Tabula Traiana

Die Tabula Traiana, auch Tafel des Traian, ist eine in den Fels des Eisernen Tors gemeißelte, dem römischen Kaiser Trajan gewidmete Tafel, am Fuße der Almascher Berge, in der Nähe der serbischen Ortschaft Kladovo, im Nationalpark Đerdap.
Geschichte
Die am serbischen Ufer der Donau in Fels befestigte Tabula Traiana, ein riesiger Marmorblock, wurde vom römischen Kaiser Trajan im Jahre 100 anlässlich der Beendigung des Straßenbaus von Golubac bis Kladovo, in der unteren Schlucht der Donau angebracht.
1972 wurde bei den Bauarbeiten für das gemeinsame Kraftwerkprojekt Đerdap des damaligen Jugoslawien und Rumänien die Tafel zusammen mit dem Felsen herausgemeißelt und auf ein höheres Niveau versetzt, um sie zu erhalten. Heute ist sie nur noch vom Wasser aus sichtbar. Der Wasserpegel des Djerdapsee erreicht seit der Errichtung des Staudamms, fast den unteren Rand der Tafel, während die hier als Steg[1] ausgeführte „Trajan-Straße“ vom Wasser der Donau für immer überflutet wurde.
Ausführung
Die doppeltgeränderte Tabula Traiana mit einer Länge von 3,2 m und einer Höhe von 1,8 m zeigt zu beiden Seiten schwebende Delfine. Im oberen Bereich befindet sich ein Vordach mit rosettengeschmückten Kassetten, darüber die Darstellung eines Adler mit geöffneten Schwingen, rechts und links sind je drei sechsblätterige Rosen als Reliefs in den Stein gehauen.
Inschrift
Von der einstigen Inschrift, blieben vier von insgesamt sechs Zeilen erhalten. Sie wird von zwei eingemeißelten geflügelten Genien getragen. Die deutsche Übersetzung des römischen Inschrift lautet:
Der Sohn des göttlichen Nerva und regierende Kaiser, Nerva Traianus Augustus Germanicus, Pontifex Maximus, zum vierten Male Tribun, Vater des Vaterlandes und Konsul, hat Gebirge und Strom überwunden und diese Straße gebaut.
Anmerkungen
- ↑ In den Fels des Kazan gehauene Öffnungen nahmen eine horizontale Balkenkonstruktion auf.
Literatur
- Hans Ulrich Instinsky: Zur Interpretation der Tabula Traiana. in: Wiener Jahreshefte 35. Zweigstelle Wien des archäologischen Institut des Deutschen Reiches. 1943. S. 33-38