Grümpentalbrücke
| Grümpentalbrücke | |
|---|---|
| Technische Daten | |
| Länge | 1104 m |
| max. Stützweite | 270 m |
| Überbaubreite | 14,1 m |
| Überbauhöhe | 3,6 m |
| max. Höhe über Tal | 71 m |
| System | Bogenbrücke |
Die Grümpentalbrücke ist ein 1104 m langes zweigleisiges Eisenbahnüberführungsbauwerk der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt zwischen den Streckenkilometern 37,0 und 38,1. Sie wird mit einer Bogenspannweite von 270 m, wie die benachbarte Talbrücke Froschgrundsee mit der gleichen Stützweite, als Bogenbrücke die längste Eisenbahnbrücke Europas sein und in Deutschland den bisherigen allgemeinen Rekordhalter, die Autobahnbrücke Wilde Gera, ablösen.
Die Brücke liegt zwei Kilometer östlich von Schalkau bei Grümpen in Südthüringen am Fuß des Thüringer Waldes. Das Überführungsbauwerk überspannt unter anderem den Bach Grümpen, die Kreisstraße 34 von Grümpen nach Almerswind, eine 110-kV-Freileitung, die Bundesstraße 89 und die Hinterlandbahn. Um den Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild zu minimieren, wurde im Tal der Grümpen der weitspannende Bogen gewählt.
Die Streckentrasse ist bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h im Bauwerksbereich mit einem Radius von 6640 m gekrümmt, die Gradiente steigt in Richtung Norden mit 12,5 Promille. Die Brücke wird später mit dem Streckenausbau beidseitig eine Lärmschutzwand von 2,0 m Höhe sowie eine Feste Fahrbahn mit 4,5 m Gleisabstand erhalten. Die Bauarbeiten begannen im Sommer 2006 mit der Einrichtung der Baustelle und sollen drei Jahre in Anspruch nehmen. Mit dem Bau wurde die DB ProjektBau GmbH von der DB Netz AG beauftragt. Das Investitionsvolumen soll sich auf 20 Millionen Euro belaufen.
Unterbau
Die Pfeiler der Brücke haben einen rechteckigen Stahlbetonhohlquerschnitt mit gebrochenen Ecken und verjüngen sich mit einem Anzug von 70:1 nach oben. Bis auf die zwei Trennpfeiler mit den Außenabmessungen von 4,0 m x 5,8 m (Breite x Tiefe) am Pfeilerkopf betragen bei den anderen 17 Regelpfeilern die Abmessungen 2,7 m x 5,8 m. Die acht Ständer auf dem Bogen haben keinen Anzug, deren Abmessungen sind konstant 2,0 m x 4,8 m. Auch der Stahlbetonbogen mit 270 m Stützweite und einem Stich von ungefähr 63,4 m hat einen Hohlquerschnitt und ist begehbar. Im Scheitel betragen die Außenabmessungen des rechteckigen Querschnittes ungefähr 5,9 m x 4,5 m (Tiefe x Höhe), im Kämpfer sind es näherungsweise 7,4 m x 6,5 m. Der Brückenzug hat drei Festpunkte, zwei sind die Widerlager, eins der Bogen. Diese leiteten insbesondere die Längskräfte infolge Bremsen in den Baugrund ab. Dementsprechend sind auf beiden Trennpfeilern die Dehnfugen mit Schienenauszügen vorgesehen. Die Kämpferfundamente sind 25 Meter tief mit Magerbetonpolstern auf dem Fels gegründet, die Gründung der Pfeiler besteht meist aus Großbohrpfählen.
Überbau

Der Überbau besteht aus einer Kette von drei Durchlaufträgern, die 219 m, 446 m und 439 m lang sind und durch die zwei Trennpfeiler getrennt. Im Querschnitt besteht der Überbau aus einem einzelligen vorgespannten 3,6 m hohen Stahlbetonhohlkasten mit geneigten Stegen, in Längsrichtung vorgespannt. Zusätzlich ist die Fahrbahnplatte in Querrichtung vorgespannt. Die Bodenplatte ist 4,8 m, die Fahrbahnplatte 13,3 m breit. Die Stützweiten betragen 43 m + 6x44 m + (9x30 m = 270 m) + 11x44 m + 43 m.
Ausführung
Zum Bau werden 34.000 m³ Beton für Gründung, Bogen, Pfeiler und Widerlager sowie 14.700 m³ für den Überbau mit Randkappen aufgewendet. Zusätzlich werden ungefähr 6.000 Tonnen Beton- und Spannstahl benötigt. Für die Fundamente werden 65.000 m³ Erde ausgehoben. Der Bogen wird auf einem Lehrgerüst auf Hilfspfeilern, der Überbau mit einem Vorschubgerüst hergestellt werden.
Galerie
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Bohrgerät Baugrubenverbau; westliches Kämpferfundament (Aug. 2006)
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Baugrubenverbau mit 23 m Durchmesser; westliches Kämpferfundament (Jan. 2007)
