Apollensdorf
Koordinaten: 51° 53′ N, 12° 33′ O
Lage von Apollensdorf in Sachsen-Anhalt |
Apollensdorf ist eine Ortschaft der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Sie umfasst die Ortsteile Apollensdorf und Apollensdorf-Nord.[1]
Geografie
Apollensdorf besteht aus dem eigentlichen Dorf südlich der Bundesstraße 187, der Siedlung nördlich der Bahnstrecke Roßlau–Falkenberg/Elster und dem 1994 errichteten Industrie- und Gewerbegebiet Apollensdorf-Nord.
Das Dorf liegt zwischen den bewaldeten Hängen des Fläming im Norden und der mittleren Elbe, die unmittelbar südlich an Apollensdorf vorbeifließt. Umgeben wird Apollensdorf vom Wittenberger Ortsteil Griebo im Westen, vom Coswiger Ortsteil Möllensdorf im Norden und dem Wittenberger Ortsteil Piesteritz im Osten. Auf der gegenüberliegenden südlichen Seite der Elbe liegt das ebenfalls zu Wittenberg gehörige Seegrehna. Das Gelände an der Elbe ist überwiegend flach. Eine Ausnahme bildet der 127 m hohe Apollensberg, der gut an das Wanderwegenetz angeschlossen ist und von dessen Gipfel man weit über die Elbwiesen zur Dübener Heide blicken kann.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung fand Apollensdorf im Jahr 1293 als Boldenstorff. In der Kirche des ehemaligen Bauerndorfes weilte Martin Luther oft zum Gebet. Eine bereits 1376 erwähnte und von Rudolf I. bereits etliche Jahre zuvor errichtete und dem Wittenberger Allerheiligenstift inkorporierte Marienkapelle auf dem Apollensberg existiert heute nicht mehr. Kurfürst Johann Friedrich I. ließ die Kapelle 1542 abreißen, weil die Steine für den Bau des Festungswalls der Stadt Wittenberg gebraucht wurden.[2] An der Stelle der Marienkapelle wurde im Jahr 2000 ein acht Meter hohes ökumenisches Kreuz aus Edelstahl errichtet. Es ist Station des Kirchenpfades, der in der Korrespondenzregion Bitterfeld-Dessau-Wittenberg der Expo 2000 angelegt worden war.[3] Der Apollensberg wurde von den 1950er Jahren bis 1994 als Funk- und Radarstation der Sowjetarmee genutzt.
Apollensdorf wurde 1974 nach Lutherstadt Wittenberg eingemeindet.
Sehenswürdigkeiten

Am Südostrand des Dorfes steht die zwischen 1200 und 1230 errichtete Feldsteinkirche, bis ins 17. Jahrhundert hinein der einzige steinerne Bau im Ort. Das dreiteilig gestufte Bauwerk in romanischem Stil ist ausgestattet mit einem abgetreppten Rundbogenportal, dem Kirchenschiff, einem eingezogenen Chor und eingezogener Apsis. Die ursprünglichen Fenster wurden im 17. Jahrhundert vergrößert. Der Taufstein stammt aus der Barockzeit, etwa um 1660. Von 1991 bis 1994 wurde die romanische Feldsteinkirche mit ihrer barocken Ausstattung und dem markanten Holzglockenturm restauriert.
Persönlichkeiten
- August Buchner (1591–1661), Altphilologe, Poet und Literaturtheoretiker der Barockzeit, in Apollensdorf gestorben
- Wilhelm Ludwig Nitzsch (1703–1758), lutherischer Theologe, zeitweise Pfarrer in Apollensdorf
- Erhard Peschke (1907–1996), evangelischer Theologe und Professor für Kirchengeschichte, zeitweise Pfarrer in Apollensdorf
- Peter-Hugo Scholz (1954–2019), Journalist, Autor und Bergsteiger
