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Barium

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Barium ist auch der lateinische Name der Stadt Bari in Italien, dieser Artikel beschäftigt sich mit dem chemischen Element Barium. Wenn nicht anders angegeben wurden Normalbedingungen und SI-Einheiten benutzt.


Stellung im Periodensstem
Caesium - Barium - Lanthan
Sr
Ba
Ra  
 
 
Periodensystem der Elemente, Barium hervorgehoben
Periodensystem der Elemente, Barium hervorgehoben


Barium ist ein chemisches Element im Periodensystem mit dem Symbol Ba und der Ordnungszahl 56 . Barium ist ein hochgiftiges Erdalkalimetall und ein Periode-6-Element, es wurde erstmals 1774 von Carl Wilhelm Scheele identifiziert. Barium sieht im reinen Zustand silbrigweiß aus und kommt allerdings in der Natur, wegen seiner hohen Reaktivität, nicht im reinem Zustand vor.

Eigenschaften

Isotope und radioaktive Eigenschaften

Barium hat sieben stabile Isotope, von diesen ist 138Ba mit 71,8% das am häufigsten in der Natur vorkommende Isotop. Desweiteren hat Barium 24 weitere radioaktive Isotope von denen 133Ba mit 10,5 Jahren den längsten und 148Ba mit 0,64 Sekunden den kürzesten Halbwertszeit aufweist, die meisten dieser radioaktiven Isotope weisen einen Halbwertzeit von wenigen Sekunden.Hier sind zehn Isotope dargestellt für weitere siehe unter den Weblinks:

Isotop n. Häufigkeit Atomgewicht Spin Halbwertzeit Zerfallsmodus ZE MeV Zerfallsprodukt Larmorfrequenz T
130Ba 0,106 % 129.9063 0+ 130Ba ist stabil mit 74 Neutronen % % %
131Ba 0% 130.9069 1/2+ 11.50d ε 1.370 131Cs
132Ba 0,101 % 131.9051 0+ 132 Ba ist stabil mit 76 Neutronen % % %
133Ba 0% 132.906 1/2+ 10.51 y ε 0.517 133Cs
134Ba 2,417 % 133.9045 0+ 134Ba ist stabil mit 78 Neutronen % % %
135Ba 6,592 % 134.9057 3/2+ 135Ba ist stabil mit 79 Neutronen % % % 19,9 MHz
136Ba 7,854 % 135.9046 0+ 136Ba ist stabil mit 80 Neutronen % % %
137Ba 11,23 % 137.9058 3/2+ 137Ba ist stabil mit 81 Neutronen % % % 22,2 MHz
138Ba 71,7 % 137.9052? 0+ 138Ba ist stabil mit 82 Neutronen % % %
139Ba 0% 138.9088 7/2- 83.06m β- 2.317 139La
140Ba 0% 139.9106 0+ 12.752 d β- 1.047 140La

Physikalische-chemische Eigenschaften

Physikalisch
Molares Volumen 38,16 · 10-3 m3/mol
Verdampfungswärme 142 kJ/mol
Schmelzwärme 7,75 kJ/mol
Dampfdruck 98 Pa bei 371 K
Schallgeschwindigkeit 1620 m/s
Elektronegativität 0,89 (Pauling-Skala)
Spezifische Wärmekapazität 204 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 3 · 106/m Ohm
Wärmeleitfähigkeit 18,4 W/(m · K)
1. Ionisierungsenergie 502,9 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 965,2 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 3600 kJ/mol
Aussehen von Bariumstücken, die schon mit einer leichten Oxidschicht überzogen sind.

Barium ist ein festes, paramagnetisches Erdalkalimetall, das in einem kubisch-raumzentrierten Gitter kristallisiert. Barium verhält sich chemisch ähnlich wie Calcium und den anderen Erdalkalimetallen, es ist eines der unedelsten Metalle; es reagiert heftig mit Wasser und mit Sauerstoff (heftiger als die meisten anderen Erdalkalimetalle), es löst sich leicht in fast allen Säuren außer konzentrierter Schwefelsäure, da hier die Bildung einer Sulfatschicht die Auflösung verhindert, wegen dieser hohen Reaktivtät wird es unter Schutzflüssigkeiten aufbewahrt (siehe Vorsichtsmaßnahmen). Es zählt mit einer Dichte von 3,62 g/cm3(bei 20° C) zu den Leichtmetallen. Es ist ziemlich weich allerdings härter als Blei und die anderen Erdalkalimetalle, es weist eine Mohshärte von 1,25 auf. Barium schilzt mit einem Schmelzpunkt von 1000 K (727° C) und einem Siedepunkt von 1913 (1640° C) K erst bei relativ hohen Temperaturen. Es sieht silberweiß aus, an der Luft wird es schnell mattgrau, weil es eine Oxidschicht bildet, diese sieht dann wie auf dem linken Bild aus. Barium weist eine grün bis fahlgrüne Flammenfärbung auf.

Eigenschaften des isolierten Bariumatoms

Datei:Barium (Elektronenbestzung).png
Elektronenanordnung des Bariums nach dem Bohrschen Atomodell(Das Bohrsche Atommodel ist veraltet, siehe dazu den entsprechenden Artikel, und dient hier nur zu Anschauungszwecken

Barium hat ein Atomgewicht von 137,327 amu, welches sich aus den Atomgewichten der sieben stabilen Isotope zusammensetzt. Der Atomradius beträgt 215 pm (berechnet: 253 pm), der kovalente Radius 198 pm. Die Elektronenkonfiguration ist [Xe]6s2.Für die Elektronen pro Energienivau siehe die das linke Atommodell. Barium kommt in Verbindungen zweifach positiv (basisch) geladen vor.

Geschichte

Barium (griechisch "barys" bedeutet "schwer"), an sich ist zwar ein Leichtmetall, aber die erste Verbindung, die noch vor der Entdeckung des Bariums bekannt war, das Bariumsulfat, hat eine hohe Dichte, hierher ruht der Name, der auf die hohe Dichte hinweist. Bariumoxid wurde 1774 vom schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele erstmals identifiziert, als er Braunstein untersuchte, zwei Jahre später fand Johan Gottlieb Gahn die gleiche Verbindung bei Untersuchungen von Bariumsulfat. Barium als Metall wurde zuerst 24 Jahre später (1808) von Sir Humphry Davy in England entdeckt, als dieser galvanischen Versuche zur Zerlegung von Bariumoxid durchführte, allerdings war dieses sehr unrein. Barium mit einem hohen Reinheitsgehalt (99,9%) konnte erst 1901 hergestellt werden.

Vorkommen

Barium kommt wegen seiner hohen Reaktivität in der Natur nur in Verbindungen vor, die Erdkrustenhäufigkeit liegt bei 0,03% und Barium kommt somit am 14.häufigsten in der Erdkruste vor.

Barium wird vor allem im Mineral Baryt (oder Schwerspat, kristallisiertes Bariumsulfat) gefunden und aus diesem gewonnen. Die deutschen Vorkommen von Bariumverbindungen liegen im Sauerland, Harz und in Rheinland-Pfalz, das größte Vorkommen der Welt findet sich in Meggen (Westfalen), abbauwürdige Vorkommen von Bariumverbindungen finden sich weltweit, die Hauptförderländer von Barium sind China, Mexiko, Indien, Türkei, USA, Deutschland, Marokko, Irland und Frankreich.


Gewinnung

Jährlich werden etwa 4 bis 6 Millionen Tonnen Barium zu meist über die Verbindung Bariumsulfat gewonnen. Es wird technisch aus Baryt über sein Sulfid und Carbonat in Bariumoxid umgewandelt, das dann mit Silizium oder Aluminium oder ähnlichen Metallen zum Metall reduziert wird. Reaktionsgleichung zu dieser technischen Herstellung:

  • Das Bariumcarbonat fällt aus dem Wasser aus, weil es unlöslich ist, Bariumcarbonat zerfällt beim Erhitzen zu Bariumoxid und Kohlenstoff.
  • Bariumoxid reagiert mit Aluminium zu Aluminiumoxid und reinem Barium.

Hochreines Barium wird durch Elektrolyse von geschmolzenem Bariumchlorid hergestellt


Anwendungen

Elementares Barium findet nur wenige Anwendungen wie zum Beispiel in Spezialbereichen wie der Metallurgie und bei Vakuumanlagen. Es wird gelegentlich auch als Zusatz für Metalllegierungen benutzt und ist Bestandteil vieler Hochtemperatursupraleiter. Seine Verbindungen, wie Bariumsulfat,Bariumcarbonat und Bariumchlorid und weitere (siehe Verbindungen) finden hingegen trotz ihrer meist giftigen Wirkung vielfach Anwendungen. Beispiele für die Anwendungen von Bariumverbindungen:

Vorsichtsmaßnahmen

Alle wasser- oder säurelöslichen Bariumverbindungen sind hochgiftig. Reines Barium wirkt schon in Mengen ab 300 mg tödlich. Erste Hilfe kann durch Zugabe von Natriumsulfatlösung erfolgen.

Wegen der leichten Oxidierbarkeit und um rein zu bleiben, sollte Barium unter Luftabschluss in geeigneten sauerstofffreien Flüssigkeiten wie z. B. Benzin aufbewahrt werden oder inerten Gasen, was weniger verbreitet ist, weil diese flüchtig sind.

Verbindungen

Manche Verbindungen sind für ihre hohe Dichte bekannt, wie sein Sulfat, dessen Name "Schwerspat" darauf zurückzuführen ist, obwohl Barium selbst ein Leichtmetall ist. Bariumverbindungen verbrennen mit grüner Flamme.Alle wasser- oder säurelöslichen Bariumverbindungen sind hochgiftig. In Verbindungen kommt Barium immer zweifach positiv vor. Bariumverbindungen(siehe für deren Anwendungen ind Anwendungen nach) :

Literatur

  • Autor:Harry H. Binder,Lexikon der chemischen Elemente. Hirzel, Stuttgart,Februar 1999, ISBN:3777607363
  • Autor:Ekkehard Fluck, Klaus G. Heumann Periodensystem der Elemente, Tafel . Oktober 2002, ISBN:3527307168