zwischen der Tochter der Hauses und ihrem Freund, indem Melinda ihrem Freund gesteht schwanger zu sein.

Bei einem harmlosen Gespräch zwischen Melinda und Sophie findet Melinda heraus dass Sophie nicht lesen kann, verspricht ihr aber zu helfen und nichts zu verraten. Völlig entsetzt über diese Entlarvung droht Sophie Melinda ihre Schwangerschaft ihren Eltern zu verraten, wenn sie etwas über ihren Analphabetismus sagt. Als Melindas Eltern nachhause kommen und Melinda weinen vorfinden kommen Schangerschaft und Sophies Problem heraus. Wütend über den Erpressungsversuch von Sophie kündigt Georges Lelievre Sophie und fordert sie auf Jeanne ab sofort nie wieder in das Haus zu lassen.

Später treffen sich Sophie und Jeanne und schauen zusammen fern. Jeanne fährt Sophie später nachhause und betritt trotz Sophies Warnung das Haus. Im Wohnzimmer sitzt die ganze Familie zusammen um eine Oper von Mozart zu sehen und die Musik per Mikrophone aufzunehmen, niemand bemerkt Sophie und Jeanne. Als beide sich noch eine heisse Schokolade machen wollen um dann Sophies Kleidung zu packen, geht Jeanne in das Schlafzimmer von Herrn und Frau Lelievre beginnt zu randalieren. Angestachelt beginnt auch Sophie die Kleider ihrer Arbeitgeber zu zerreissen. Nachdem das Schlagzimmer zerstört ist, gehen beide wieder in die Küche und spielen mit den Jagdgewehren herum. In diesem Moment, durch Geräusche aufmerksam gemacht, betritt Georges Lelievre die Küche. Als er Jeanne das Gewehr abnehmen will um beide aus dem Haus zu weisen, erschießt Sophie ihn. Ungerührt betreten beide das Wohnzimmer und erschießen die ganze Familie. Als Sophie und Jeanne bereden was sie der Polizei sagen werden, geht Jeanne völlig ungerührt zu ihrem Auto, während Sophie den Tatort "aufräumt". Auf der Landstraße würgt Jeanne ihr Auto ab und wird in diesem Moment von einem anderen Auto gerammt, sie stirbt durch den Unfall. Als Sophie die Aufräumarbeiten im Haus der Lelievres beendet hat läuft sie zur Straße um zur Polizei im nächsten Ort zu gehen. Sie beobachtet aus der Ferne den Leichenwagen der gerade Jeannes Körper wegbringt und wie ein Polizist ihr Auto untersucht. Auf dem Rücksitz liegt der von Jeanne entwendere Rekorder aus dem Wohnzimmer der Lelievres mit dem die Oper aufgemommen wurde. Ein Polizist betätigt die Wiedergabetaste und die Oper erklingt durch die Nacht, kurz danach hört man den ersten der aufgenommenen Schüsse.