Osnabrücker Land
Das Osnabrücker Land ist eine Region im Südwesten Niedersachsens, die in westfälisches Gebiet hineinragt und nur 90 Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt ist. Mit einer Gesamtfläche von 2500 km² ist das Osnabrücker Land dreimal größer als die amerikanische Metropole New York, hat aber nur ein Zehntel der Einwohner. Wirtschaftliches Zentrum ist die Stadt Osnabrück. Die Gegend ist vom Teutoburger Wald und von der Hase geprägt.
1. Städte und Gemeinden im Osnabrücker Land
Osnabrück. Das wirtschatliche Zentrum des Osnabrücker Landes ist mit 160.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Niedersachsens. Historisch gewachsen, mit Bischofsitz und neben Münster Stadt des Westfälischen Friedens. Eine Bildungsstadt mit Universität und Fachhochschulen und der höchsten Gymnasiumsdichte in ganz Niedersachsen. Außerdem bietet die Stadt Osnabrück ein reiches kulturelles Angebot.
Bad Essen. Im Nordosten des Osnabrücker Landes liegt die Gemeinde Bad Essen,in der heute etwa 16.000 Menschen leben und die jährlich von Tausenden von Erholungssuchenden und Kurgästen besucht wird. Sie präsentiert sich als leistungsfähige Gemeinde mit einem Angebot aller Schulzweige, Altenwohnstätten, Fach- und Kurkliniken, Schwimmbädern, Sport- und Spielplätzen, Kindergärten und einem naturnahen Erholungsangebot. Eine besondere Attraktion sind die urzeitlichen Saurierspuren in Barkhausen, neben denen auch Sauriernachbildungen zu bestaunen sind.
Bad Iburg. Nahe der Grenze zu Westfalen liegt die Stadt Bad Iburg, die mit rund 11.000 Einwohnern sehr dicht besiedelt ist. Neben dem Schloss Iburg mit dem Charlottensee beherbergt die Stadt auch ein Uhrenmuseum, in dem die größte Taschenuhr der Welt ausgestellt ist. Die höchste Erhebung ist der Dörenberg mit 331 Metern auf dem auch ein Aussichtsturm steht. Die zahlreichen Kurgäste, die regelmäßig Bad Iburg besuchen vertrauen besonders auf die heilende Wirkung des Kneipp-Heilbades.
Bad Laer. Von den Ausläufern des Teutoburger Waldes geschützt liegt das ländliche Bad Laer. Der 1150 Jahre alte Ort hat ca. 9.000 Einwohner. Große Bedeutung für die Gemeinde hat seit jeher der Kurbetrieb. Im Kur- und Bewegungspark und im Salzgarten ist gemütliches Spazierengehen die Hauptbeschäftigung. Entspannung bieten außerdem das Gesundheitszentrum und der Glockensee. Aber auch altes Fachwerk und Bürgerhäuser lassen sich im Zentrum bewundern, genauso wie ein historischer Schandpfahl.
Bad Rothenfelde. Es ist das älteste Heilbad im Osnabrücker Land. Gerade einmal 7.200 Einwohner hat der im Süden der Region gelegene Ort auf einer Fläche von 18 km². Das herausragende Wahrzeichen und zugleich Symbol der historischen Entwicklung des Heilbades sind die Gradierwerke im Ortskern. Die zahlreichen Vereine laden zu verschiedensten Aktivitäten in und um Bad Rothenfelde ein.
Georgsmarienhütte. Die jüngste Stadt im Osnabrücker Land grenzt südlich an das Oberzentrum. Mit 32.000 Einwohnern ist die selbstständige Gemeinde Georgsmarienhütte die zweitgrößte Gemeinde im Osnabrücker Land. Die Stadt Georgsmarienhütte verfügt über eine ausdifferenzierte mittelständische Wirtschaftsstruktur. Das Stahlwerk belegt mit seinem modernen Anlagen und dem sogenannten gläsernen Schornstein sowohl in produktionstechnischer Sicht, wie in Umweltbelangen, den heutigen Stand der Technik. Die zahlreichen kulturtragenden Vereine sorgen mit ihren Veranstaltungen und Angeboten für eine vielfältige Kulturarbeit.
2. Geschichte des Osnabrücker Landes
Fast 2000 Jahre lang hat der Boden in Kalkriese sein Geheimnis bewahrt: Seit 1989 kommt ans Licht, was sich im Jahr 9 nach Christus im Osnabrücker Land abgespielt und europäische Geschichte mitgestaltet hat.Römische Truppen hatten weite Gebiete Germaniens besetzt. Sie eroberten die Landstriche nördlich der Lippe bis zur Weser. Die Germanen setzten sich zur Wehr. Drahtzieher war der Cherusker Arminius, der Sohn des Fürsten Segimer, Militär in römischen Diensten und damit eigentlich Verbündeter der Römer. Die ortskundigen Angreifer lockten die Römer am Rand des heutigen Wiehengebirges in einen Hinterhalt zwischen Wald und Moor: Die 17., 18. und 19. Legion der römischen Armee unter dem Statthalter und Feldherrn Publius Quinctilius Varus wurden völlig aufgerieben - zwischen 10 000 und 20 000 Menschen fanden den Tod.
Der Landkreis Osnabrück, der Kern des Osnabrücker Landes, wurde in seinen heutigen Grenzen mit der Gebietsreform 1972 aus der Taufe gehoben. Damals wurden die Landkreise Osnabrück, Melle, Bersenbrück und Wittlage zum neuen Landkreis Osnabrück verschmolzen. Die alten Auto-Kennzeichen verschwanden, das „OS" steht heute für eine gemeinsame Identität, die auch und gerade aus der gelebten Historie der Altkreise erwächst.
3. Wirtschaft und Infrastruktur
Ob zu Lande, zu Wasser oder aus der Luft - das Osnabrücker Land ist auf allen Wegen bestens zu erreichen. Von Osnabrück als nordwestdeutschem Verkehrsknotenpunkt aus lassen sich alle wichtigen Märkte wie das Rhein-Ruhr-Gebiet sowie große Häfen wie Amsterdam, Hamburg oder Bremen mühelos erschließen, große Logistik-Unternehmen haben folgerichtig hier ihren Firmensitz. Der Osnabrücker Hauptbahnhof ist das augenfällige Sinnbild für die ideale verkehrliche Anbindung des Osnabrücker Landes: Als einziger deutscher Bahnhof verfügt er über ein Gleis-Kreuz auf zwei Ebenen, so dass die Züge aus allen vier Himmelsrichtungen direkt einfahren können. Auch die Autobahnen spiegeln den Verkehrsknotenpunkt eindrucksvoll wieder: Die A l, die A 30 und die A 33 verbinden das Osnabrücker Land mit dem Rest der Welt, das Lotter Kreuz und das Autobahnkreuz Osnabrück/Süd sind die Dreh- und Angelpunkte. Um das Optimum an Autobahnanbindung zu erreichen, setzen sich Landkreis und Stadt Osnabrück mit geballter Kraft für den überfälligen Lückenschluss der A33 ein. Eine Erfolgsgeschichte schreibt seit Jahren der Verkehrsflughafen Münster/Osnabrück (FMO). Vom einst unbedeutenden Rollfeld mit nur wenigen Starts pro Tag hat sich der FMO zu einem internationalen Airport entwickelt. Vom FMO werden nicht nur deutsche City-Verbindungen für Geschäftsreisende bedient und Fracht-Maschinen auf den Weg geschickt, sondern auch europäische Metropolen und touristische Ziele wie die Balearen und die Kanaren direkt angeflogen. Der Mittelland-Kanal und der Dortmund-Ems-Kanal machen das Angebot an Verkehrswegen komplett. Diese herausragende Verkehrslage ist einer der wichtigsten Gründe für den wirtschaftlichen Erfolg der bestehenden Unternehmen im Osnabrücker Land. Und einer der wichtigsten Gründe für neue Unternehmen, die sich hier ansiedeln und so die Wirtschaftskraft auch in Zukunft sichern. Was für das Schaufenster eines Einzelhändlers oder die Speisekarte eines Restaurants gilt, das gilt auch für die erfolgreiche wirtschaftliche Struktur einer Region: Die Mischung macht's. Und die Mischung der Wirtschaft im Osnabrücker Land stimmt. Hier wird nicht nur auf eine Sparte gesetzt, sondern auf Vielfalt und sinnvolle Kooperation über die Branchen hinweg. Der Mittelstand ist der Motor der Wirtschaft im Osnabrücker Land. Und auch innerhalb des Mittelstandes ist wieder die gelungene Mischung der Schlüssel zum Erfolg. Eine der wichtigsten Säulen der hiesigen Wirtschaft ist die Ernährungswirtschaft. Diese Branche sichert Arbeitsplätze gerade in der Fläche, wobei höchste Qualität und das stete Werben um das Vertrauen der Verbraucher in die Produkte die entscheidenden Faktoren sind. Weitere Wichtige Arbeitgeber sind die Betriebe der Möbelindustrie, der Papiererzeugung, des Maschinenbaus mit einem Schwerpunkt auf dem innovativen Landmaschinenbau und natürlich die Metallverarbeitung. So gibt es kaum ein Auto aus deutschen Landen, das ohne den Stahl aus Georgsmarienhütte produziert wird. Neben diesen klassischen Sparten der Wirtschaft befinden sich die Dienstleister im Osnabrücker Land im steten Steigflug: der leistungsstarke Einzelhandel, der wachsende Tourismus, die Job-Maschine Gesundheitswesen und der Großhandel tragen erheblich zur gesunden wirtschaftlichen Struktur im Landkreis Osnabrück bei.
4. Sehenswertes im Osnabrücker Land
Felix Nussbaum Haus. Dieses Museum ist selbst ein Kunstwerk. Denn dieses Museum erschließt auf kongeniale Weise den Zugang zum Werk des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum, der 1904 in der Hasestadt geboren wurde und 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden ist. Dem international renommierten Architekten Daniel Libeskind ist es gelungen, eine intensive Korrespondenz zwischen den Schaffensphasen des Malers Nussbaum und der architektonischen Präsentation umzusetzen. Schiefe Ebenen, durchsichtige Geschossdecken, ein intelligenter Material-Mix, gewollt verwirrende Formen und die fast versteckte Lage schaffen einen Rahmen, in dem die Werke ihre atemberaubende Präsenz entfalten können. Nussbaum war fast in Vergessenheit geraten, als Osnabrücker Bürger mehr durch Zufall zunächst auf Dachböden und in Nachlässen auf Bilder des Künstlers stießen und diese Werke an Kunstexperten weiter reichten. Nach und nach konnte so in Osnabrück die weltweit größte Ausstellung zusammengetragen werden, die seit 1998 im Felix-Nussbaum-Haus als Dauerausstellung gezeigt wird.
Schnippenburg. Seit Ende 2000 untersucht die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück mit großem Erfolg die Schnippenburg bei Ostercappeln, Landkreis Osnabrück. Anlass für das neue Ausgrabungsprojekt waren erste Funde, die ein ehrenamtlicher Mitarbeiter bei Begehungen im Auftrag der archäologischen Denkmalpflege machte. Danach stand fest, dass es sich um eine Befestigungsanlage aus der vorrömischen Eisenzeit handelt. Im Anschluss an die intensive Auswertung der Funde und Befunde und einen internationalen Kongress im Jahr 2006 werden die neuen Erkenntnisse des Forschungsprojekts der Öffentlichkeit im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert, die am 6. Mai 2007 im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück ihren Auftakt nahm. Ein umfangreiches Rahmenprogramm rundet die Ausstellung ab.
Musuemspark Kalkriese. Das Museumsensemble zur Varusschlacht, ein mehrfach preisgekröntes, baukünstlerisches Meisterwerk der Schweizer Avantgarde-Architekten Annette Gigon und Mike Guyer, inszeniert die Momentaufnahme der Geschichte völlig neu: Eine außergewöhnliche Ausstellung macht mit modernen Medien die Ereignisse an diesem einzigartigen Ort und die Arbeit der Wissenschaftler erfahrbar. Sie präsentiert 3000 Funde und führt die Besucher auf eine spannende Spurensuche rund um die folgenreiche Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen. Zahlreiche Veranstaltungen, kulturelle Events von Jazz bis Klassik, Kindermuseum und Erlebnisgastronomie am Schauplatz der Varusschlacht bieten geistige Genüsse, Freude und friedliches Entspannen pur. Alljährlich zu Ostern gibt es ein „Oster-Leuchten" mit Licht-, Klang und Pyroinszenierungen von „flash art" (Bielefeld,Berlin), das deutschlandweit seinesgleichen sucht. Die Pyro-Poeten entführen die Besucher am Schauplatz der Varusschlacht in vergangene Zeiten und längst vergessene Welten. Friedliche Gipfeltreffen am Ort der Varusschlacht mit Römer- und Germanengruppen aus ganz Europa bieten alle zwei Jahre Einblick in die Welt der Antike.
Naturpark Terra.vita. Mehr als 70 Prozent der Fläche des Osnabrücker Landes sind Naturpark. Und der Naturpark bietet so vielfältige Reize, dass für jeden Geschmack, jede Altersgruppe und jede Jahreszeit etwas dabei ist. Der Wanderer etwa kann mehr als 1500 Kilometer Wege erkunden, die gut ausgeschildert sind und ihn durch eine Landschaft führen, die ihresgleichen sucht. Immer wieder bieten sich malerische Aus- und Einblicke: Alte Fachwerkhöfe, Wind- und Wassermühlen, Parks und Herrensitze und Dörfer wie aus dem Bilderbuch wechseln sich ab mit den herrlichen Wäldern in den Ausläufern von Teutoburger Wald und Wiehengebirge.
5. Sport und Musik
Die Möglichkeiten sportlicher Aktivitäten sind facettenreich. Ob Radfahren, Reiten, Wandern, Golfen, Segeln oder Schwimmen: Es gibt in Sachen Sport fast nichts, dass es nicht gibt im Osnabrücker Land. Guter Rat fürs Rad ist hier nicht teuer: Ein ausgeklügeltes und liebevoll gepflegtes Radwege-Netz mit 2100 Kilometern Länge und seiner Einbindung in die europäische Radwege-Karte macht den Pedalrittern die Erkundung der wunderschönen Landschaft leicht. Der Naturpark, der einen großen Teil des Osnabrücker Landes abdeckt, ist ein ausgedehntes und hervorragendes Ziel für Radwanderer. Unter Wander-Freunden hat das Osnabrücker Land nicht nur wegen der weithin bekannten Routen Wittekindsweg und Hermannsweg einen sehr guten Namen. Der Naturpark Terra.vita bietet 195 Wanderparkplätze und wird durchzogen von gut 1800 Kilometern ausgeschilderten Wege, die immer wieder Aus- und Einblicke in die hügelige Landschaftermöglichen. Und eine freundliche Gastronomie erwartet die hungrigen Wanderer. Einen internationalen Ruf als Reiterland hat das Osnabrücker Land nicht erst seit dem großartigen Erfolg der hochkarätig besetzten Pony-Turniere in Hagen a.T.W. Bei den Pferde-Auktionen werden edle Rösser für beeindruckende Summen in alle Welt verkauft, große Namen sind im Osnabrücker Land zu Hause. Und der ganz normale Sport und Freizeitreiter profitiert von dieser hervorragenden Infrastruktur mit ihren vielen Reiterhöfen, Gestüten und Reitwegen. Großzügige Golfplätze im Osnabrücker Land und im angrenzenden Nordrhein-Westfalen lassen die Anhänger dieses Sports auf ihre Kosten kommen. Ein landschaftlicher Traum ist der Platz des „Osnabrücker Golfclub" in Bissendorf-Jeggen, und auch die Plätze des „Artland Golfclub" in Ankum, des Golfclub „Varus" in Ostercappeln-Venne und „Osnabrücker Land" auf Gut Arenshorst bei Bohmte sind Oasen der sportlichen Erholung. Die Wassersportler finden am Alfsee mit seiner Wasserski-Anlage und am nahen Dümmer See ein vielfältiges Angebot vor.
Junge Menschen mit Lust auf Party finden diverse Diskotheken und Clubs, die verschiedenen Musikgeschmäcker werden umfassend bedient. Herausragend ist dabei die Osnabrücker Blues-Szene: Größen wie Angela Brown haben gleich ihren Wohnsitz nach Osnabrück verlegt, Deutschlands erfolgreichste Band dieses Musik-Stils, die „Blues Company", lebt und arbeitet hier. Osnabrück darf sich zu Recht als deutsche Blues-Hauptstadt fühlen: Die Konzert-Reihe „Blues Lawine" im Haus der Jugend lockt Zuschauer aus ganz Norddeutschland. Doch neben diesen durchaus erwarteten Spielarten der Musik ist das Osnabrücker Land auch eine Hochburg des Jazz - was weit weniger bekannt sein dürfte. Entscheidenden Anteil daran hat das Dissener Jazz-Festival, zu dem auch die ganz Großen des Jazz regelmäßig in den Landkreis Osnabrück kommen und bei einem zwölfstündigen Programm ihr Können zeigen. Die Volksmusik spielt dagegen als Erfolgs-Musik bei den zahlreichen Stadtfesten, zu denen sich Zehntausende nicht immer nur aus der nahen Umgebung auf den Weg machen. Das Bramscher Stadtfest, Melle mit Geranienmarkt und Drachenfest, der Bauernmarkt Settrup, das Fest der 1000 Fackeln in Bad Laer oder auch der Historische Markt in Bad Essen sind nur einige Beispiele für diese Volksfeste. Und bis in die kleinste Gemeinde steigen Jahr für Jahr Feuerwehr- und Schützenfeste, deren urigem Charme sich niemand entziehen kann, der einmal ein solches Fest erlebt hat. Und Klassiker hat die Musik-Szene des Osnabrücker Landes auch zu bieten: Sommerkonzerte im Stift Börstel, die „Tage alter Musik" oder Konzerte in der Schelenburg locken ebenso Besucher an wie Kammermusik in Bad Iburg und Bad Rothenfelde. Für Highlights sorgen immer wieder Gastauftritte national und international renommierter Musiker wie Ludwig Güttier, die die stimmungsvollen Kirchen und würdigen alten Bauwerke gern als Rahmen für ihre Konzerte nutzen.