Wiener Philharmoniker
Die Wiener Philharmoniker aus Wien gelten als eines der führenden Orchester der Welt.
Geschichte
Das Orchester wurde am 28. März 1842 von Otto Nicolai (1810–1849) gegründet. 1860 wurden die Philharmonischen Konzerte ins Leben gerufen.
Bis 1933 wählten die Philharmoniker jedes Jahr einen Dirigenten, der in dieser Saison alle Abonnementkonzerte dirigieren sollte, jedoch nicht den Titel "Chefdirigent" trug. Von diesem System ging man ab, von nun an wurden verschiedene Gastdirigenten für die Konzerte und Tourneen verpflichtet. Eine besondere Beziehung verband das Orchester zwischen 1933 und 1937 mit Arturo Toscanini sowie zwischen 1933 und 1945 sowie zwischen 1947 und 1954 mit Wilhelm Furtwängler, der bis 1954 als eine Art Hauptdirigent des Orchesters fungierte. Eine wesentliche Rolle spielte auch Bruno Walter, der die Philharmoniker in den 1930er Jahren dirigierte und in den 1940ern nach Wien zurückkehrte, um wesentliche Konzerte mit Werken von Gustav Mahler zu dirigieren, darunter auch wesentliche Aufnahmen mit der Altistin Kathleen Ferrier sowie ein Mahler-Konzert in der Wiener Staatsoper.
Außderdem arbeiteten die Philharmoniker mit vielen großen Dirigenten zusammen. Eine besonders langanhaltende Zusammenarbeit bestand mit den späteren Ehrendirigenten Karl Böhm und Herbert von Karajan sowie mit dem Ehrenmitglied Leonard Bernstein, der ab 1966 mit dem Orchester konzertierte und mit ihm u. a. erneut das Werk von Mahler erarbeitete. Eine feste Beziehung hatte das Orchester auch mit Carlos Kleiber. Er musizierte mit ihnen Beethovens Symphonie Nr. 7 und andere bekannte Werke. Außerdem gestalteten die Philharmoniker mit ihm 2- mal die Neujahrskonzerte 1989 und 1991.
Dieses Neujahrskonzert findet am 1. Jänner, also um Neujahr statt, das überwiegend den Werken der Strauß-Dynastie gewidmet ist. Es gibt Neujahrskonzerte seit 1941
Organisation
Die Wiener Philharmoniker sind als privater Verein organisiert. Sie setzen sich aus Mitgliedern des Orchesters der Wiener Staatsoper zusammen. Die Statuten des Vereins besagen, dass ein Musiker mindestens drei Jahre im Staatsopernorchester gespielt haben muss, bevor er die Aufnahme in den Verein beantragen kann. Seit 1997 können auch Frauen Mitglieder der Philharmoniker werden.
Klang
Die Instrumente der Wiener Philharmoniker sind vor allem in den Bereichen Holz- und Blechbläser grundsätzlich anders als die der meisten anderen Orchester. Die internationalisierte Weiterentwicklung während des 19. Jahrhunderts hin zu immer größerem Klangvolumen fand hier nicht in dem bekannten Maße statt. Daher ist der Klang des Orchesters im Bläserbereich farbenreicher, beim Blech weniger schneidend, und auch im historischen Sinne authentischer.[1]
Dirigenten
Abonnementdirigenten 1842-1933 (jährlich gewählt für alle Konzertdirigate einer Saison)
- Otto Nicolai (1842–1848)
- Carl Eckert (1854–1857)
- Felix Otto Dessoff (1860–1875)
- Wilhelm Jahn (1882–1883)
- Hans Richter (1875–1883)
- Gustav Mahler (1898–1901)
- Joseph Hellmesberger jr. (1901–1903)
- Felix Weingartner, Edler von Münzberg (1908–1927)
- Wilhelm Furtwängler (1927–1930)
- Clemens Krauss (1929–1933)
Gastdirigenten 1933-1945
- Arturo Toscanini
- Clemens Krauss
- Bruno Walter
- Hans Knappertsbusch
- Willem Mengelberg
- Karl Böhm
- John Barbirolli