Manāt
Manat, مناة Manat, DMG manāt ‚Schicksal, Geschick‘, war im vorislamischen Arabien bei den Koreischiten die Göttin des Mondes, des Abendsterns und des Schicksals.
Ihr Heiligtum war ein in Qudaid zwischen Mekka und Yathrib verehrter schwarzer Stein. Nach dem Götzenbuchكتاب الأصنام, DMG kitāb al-aṣnām des Ibn al-Kalbi war Manat die Hauptgottheit der Araber von Yathrib. Theophore Personennamen sind ebenfalls überliefert: 'Abd Manat عبد مناة 'Abd Manat, DMG ʿAbd Manāt ‚Diener der Manat‘ und Zaid Manat زيد مناة Zaid Manat, DMG Zaid Manāt. Die vorislamische Pilgerfahrt zum Heiligtum von Mekka war für die Araber von Yathrib erst dann vollständig, wenn sie nach ihrer Rückkehr aus Mekka bei Manat ihre Haare gestutzt hatten. Zu unterschiedlichen Anlässen pflegten die vorislamischen Araber bei Manat Tieropfer darzubringen. Auch Eidleistungen pflegte man im Namen von Manat abzulegen. Die Quraisch in Mekka verehrten sie als eine der drei Schicksalsgöttinnen; die beiden anderen heißen al-Lat und al-Uzza.
Es ist bisher nicht wissenschaftlich geklärt, ab wann diese drei alten Göttinnen zu Töchtern eines Hochgottes, Allah, umgedeutet wurden. Die Araber verehrten "Allah" bereits vor dem Islam als "Hochgott". Im Jahr der Eroberung Mekkas durch die islamische Gemeinde von Medina befahl der Prophet Ali ibn Abi Talib, das Heiligtum zu zerstören.
Verbindungen zur griechischen Nemesis oder der Tyche sind zwar vermutet, jedoch nicht eindeutig bewiesen worden.
Literatur
- Das Götzenbuch Kitāb al-aṣnãm des Ibn al-Kalbī. Übersetzung mit Einleitung u. Kommentar von Rosa Klinke-Rosenberger. Harrassowitz,Leipzig 1941
- Gonzague Ryckmans: Les religions arabes préislamiques. Louvain 1953
- Toufic Fahd: Le panthéon de l'Arabie centrale à la veille de l'hégire. Paris 1968
- Julius Wellhausen: Reste arabischen Heidentums. de Gruyter, Berlin 1961, ISBN B0000BP9ZI