Zum Inhalt springen

BLE 17–28

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. März 2021 um 15:51 Uhr durch Rainerhaufe (Diskussion | Beiträge) (Weblinks). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
BLE 17-28
historische Aufnahme
historische Aufnahme
historische Aufnahme
Nummerierung: BLE 17-28
DRG 89 7532-7540
DR 89 6208, 6220
u. a.
Anzahl: 11
Hersteller: Hanomag
Fabriknummer 4160, 4161, 4339, 4340, 4621, 4622, 5832, 5833, 7310, 7311, 8278, 8279
Baujahr(e): 1904-1917
Ausmusterung: bis 1970
Bauart: C n2t
Gattung: Gt 33.12
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 8.820 mm
Höhe: 4.150 mm
Gesamtradstand: 3.000 mm
Leermasse: 27 t
Dienstmasse: 36 t
Reibungsmasse: 36 t
Radsatzfahrmasse: 12 t
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Treibraddurchmesser: 1.100 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 380 mm
Kolbenhub: 550 mm
Kesselüberdruck: 12 bar
Rostfläche: 1,59 m²
Verdampfungsheizfläche: 59,4 m²
Wasservorrat: 5 m³
Brennstoffvorrat: 1,5 t
Bremse: Indirekte Bremse von Knorr, Dampfbremse und Handbremse

Die normalspurigen Tenderlokomotiven BLE 17-28 waren Dampflokomotiven für den Personen- und Güterbetrieb und wurden von in der Zeit von 1904 bis 1917 für die Braunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesellschaft (BLE). Die Lokomotiven gelten als eine Modifikation und Weiterentwicklung der Pr. T 3 Musterblatt III-4 e. Sie wurden nach der Ausmusterung bei der BLE von verschiedenen anderen Bahngesellschaften weiterverwendet. Es sind 11 Lokomotiven nach dieser Modifikation bekannt.

Die Lokomotiven waren bei verschiedenen Eisenbahngesellschaften bis 1970 in Betrieb. Eine Lokomotive, die BLE 26, gelangte 1938 zu der Deutschen Reichsbahn und nach dem 2. Weltkrieg zu der Deutschen Bundesbahn, die Lokomotive gelangte 1970 an den Verein Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde. Eine Aufarbeitung der Lok war auf Grund eines Kesselrisses wirtschaftlich nicht sinnvoll, sie wurde nur äußerlich hergerichtet.[1] 1997 wurde sie an einen Privatmann in Emmertal-Lüntorf verkauft und sollte dort als Denkmal aufgestellt werden. 2014 wurden die Reste der Lok gesichtet, ob sie in der Zwischenzeit noch existent sind, ist nicht bekannt.[2]

Geschichte und Einsatz

Braunschweigische Landeseisenbahn

Die Lokomotiven waren eine Weiterentwicklung der schon 1886 beschafften pr. T 3 und wurden von Hanomag speziell für den Betrieb auf der Landesbahn entwickelt. Sie wurden von 1904-1917 gebaut. Äußerlich glichen die Lokomotiven der T3, unterschieden sie sich aber in geringen Details von dieser Maschine, wie dem Treibraddurchmesser, der Heizfläche, dem Zylinderdurchmesser und der Rostfläche. Es sind 11 Lokomotiven bekannt.[1] Die Lokomotiven waren bei der BLE bis 1938 in Betrieb, dann wurden die letzten verbliebenen Maschinen von der Staatsbahn übernommen.

DRG 89 7532-7540

Nach der Verstaatlichung der BLE wurden noch 7 Lokomotiven von der Deutschen Reichsbahn übernommen und als 89 7532-7540 eingereiht.

Die Lokomotiven waren danach noch ungefähr zwanzig Jahre Jahre im Dienst, es wurden nach dem 2. Weltkrieg von der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR je 2 Loks übernommen. Die restlichen Maschinen wurden zwischenzeitlich ausgemustert oder an Werkbahnen verkauft. Eine von der Bundesbahn übernommene Lokomotive (die ehemalige BLE 26) hielt sich als Rangierlokomotive beim Bahnbetriebswerk Bremen Rbf bis 1970, es war die an den Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde abgegebene Lokomotive.[1]

Deutsche Reichsbahn 89 6208 und 6220

Die ehemalige BLE 21, die bei der Privatbahn den Beinamen Nette hatte, wurde 1925 an die Dahme-Uckroer Eisenbahn verkauft und erhielt hier die Nummer 1 in Zweitbesetzung. 1940 wurde sie von dem Landesverkehrsamt Brandenburg übernommen und als LVDB 7-20 eingereiht.[3] Die Lokomotive wurde bis 1944 betrieben und dann wegen ihres desolaten Zustandes der Feuerbüchse abgestellt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Lok von der Deutschen Reichsbahn der DDR übernommen und als 89 6208 eingereiht. 1950 und 1953 war die Lokomotive im Bahnbetriebswerk Luckau beheimatet, 1957 im Bahnbetriebswerk Hoyerswerda und 1962 im Bahnbetriebswerk Bautzen. 1965 wurde die Lokomotive im Bahnbetriebswerk Kamenz ausgemustert.[4]

Die ehemalige BLE 23 mit dem Beinamen Bornum wurde zuerst 1938 verstaatlicht und erhielt die Nummer 89 7535. Im Dezember desselben Jahres gelangte sie jedoch an die Anschlußbahn der Heeresversuchsanstalt Hillersleben. Die Lokomotive wurde 1945 bei der Bahnstrecke Haldensleben–Gardelegen vorgefunden und gelangte nach nomaliger Verstaatlichung als 89 6220 zu der Deutschen Reichsbahn der DDR. Die Lokomotive blieb zt. ihres Lokomotivlebens beim Bahnbetriebswerk Haldensleben bis 1966, als sie ausgemustert wurde.[5]

Konstruktion

Die Lokomotiven vom Henschel Typ Thüringen waren als Weiterentwicklung der pr. T 3 ähnlich dieser Lokomotive, unterschieden sich aber in konstruktiven Details erheblich von dieser Reihe. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal waren der geringere Raddurchmesser und die Ausführung der Lokomotiven mit der Heusinger-Steuerung. Gegenüber der Henschel Typ Bismarck musste man schon sehr genau hinschauen, um die Lokomotiven zu unterscheiden; der Henschel Typ Thüringen besitzt einen geringfügig größeren Achsstand, der Typ Bismarck hatte einen größeren Kessel und wirkte somit wuchtiger. Außerdem war der Typ Bismarck mit Kolbenschieber ausgeführt, der Typ Thüringen bis auf wenige Ausnahmen mit Flachschieber.

Der Rahmen der Lok war als Blechrahmen ausgeführt, er war allerdings kein Wasserkastenrahmen, sondern die Wasservorräte waren in seitlichen Kästen gebunkert. Die Radsätze waren asymmetrisch mit einem Gesamtradstand von 3.000 mm ausgeführt, der zweite Radsatz wurde angetrieben. Zur Umsteuerung der Heusinger-Steuerung diente keine Steuerschraube, sondern es wurde ein Steuerhebel verwendet. Für die 89 6034 mit Schlepptender erhielt der Rahmen einen hinteren Kuppelkasten.

Der Kessel lag frei über dem Blechrahmen. Er bestand aus zwei Schüssen, der vordere Langkesselschuß trug den Dampfdom mit einem Flachschieberregler, der hintere Schuß trug den Sandkasten. Die Rauchkammer hatte den gleichen Durchmesser wie der Langkessel und trug einen langen, konischen Schornstein. Der Stehkessel war im unteren Teil leicht eingezogen, er besaß eine Feuerbüchse aus Kupfer und trug ein vereinfachtes Sicherheitsventil der Bauart Ramsbotton. Der Rost lag waagerecht. Das Führerhaus war der Bauform von Henschel-Lokomotiven für kleinere Industriebahnlokomotiven entsprechend, es trug einen größeren quer liegenden Lüfteraufsatz. Für die 89 6034 wurde das Führerhaus umgebaut, es erhielt zusätzliche Seitenfenster, das Dach wurde verlängert und die Belüftung ausgebaut, außerdem erhielt es eine Tenderbrücke.

Die Luft für die Bremsausrüstung wurde von einer zweistufigen Luftpumpe von Knorr erzeugt, sie lag in der Regel auf der rechten Seite hinter der Verkleidung des Einströmrohres. Zur Signalgebung dienten Dampfpfeife und Läutewerk, die Beleuchtung war ursprünglich als Petroleumbeleuchtung ausgeführt, nach dem 2. Weltkrieg wurde eine elektrische mit einem Turbogenerator installiert. Der Sandstreuer war handbetätigt, er sandete den zweiten sowie den dritten Radsatz beidseitig. Die Brennstoffe wurden in der Regel auf der linken Seite im Kasten gebunkert, auf Kundenwunsch konnten sie auch hinter dem Führerhaus gelagert werden.

Siehe auch

Literatur

  • Manfred Weisbrod, Hans Wiegard: Dampflokomotiven Band 6 Regelspurige Privatbahnlokomotiven bei der DR. Transpress-Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-344-71044-3, S. 103...108.
  • Andreas Knipping, Klaus Peter Quill, Andreas Stange, Jürgen-Ulrich Ebel: Die 6000er der Deutschen Reichsbahn. EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-160-7, S. 170–174.
  • Christopher Wulfgramm: Die Braunschweigische Landes-Eisenbahn. EK-Verlag, Freiburg 2017, ISBN 978-3-8446-6409-6, S. 136–149.

Einzelnachweise

  1. a b c Christopher Wulfgramm: Die Braunschweigische Landes-Eisenbahn. EK-Verlag, Freiburg 2017, ISBN 978-3-8446-6409-6, S. 148.
  2. Internetseite der Eisenbahnstiftung
  3. Datenblatt über die Fahrzeuge der Dahme-Uckroer Eisenbahn mit Erwähnung der ehemaligen BLE 21
  4. Andreas Knipping, Klaus Peter Quill, Andreas Stange, Jürgen-Ulrich Ebel: Die 6000er der Deutschen Reichsbahn. EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-160-7, S. 170.
  5. Andreas Knipping, Klaus Peter Quill, Andreas Stange, Jürgen-Ulrich Ebel: Die 6000er der Deutschen Reichsbahn. EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-160-7, S. 174.