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Diskussion:Ontologischer Dualismus

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Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. August 2007 um 10:03 Uhr durch JonValkenberg (Diskussion | Beiträge) (Ablästern). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

Letzter Kommentar: vor 17 Jahren von JonValkenberg in Abschnitt Ablästern

Ablästern

Mary ist eine auf Farbensehen spezialisierte Physiologin, die seit ihrer Geburt in einem schwarz-weißen Labor gefangen ist und noch nie Farben gesehen hat. Sie kennt alle physischen Fakten über das Sehen von Farben, weiß jedoch nicht, wie Farben aussehen. Jacksons Argument gegen den Materialismus ist nun recht kurz: Mary kennt alle physischen Fakten über das Sehen von Farben. Sie kennt dennoch nicht alle Fakten über das Sehen von Farben. Also gibt es nicht-physische Fakten. Also ist der Dualismus wahr Das regt mich unheimlich auf, sowas als Philosophie zu bezeichnen!

Gegenargumente:
  1. Die Frau ist selbst nicht schwarz-weiß.
  2. Es ist unmöglich, einenen Menschen ein Leben lang in einem schwarz-weißen Labor gefangen zu halten.
  3. Sie wird zumindest bei ihrer Geburt Farben wahrgenommen haben, und sich dieser sicherlich unterbewusst gewahr sein.
  4. Menschen halluzinieren auch. Wenn sie sich den Kopf stößt, oder träumt, wird sie das in Farbe tun, in den primitiven Farben, die sie kennt. Und das sind immerhin schwarz, weiß, rot, (Hautfarben) und gelb(Sonnenlicht) plus ihrer Haarfarbe(braun-blond-rot-schwarz-(und Mischungen daraus)).

Also müsste man sie nach ihrer Geburt fesseln, die Augen verbinden/auspieken, und dafür sorgen, dass sie nie mit der wirklichen Welt nicht, aber auch nie(!) in Kontakt kommt. Wahnsinn. Das Problem bei obigen Beispiel ist wiederum, dass Menschen, wenn sie keinen Reizen ausgesetzt sind, anfangen, zu halluzinieren. Und das geschieht immer bunt, oder in den Abstufungen, die sie kennt. Und sie wird welche kennen.... So. Jetzt gehts mir besser. Irgendwer gegenargumente?: Meine Argumente würden diese Therie umstoßen. Sie ist einfach imaginär. Also ist -dieser- Dualismus imaginär ---Kitsune 23:01, 15. Jan 2006 (CET)

Es ist nicht schlimm, das zu kritisieren. Hier soll aber doch nur dargestellt werden, wie Dualisten denken. Du bist nicht der erste, der Gegenargumente bringt. - Gibt es angeborene Ideen? die ganze Philosophiegeschichte beschäftigt sich mit dem Thema. John Locke sucht einen empirischen Ausweg, dann Kant usw. alles sehr spannend. Schmöker mal ein bisschen in der Philosophiegeschichte.PaCo 00:58, 16. Jan 2006 (CET)
Hallo,-Kitsune. Auch wenn ich nicht glaube, dass das Marygedankenexperiment überzeugend ist, so glaube ich dennoch nicht, dass Deine Kritik erfolgreich ist. Hier geht es nicht um nachbaubare Situationen, sondern um philosophische Gedankenexperimente, wovon es noch viel verrücktere gibt: Eingetankte Gehirne, die Welt als Traum, Zwillingswelten, Zombies usw. Deren Ziel ist es nicht realistische Szenarien zu entwerfen, sondern zu überlegen, was in einer solchen Situation der Fall wäre. Und Jacksons Idee ist die: Angenommen es gäbe eine Situation - so unrealistisch sie sein mag - in der eine Person alles physiologische Wissen über Farben hat, aber selbst noch nie welche gesehen. Würde eine solche Person etwas neues lernen, wenn sie das erste mal Farben sieht? Und diese Frage ist m.E. zumindest eine interessante Herausforderung. --Davidl 01:15, 16. Jan 2006 (CET)
Das ist sehr, sehr abstrakt, nicht? Ich würde sie zwar in dieser Hinsicht bejahen,Davidl, denn es ist ihr erster subjektiver Kontakt mit Farben(Gefühlswerte). Da aber dieses Experiment absolut nicht möglich ist, bzw., sich dieses in einer anderen Welt abspielt(der Welt der abgeschlossenen Räume ;]), ist es leider praktisch wertlos. Es ist eben kein Bezug da, außer, dass die Frau Mary heißt, was ja bei uns auch möglich ist. Zudem wäre Mary wohl eine ziemlich stupide Nuss(wenn ich das jetzt mal so sagen darf), wenn sie ihr leben lang Farben in einem Schwarz-weißen Zimmer studierte... :) Naja. Wenn es das Anliegen des Dualismus ist, in einem imaginären Raum mögliche Fragen aufzuwerfen, und diese zu beantworten, gerne. Ich verstehe nur das Ziel, die Motivation dahinter nicht ganz.---Kitsune 18:38, 16. Jan 2006 (CET)

Kitsune: Das ist nicht des Anliegen des Dualismus; Gedankenexperimente sind eine Methode. --- Das Gedankenexperiment Mary scheint mir nicht Jacksons Schlüsse zu rechtfertigen. Das Einwirken farbigen Lichts auf Marys Gehirn bewirkt physiologische Veränderungen. Die sprachliche Reaktion des Mary-Gehirns mag dann beispielsweise sein: "Oh wow!". Wo spielen da nicht-physische Fakten eine Rolle? Überdies scheint mir das Argument einen Zirkelschluss zu beinhalten. --JoVV 10:03, 8. Aug. 2007 (CEST)Beantworten

Review

War ein URV-Opfer und ist daher von mir neu geschrieben worden. Leider noch alles andere als perfekt. Hoffe auf Anregungen und Unterstützung.--Davidl 19:31, 19. Dez 2005 (CET)

Hallo David, der Artikel ist schon sehr schön, aber sehr stark aus der Sicht der PdG geschrieben. Ich vermisse Aristoteles (Stoff und Form) und in Analogie der modernen Dualismus von Teilchen und Welle in der Physik. Anregungen im Sinne von Begriffspaaren sind: Umfang und Inhalt eines Begriffs (Wort und Gegenstand bei Quine), Schema und Inhalt, Kontingenz und Notwendigkeit, synthetisch - analytisch, pragmatisch - semantisch, Wahrheit kraft Bedeutung - Wahrheit kraft Erfahrung. Diese Begriffspaare zeigen wie eng die Themen in der Philosophie ineinander greifen. Eine konkrete Idee, wie und wo man das einbauen kann, habe ich leider nicht. Gruß --Lutz Hartmann 09:58, 28. Dez 2005 (CET)

Review beendet, 4 Wochen kein neuer Eintrag. --hhp4 µ 09:14, 10. Feb 2006 (CET)

Lesenswert-Diskussion

Unter Dualismus (von lateinisch duo = zwei) versteht man die These von der Existenz von zwei einander ausschließenden Typen von Entitäten. In der traditionellen Philosophie wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um materielle und immaterielle Typen handelt.

  • pro - und noch ein Artikel aus der Philosophieschmiede, den ich bei der Auswertung der Wikipedia:Aktion Winterspeck gefunden habe. (da kommt noch einiges, Zeit zum lesen ist nur knapp ;O) -- Achim Raschka 11:29, 22. Mär 2006 (CET)
  • Pro ein sauberer, klarer Artikel, der einen guten Überblick zu dem Begriff liefert. --Lutz Hartmann 13:01, 22. Mär 2006 (CET)
  • Ueberwiegend pro, aber andererseits... Den Abschnitt ueber sprachlichen Dualismus koennte man mit einigem Gewinn auch weglassen. Merkwuerdig finde ich ausserdem, dass Dualismus in der antiken Metaphysik und religiöser Manichaeismus erst gegen Ende unter ferner liefen erwaehnt werden, aber offenbar fuer die abendlaendische Philosophiegeschichte weniger wichtig gefunden werden als etwa das Yin und Yang. Und das, obwohl schon eingangs en passant bemerkt wird, dass Dualismus bei Hyde und Leibniz noch den Gegensatz von Gut und Boese meint. Fehlt da nicht etwas, auch fuer das Verstaendnis der neuzeitlichen Philsophie, wenn Platon, Aristoteles e tutti quanti unter den Tisch fallen und nicht vielleicht auch dargestellt wird, dass dem Dualismus seit Augustins eigenem Abfall vom Manchiaeismus bereits ueber ein gutes Jahrtausend von christlichen Theologen und Philosophen der Garaus gemacht worden war?--Otfried Lieberknecht 03:04, 24. Mär 2006 (CET)

Pro--Mario todte 13:14, 24. Mär 2006 (CET)

  • Pro Ein toller Artikel! Gruß --Cascari 18:53, 24. Mär 2006 (CET)
  • Pro Ja, hier kann man ohne weiteres sagen, der Artikel ist lesenswert. mfg Torsten Schleese 20:24, 26. Mär 2006 (CEST)
  • pro -- wenn auch noch ausbaufähig (was z.B. passierte zw. Antike und Descartes auf diesem Gebiet?) - SK 17:33, 28. Mär 2006 (CEST)

Kleinigkeit

  • "Stimmt Kripkes Analyse, so gibt es keinen Fall, in dem X vorstellbar aber nicht möglich ist." - Habe gerade nicht die Muße, länger drüber nachzudenken, aber sollte es nicht heißen: Stimmt Kripkes Analyse dieses Beispiels, ist damit noch kein schlüssiger Einwand gegen ... formuliert? (Vermutlich bin ich nur grad verwirrt ;) Ca$e 10:36, 23. Mai 2006 (CEST)Beantworten
Danke, Du hast recht. Es fehlte Kripkes Behauptung, dass sich das Beispiel generalisieren lässt. Ist jetzt drin. --Davidl 11:45, 23. Mai 2006 (CEST)Beantworten

Ähem...

  • Sicherlich ein brauchbarer Artikel für ein philosophisches Fachlexikon. Aber: Ich verstehe hier meistens nur Bahnhof. Könnte man vielleicht den Artikel etwas umformulieren, so daß die berühmte Oma, der 16-jährige Schüler oder der kleine, dicke Dark Avenger auch seinen Nutzen draus ziehen könnte? Schreiben wir hier nur für die Eliten ? Es kratzt sich am Kopf--Dark Avenger 16:38, 28. Sep 2006 (CEST)

"Erkenntnistheoretischer Dualismus" nach Kant

Es gibt wohl ein Werk eines Tobias Schlicht "Erkenntnistheoretischer Dualismus. Das Problem der Erklärungslücke in Geist-Hirn-Theorien". Hier eine Beschreibung des Buches:

Die vorherrschende Position in den zeitgenössischen Debatten zum Leib-Seele-Problem ist der Physikalismus, demzufolge geistige Phänomene auf physische Vorgänge reduzierbar sind. Allerdings besteht eine Erklärungslücke zwischen physikalistischen Beschreibungen etwa neurophysiologischer Vorgänge einerseits und dem subjektiven Charakter bewussten Erlebens andererseits. Daraus folgern einige Dualisten die grundsätzliche ontologische Verschiedenheit des Bewusstseins von physischen Phänomenen. In diesem Beitrag wird für eine alternative Sicht auf diese Problematik argumentiert, und zwar für eine nichtreduktive Position, die man als "Erkenntnistheoretischen Dualismus" bezeichnen kann. Diese kann sowohl vom Physikalismus als auch vom ontologischen Dualismus unterschieden werden. Es wird gezeigt, dass Kant diese Position implizit als Folge seiner Erkenntniskritik in der "Kritik der reinen Vernunft" vertritt. Denn auf der einen Seite betont er die Erklärungslücke zwischen Geistigem und Physischem. Seine Theorie der Subjektivität, die er in der "Transzendentalen Deduktion" entwickelt, liefert eine Begründung dafür, dass die Erklärungslücke prinzipiell nicht auf empirischem Wege geschlossen werden kann, wie es die Physikalisten versprechen. Auf der anderen Seite betont Kant in seiner Kritik an Descartes' Substanzendualismus, dass eine ontologische Folgerung aus dieser Erklärungslücke nicht gerechtfertigt ist, obwohl der Physikalismus dadurch als explanatorisch inadäquat gekennzeichnet ist. So erweist sich Kants rein erkenntnistheoretischer Dualismus als origineller dritter Weg zwischen reduktionistischem Physikalismus und ontologischem Dualismus.

Den Artikel damit zu ergänzen, würde ihn wohl aufwerten. Wer das Buch gelesen hat, kann sich ja mal die Zeit dafür nehmen... :)