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Hermann-Löns-Park (Hannover)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Der Hermann-Löns-Park in Hannover ist eine 86 ha große Parkanlage im süd-östlichen Stadtbereich im Stadbezirk Kleefeld, die die Waldgebiete Eilenriede und Tiergarten miteinander verbindet. Das Parkgelände stellt wegen der heimischen Pflanzen, Gebäude und Geländeformen eine idealisierte bäuerliche Landschaft in Niedersachsen dar. Seit seiner Entstehung als Volkspark in den 1930er Jahren hat es bis heute die ursprüngliche Gestalt weitestgehend behalten. Die Benennung beruht auf dem mit Hannover eng verbunden gewesenen Heide-Dichter Hermann Löns.

Lage

An den Park grenzen die Stadtbezirke Kirchrode, Misburg-Anderten sowie die Waldgebiete der Eilenriede und des Tiergartens an. Abgegrenzt ist die Parkanlage durch die Kirchröder Straße im Westen, durch die Bahnstrecke Hannover-Berlin im Norden und im Osten sowie Süden durch die Güterumgehungsbahn. Erreichbar ist der Park mit der Stadtbahn-Linie 5 Richtung Kirchrode.

Geologie

Geologisch bestimmen Mergelgesteine den Untergrund. Die undurchlässigen Kreidetone ließen im heutigen Parkbereich oberflächlich ein Niedermoor entstehen, das gegenüber den Torfmooren nördlich von Hannover (Altwarmbüchener Moor) einen hohen Nährstoffreichtum aufweist.

Biologie

Der nährstoffreiche Untergrund ermöglicht eine artenrteiche Tier- und Pflanzenwelt. Dieser besondere Wert des Parks wurde bereits im 19. Jahrhundert erkannt. In der Tierwelt des Parks finden sich 48 Vogelarten und 8 der einheimischen 18 Fledermausarten. Problematisch wurde in den letzten Jahren die starke Grauganspopulation, die zur Nährstoffanreicherung des Teichs, Verbiss der Ufervegetation und Verdränung anderere Wasservögel, beitrug.

Landschaftsgestaltung

Das Parkgelände ist eine reizvolle Landschaft, in der sich Wasserflächen, Waldweiher, offene Wiesen mit flachen Randgehölzen sowie Hochwald abwechseln. Der Park wurde zu einer niedersächsischen Auenlandschaft gestaltet. In ihr befinden sich zahlreiche Biotope, wie Röhrichte und Seggenrieden am Annateich, baumüberstandene Hecken, Nasswiesen. Bei der Anlage wurde der Annateich vergrößert und in zwei Hälften geteilt, was den Eindruck einer Seenlandschaft erweckt. Im Bereich des Kiebietzberges, einer kaum bemerkbaren Erhebung mit einem Birkenhain, finden sich eiszeitliche Findlinge, die als Naturdenkmale ausgewiesen sind.

Die Pflanzen stehen im Park überwiegend an ihrem natürlichen Standort. Nadelholzgewächse wurden nicht angepflanzt, da sie in der nordwestdeutschen Natur nicht heimisch sind. An Gehölzen sind die Baumarten Stieleiche, Linde, Hainbuche, Esche, Erle, Weide und Birke sowie an Sträuchern vor allem Haselsträucher, Holunder, Faulbaum, Traubenkirsche vertreten.

Bebauung und Einrichtungen

Der Park hat aus gestalterischen Gründen eine spärliche und wohlüberlegte Bebauung. Sie besteht aus einzelnen Bauwerken an einer zentralen Stelle des Parks nahe dem Annateich. Sie erwecken den Eindruck einer alten niedersächsischen Gehöftsanlage, die an drei Seiten von Wasserläufen umgeben ist. Die Bebauung besteht aus:

Eine weitere Bebauung besteht in Form des Freibad "Annabad", dass durch geschickt angeordnete Gehölze vom Park aus kaum wahrnehmbar ist. Weitere Gebäude gibt es durch die (denkmalgeschützte) Kleingartenanlage an der Parknordseite entlang der Eisenbahnstrecke mit 220 Gärten, Gartenhäusern und Vereinslokal. Auch zwei Sportplätze, Spielplätze und eine Minigolfanlage finden sich im Park.

Geschichte

Geländevornutzung

Das heutige Parkgelände war in früheren Jahrhunderten ein feuchtes Niedermoorgebiet, für das außer als Wiese kaum eine landwirtschaftlich infrage kam. Ab dem 17. Jahrhundert diente das Gelände zum Abbau von Ton. Die früheren Tongrube lief später mit Wasser voll und daraus bildete sich der heutige Annateich im Park. Größere Veränderungen im Landschaftsbild in diesem Bereich, dass offiziell "Gelände am Annateich" hieß, brachte der Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert. Mit den auf Dämme hochgelegten Trassen begrenzte ab 1843 die Bahnstrecke Hannover-Berlin den Park im Norden und 1909 bildete die Güterumgehungsbahn für Hannover die Grenze im Süden und Osten.

Parkentstehung

Die Volkspark-Idee, die Anfang des 20. Jahrhunderts europaweit aufkam, förderte die Parkentstehung. Im Zuge der städtebaulichen Verdichtung mit beengten Wohnverhältnissen sollten die Bürger Gelegenheit zur Erholung in weitläufigen Parks erhalten. 1935 schrieb die hannoversche Stadtverwaltung einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des in städtischem Eigentum stehenden "Geländes am Annateich" aus. Daraus entwickelte die Stadt ihr Konzept und ließ es von städtischen Behörden, wie dem Bauamt und der Gartendirektion, teilweise durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, ausführen. Bei den Arbeiten waren große Erdbewegungen notwendig, um Wasserläufen anzulegen und den Annateich umzugestalten bzw. zu vergrößern. Sie begannen 1936 und hielten bis zur Parkeinweihung am 18. August 1939 an.

Literatur

  • Der Hermann-Löns-Park. Text: Henrike Schwarz. Landeshauptstadt Hannover, Grünflächenamt 2001. (Kostenlose Broschüre beim Grünflächenamt, Langensalzastr. 17, 30169 Hannover)

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