Niersverband
Niersverband | |
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Staatliche Ebene | Land/Kommunal |
Stellung | Körperschaft öffentlichen Rechts |
Aufsichtsbehörde | Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW |
Gründung | 22. Juli 1927 |
Hauptsitz | Viersen, Nordrhein-Westfalen |
Behördenleitung | Armin K. Melsa, Vorstand |
Bedienstete | 288 |
Netzauftritt | niersverband.de |
Der Niersverband ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit Sitz in Viersen.
Das Gebiet des Verbandes ist das in Deutschland gelegene, oberirdische Einzugsgebiet der Niers und des Nierskanals. Mitglieder des Verbandes sind die Städte und Gemeinden (31), Kreise (6) sowie größere Unternehmen (323) im Verbandsgebiet.
Die Mitglieder verwalten sich selbst. Die Rechtsaufsicht liegt beim nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Aufgaben
Der Niersverband hat an der Niers und im Niersverbandsgebiet folgende Hauptaufgaben:
- Unterhaltung von Gewässern
- Renaturierung von Gewässern
- Hochwasserschutz
- Behandlung von Niederschlagswasser
- Behandlung aller im Verbandsgebiet anfallenden Abwässer
- Entsorgung der Abfälle, die bei der Aufgabenerfüllung anfallen
Auf freiwilliger Basis kann der Verband auch Aufgaben außerhalb des Verbandsgebietes übernehmen.
288 Mitarbeiter/innen erfüllen diese Aufgaben. Sie betreiben dazu 24 Kläranlagen und Klärwerke, 25 Pumpwerke, 40 Regenbecken, 17 Stauanlagen und 18 Pegel. Die Bilanzsumme beträgt 241,4 Millionen Euro, davon sind 15,3 Millionen Personalausgaben (2002).
Geschichte
Der Niersverband wurde durch preußisches Gesetz vom 22. Juli 1927 mit dem Ziel gegründet, den Gewässerabfluss zu regeln, die häufigen Überschwemmungen zu begrenzen oder zu vermeiden sowie das im Verbandsgebiet anfallende Abwasser zu reinigen. Das Niersverbandsgebiet gehörte damals zur Rheinprovinz des Landes Preußen. Vorbild für die Gründung des Niersverbandes war die Emschergenossenschaft, die bereits seit 1904 bestand. Ebenfalls nach diesem Vorbild gründete man 1913 den Ruhrverband und die Linksrheinische Entwässerungsgenossenschaft LINEG sowie 1925 den Lippeverband und später den Wupperverband (1930). Weitere Wasserverbände: Aggerverband, Bergisch-rheinischer Wasserverband, Erftverband, Wasserverband Eifel-Rur.
Mit dem Niersverbandsgesetz (NiersG) vom 15. Dezember 1992 hat das Land Nordrhein-Westfalen die rechtliche Grundlage des Verbandes neu formuliert. Die Aufgaben des Nierverbandes wurden präzisiert und auf die Bewirtschaftung des Grundwassers und auf die Renaturierung von Gewässer ausgedehnt. Außerdem wurde die Selbstverwaltung neu geregelt.
Organisation
Der Niersverband ist eine selbstverwaltete Körperschaft öffentlichen Rechts. Er vertritt die Belange seiner Mitglieder im Rahmen der gesetzlichen Anvorderungen. Organe des Niersverbandes sind
- die Verbandsversamlung
- der Verbandsrat
- der Vorstand
Die Mitglieder entsenden die von Stimmgruppen gewählten Delegierten in die Verbandsversammlung, die mindestens einmal jährlich tagt. Die gewählten Delegierten werden durch Mitglieder der Landwirtschaftskammer ergänzt.
Der Verbandsrat hat die Funktion eines Aufsichtsgremiums. Er besteht aus 15 Mitgliedern. Fünf dieser Mitglieder sind Vertreter der Arbeitnehmer.
Der Vorstand erledigt die Geschäfte der laufenden Verwaltung und ist gesetzlicher Vertreter des Verbandes.
Zahlen und Fakten
- Einwohner im Verbandsgebiet: 735.000 (2002)
- davon an Kläranlagen angeschlossen: 730.000
- Anschlussgrad: 99 %
- Fläche des Verbandsgebietes: 1.348 km²
- Bevölkerungsdichte: 554 Einwohner/km²
- mittlerer Niederschlag (1950–2006): 714 mm/Jahr
- mittlere Abflussmenge in der Niers: 7,8 m³/s
- Länge der Niers – gesamt: 112 km, davon
- in Deutschland: 104 km
- in den Niederlanden 8 km
- durch Ausbau stark verändert: 99 km
- wieder renaturiert (2003): 4 km
- Gesamtabwassermenge 2002: 83 Millionen m³
- angeschlossenen Einwohnerwerte (EW): 1,1 Millionen
- Abfälle aus der Abwasserreinigung: ca. 100.000 t/Jahr, davon
- Klärschlamm (18.000 t Trockenmasse): 90.000 t
- Rechengut 2.500 t
- Sandfanggut 2.500 t
- Sonstiges 5.000 t
Mitglieder des Niersverbandes
- Kreise
- Gemeinden und kreisfreie Städte (Auswahl)