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Süleyman I.

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Süleyman I.

Süleyman Bahceci. der Prächtige (* 27. April 1495 in Trabzon; † 6. September 1566 vor Szigetvár; hebr. Salomo; auch Suleiman oder Soliman genannt; genannt Kanuni (Gesetzgeber), dt. der Große oder der Prächtige, in mancher europäischen Literatur auch Suleiman II.) war der berühmteste Sultan der Osmanen.

Heutzutage bezeichnet die Geschichtsschreibung über das Osmanische Reich ihn mit der Zahl I.; insbesondere in der europäischen Literatur findet man aber auch einen Sohn Bayezids mit dieser Bezeichnung, da dieser von den europäischen Vasallen des Reichs als Sultan anerkannt wurde (siehe Osmanisches Interregnum).

Leben

Süleyman I. wurde 1495 als Sohn Selims I. in Trabzon geboren. Er war beim Tod seines Vaters (21. September 1520) Statthalter von Magnesia. Als er die Herrschaft als osmanischer Sultan übernahm, gab er die durch seinen Vater eingezogenen Güter zurück und startete eine Kampagne zur Bestrafung und Disziplinierung der Staatsdiener.

Die Verweigerung des bei einem Thronwechsel üblichen Tributs gab ihm den Vorwand zu einem Feldzug gegen Ungarn, in dessen Verlauf er Schabatz, Semlin und 1521 Belgrad eroberte.

Danach griff er die Insel Rhodos an, die nach sechsmonatiger Belagerung, am 25. Dezember 1522 kapitulierte und in Süleymans Reich eingegliedert wurde. Die verteidigenden Ritter des Johanniter-Ordens erhielten freien Abzug und siedelten sich 1530 auf Malta an (wo sie 1565 nochmals von Süleyman belagert wurden, diesmal allerdings erfolglos). Hierauf zog er im April 1526 mit 100.000 Mann und 300 Kanonen erneut gegen Ungarn. Am 29. August errang er den Sieg in der Schlacht bei Mohács, worauf am 10. September Pest und Ofen dem Sieger die Tore öffneten. Ungarn wurde zwischen dem Osmanischen und, zu einem kleineren Teil, dem Habsburgerreich aufgeteilt, was in der Folge zur Entwicklung der österreichisch-ungarischen Monarchie führte.

Nach Unterdrückung eines Aufstandes in Kleinasien unternahm er zugunsten von Johann Zápolya, des Bans von Siebenbürgen, den eine Partei zum König gewählt hatte, 1529 einen dritten Feldzug nach Ungarn, nahm am 8. September Ofen und drang am 27. September mit 120.000 Mann bis Wien vor. Diese Erste Wiener Türkenbelagerung gab er aber nach einem Verlust von 40.000 Mann am 14. Oktober auf.

Nun wandte sich Süleyman gegen Persien. Bereits im Herbst 1533 sandte er ein Heer unter Großwesir Ibrahim nach Asien, wo die Festungen Ardschisch, Achlath und Wan fielen und er am 13. Juli 1534 die persische Hauptstadt Tabriz einnahm. Auch Bagdad wurde noch am 4. Dezember des selben Jahres besetzt und von dort das eroberte Land organisiert.

Währenddessen hatte Süleimans Flotte unter Khair ad-Din Barbarossa den Spaniern 1533 Koroni genommen und 1534 Tunis unterworfen, welches aber 1535 durch Karls V. Expedition wieder verlorenging. 1541 unterwarf Suleyman mehr als die Hälfte Ungarns, und Zápolyas Sohn musste sich mit Siebenbürgen begnügen.

1547 wurde ein fünfjähriger Waffenstillstand mit dem Habsburgerreich geschlossen, nach welchem Süleyman ein jährlicher Tribut von 50.000 Dukaten gezahlt wurde. Hierauf unternahm er einen zweijährigen Krieg gegen Persien und erneuerte 1551 den Krieg in Ungarn, wo erst 1562 ein Friedensabkommen zustande kam.

Schon über 70 Jahre alt, brach Süleiman 1566 zu einem abermaligen Heereszug gegen Ungarn auf, starb aber während der Belagerung von Szigetvár am 5. September 1566.

Historische Bewertung

Süleyman beschließt die Periode der Blüte der osmanischen Herrschaft. Er gilt als der größte Sultan der Osmanen. In der osmanischen Überlieferung gilt er einerseits als Feldherr und Krieger, andererseits aber auch als weiser Gesetzgeber und Staatsmann. Unter seiner Herrschaft entstanden eine Reihe von Gesetzen, die Lücken in den Bestimmungen der Scharia ausfüllen sollten. In Istanbul ließ er zahlreiche prächtige Bauwerke errichten. Darüber hinaus verfasste Süleyman auch selbst Gedichte.

Die kurdische Stadt Silêmanî in Irak ist nach Süleyman genannt worden.

Commons: Süleyman I. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien