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Figuren der Sherlock-Holmes-Erzählungen

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In diesem Artikel werden Figuren aus Sir Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Erzählungen vorgestellt.

Sherlock Holmes

Siehe Sherlock Holmes

Dr. Watson

Siehe Dr. Watson

Professor Moriarty

Siehe Professor Moriarty

Sebastian Moran

Colonel Sebastian Moran stammt aus dem Umfeld von Professor James Moriarty. Er ist nach diesem der „zweitgefährlichste Mann in London“. Der Charakter taucht allerdings mehr in der Sekundärliteratur und in Sherlock-Holmes-Filmen auf, als in den eigentlichen Holmes-Romanen.

Datei:Moran-holmes.jpg
Die Gefangennahme von Col. Sebastian Moran durch Sherlock Holmes, Illustration von Sidney Paget

Sebastian Moran wurde 1840 in London als Sohn von Sir Augustin Moran, C.B., einem ehemaligen britischen Gesandten in Persien geboren. Moran wurde am Eton College in Eton und Oxford ausgebildet und diente beim 1. Bangalore Pionier Corps in Indien. Er nahm am Jowaki-Feldzug, im Afghanistan-Feldzug, sowie in Charasiab, Sherpur und Kabul teil. Er wohnt in der Conduit Street, London und gehört den Clubs „Anglo Indian“, „Tankerville“ und „Bagatelle Card Club“ an.

Sebastian Moran ist Autor der Bücher „Grosswild im westlichen Himalaya“ (Heavy Games of the Western Himalya, 1881) und „Drei Monate im Dschungel“ (Three Month in the Jungle, 1884). In Indien wohnte Moran in der Auckland Villa in Lahore und gehörte den Clubs „Punjab“ in Lahore, „Old Shikari“ in Bombay und „Black Hearts“ in Shimla [1] an.

Colonel Sebastian Moran war anwesend, als Moriarty die Reichenbach-Fälle in der Schweiz hinunterstürzte und dabei scheinbar Sherlock Holmes ebenfalls mit in den Tod riss. Er versuchte vergeblich den Tod Moriartys zu rächen. Moran wurde von Sherlock Holmes nach dessen „Wiederauferstehung“ im Roman „The Empty House“ (Das leere Haus, 1903) gefangen genommen. Er hatte versucht, Holmes von der gegenüberliegenden Seite des Hauses Baker Street 221b mit einem speziellen Luftgewehr (einer so genannten Windbüchse) zu ermorden. Holmes hatte den Anschlag vorausgeahnt und erwartete Moran zusammen mit Dr. Watson und Polizisten im leeren Haus, von wo aus Moran nur auf eine Kleiderpuppe geschossen hatte [2].

Sherlock-Holmes-Filme mit Colonel Moran

  • The Return of Sherlock Holmes (1929), mit Donald Crisp als Colonel Moran, Clive Brook als Sherlock Holmes und H. Reeves-Smith als Dr. Watson
  • The Sleeping Cardinal (1931), mit Louis Goodrich als Colonel Sebastian Moran, Arthur Wontner als Sherlock Holmes und Ian Fleming als Dr. John H. Watson (das ist allerdings nicht der Bond-Schriftsteller Ian Fleming!, sondern ein gleichnamiger Schauspieler)
  • The Triumph of Sherlock Holmes (1935), mit Wilfrid Caithness als Col. Sebastian Moran, Arthur Wontner als Sherlock Holmes und Ian Fleming als Dr. John H. Watson
  • Silver Blaze (1937), mit Arthur Goullet als Col. Sebastian Moran, Arthur Wontner als Sherlock Holmes und Ian Fleming als Dr. John H. Watson

Mycroft Holmes

Mycroft Holmes, Illustration von Sidney Paget

Mycroft Holmes ist der ältere Bruder von Sherlock Holmes. Mycroft ist ein hochbegabter Politikberater in britischen Diensten. Angeblich soll er die „Methode der Deduktion“ noch besser beherrschen als sein Bruder, der ja selber schon - wie jedem Holmes-Anhänger bekannt - ein Meister auf diesem Gebiet ist. Mycroft Holmes tritt außer bei Doyle auch in der Holmes-Parodie „Das Privatleben des Sherlock Holmes“ aus dem Jahre 1970 in der Rolle des (regierungsamtlichen) Bösewichts auf. In zahlreichen Sherlock-Holmes-Pastiches (Nacherzählungen anderer Autoren) wird die Rolle des Mycroft Holmes als grauer Eminenz des britischen Geheimdienstes verfestigt.

Auch außerhalb der Welt des Sherlock Holmes wird auf die Figur Mycrofts Bezug genommen.

In Alan Moores The League of Extraordinary Gentlemen tritt Mycroft Holmes als Leiter des britischen Nachrichtendienstes auf. Sein Kürzel ist „M“, eine zusätzliche Anspielung auf James Bond.

Robert A. Heinlein benennt in seinem Roman „Revolte auf Luna“ (Original: The Moon is a Harsh Mistress) nach Holmes einen Computer Mycroft oder Mike.

Aussehen

Mycroft Holmes wird oft als mittelgroßer Mann mit abnehmendem Haaransatz und etwas kräftigerer Statur beschrieben. Seine Kombinationsgabe ist der seines Bruders sehr ähnlich, auch wenn er sich nicht selten auf bequemere und unkompliziertere Lösungen eines Falles beschränkt. In den Verfilmungen wird er oft als einfältig, hochmütig, verfressen und leichtgläubig dargestellt.

Mycroft Holmes als Namensgeber

In Anspielung auf Mycroft Holmes werden die Such-Plugins für Mozilla-basierte Webbrowser auch Mycroft Plugins genannt. Dies ist zugleich eine Anspielung auf die von Apple programmierte Suchtechnologie namens Sherlock.

Mycroft Holmes in Verfilmungen

  • The Bruce Partington Plans (1922), dargestellt von Lewis Gilbert
  • Sherlock Holmes größter Fall (A Study in Terror, 1965), dargestellt von Robert Morley
  • Das Privatleben des Sherlock Holmes (The Private Life of Sherlock Holmes, 1970), dargestellt von Christopher Lee
  • Kein Koks für Sherlock Holmes (The Seven-Per-Cent Solution, 1976), dargestellt von Charles Gray
  • The Adventures of Sherlock Holmes and Dr. Watson: Bloody Signature (Priklyucheniya Sherloka Kholmsa i doktora Vatsona: Krovavaya nadpis, 1979), dargestellt von Boris Klyuyev (Fernsehserie in Russland)
  • Adventures of Sherlock Holmes and Dr. Watson: The Twentieth Century Approaches (Sherlok Kholms v dvadtsatom veke, 1986), dargestellt von Boris Klyuyev (Fernsehserie in Russland)
  • Sherlock Holmes muß sterben (Hands of a Murderer, 1990), dargestellt von Peter Jeffrey
  • The Royal Scandal (2001), dargestellt von R.H. Thomson (engl. Fernsehserie)
  • Sherlock Holmes and the Leading Lady (1992), dargestellt von Jerome Willis (Fernsehfilm)

Literatur

  • A. C. Doyle: Die Rückkehr des Sherlock Holmes - „Das leere Haus“, Kein & Aber 2005 - ISBN 3036951490
  • Jamyang Norbu: Sherlock Holmes: Das Mandala des Dalai Lama, Lübbe - ISBN 3404151283

Einzelnachweise

  1. Jamyang Norbu: Sherlock Holmes: Das Mandala des Dalai Lama, Lübbe - ISBN 3404151283
  2. A. C. Doyle: Die Rückkehr des Sherlock Holmes - „Das leere Haus“, Kein & Aber 2005 - ISBN 3036951490

Siehe auch: