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Ottensheim

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Wappen Karte
Lage in Österreich
Basisdaten
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Bezirk Urfahr-Umgebung (UU)
Fläche: 12 km²
Einwohner: 4.312 (Stand: 15. Mai 2001)
Höhe: 270 m ü. NN
Postleitzahl: 4100
Vorwahl: 07234
Geografische Lage: Vorlage:Koordinate Text Artikel
Gemeindekennziffer: 41617
Verwaltung: Marktgemeinde Ottensheim
Marktplatz 9
4100 Ottensheim
Offizielle Website: http://www.ottensheim.ooe.gv.at
E-Mail-Adresse: gemeinde@ottensheim.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ulrike Böker (pro O)

Ottensheim ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Urfahr-Umgebung im oberen Mühlviertel mit 4.317 Einwohnern. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Urfahr-Umgebung.

Geografie

Ottensheim liegt auf 270 m Höhe (Marktplatz) im oberen Mühlviertel an der Donau, gegenüberliegend ist das Zisterzienserstift von Wilhering. Der höchste Punkt ist der Dürnberg in 549 m Seehöhe.

Offizielle Ortsteile der Gemeinde sind: Dürnberg, Höflein, Niederottensheim, Ottensheim und Weingarten. Der Ortsteil Ottensheim selbst verfügt über den Großteil der Gesamteinwohnerzahl und die weiteren Siedlungen, mit Ausnahme der an Puchenau grenzenden Achleitnersiedlung, grenzen fast nahtlos an den Ortsteil Ottensheim an. Im Vergleich zu fast sämtlichen anderen Gemeinden des Mühlviertels, aber auch anderswo, deren Gemeindegebiet meist wesentlich größer ist und auch über einige Ortsteile und weit verstreute Siedlungen verfügen, stellt Ottensheim aufgrund der Konzentration des Großteils der Einwohner auf ein geschlossenes Siedlungsgebiet, eine seltene Ausnahme dar.

Ottensheim liegt am Knotenpunkt der vielbefahrenen Aschacher Straße mit der Rohrbacher Straße, welche nach Linz führt. Die Mühlkreisbahn durchquert Ottensheim ebenfalls, und seit mehreren Jahren verfügt Ottensheim über eine Schiffsanlegestelle im nahe der Donaufähre gelegenen Donaupark.

Ausdehnung

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,8 km, von West nach Ost 3,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 11,7 km². 21,4 % der Fläche sind bewaldet, 46,2 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ab der Stelle, an der die Rodl in die Donau mündet, dehnt sich flussaufwärts auf rund 2 km Länge das Gemeindegebiet über die gesamte Breite der Donau und Teile südlich des Flussufers aus. Das Donaukraftwerk Ottensheim-Wilhering befindet sich zur Gänze auf Ottensheimer Gemeindegebiet. Der parallel zur Donau verlaufende Altarm, der beim Bau des Donaukraftwerks entstand, befindet sich zu einem kleinen Teil bereits auf Goldwörther Gemeindegebiet. Von der Mündung des Pesenbaches in den Altarm der Donau läuft die Gemeindegrenze Ottensheim-Goldwörth spitz auf einen fiktiven Punkt in der Mitte der Donau, rund 200 m flussaufwärts hinter dem Donaukraftwerk, zu. Selbiges gilt für die Gemeindegrenze Ottensheim-Wilhering. Südlich der Donau erstreckt sich das Gemeindegebiet bis kurz vor die Innbachbrücke. Wenige Meter südlich der diese Brücke überquerenden Straße beginnt die Grenze schnurgerade auf den bereits erwähnten fiktiven Punkt in der Donau zuzulaufen. Das weniger als 1 km² große Ottensheimer Gemeindegebiet südlich der Donau, welches sich im Westen bis hinter das Kraftwerk ausdehnt, im Süden durchschnittlich 200 bis 300 m Ausdehnung erreicht, und im Osten in etwa auf Höhe der gegenüberliegenden Rodlmündung wieder das Festland verlässt, nennt sich Marktau, und verfügt über keine Einwohner.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden sind im Westen Goldwörth, im Nordwesten Walding, im Norden Gramastetten und im Osten Puchenau. Im Süden grenzt Ottensheim an Wilhering, womit Ottensheim flussabwärts der Rodlmündung auf knapp 3 km Länge die Donau teilt.

Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Geteilt von Blau und Schwarz; in der Mitte ein goldener, von zwei ebensolchen, abgeledigten, sechsendigen Hirschstangen begleiteter, zinnenbewehrter Rundturm mit zwei Fenstern und zwei Schießscharten untereinander und rotem Kegeldach mit goldenem Knauf, das Rundbogentor mit goldenem Fallgatter geöffnet. Beiderseits des Turmes im schwarzen Feld eine goldene, durchgehende, gequaderte Mauer, dahinter eine Giebel- und Frontseiten zeigende, rot bedachte und mit goldenen Wetterfähnchen besteckte Häuserzeile. Die Gemeindefarben sind Blau-Schwarz.

Geschichte

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.868
1880 1.750
1890 1.838
1900 1.987
1910 2.053
1923 1.961
1934 1.949
1939 2.117
1951 2.455
1961 2.871
1971 3.145
1981 3.579
1991 3.796
2001 4.312

Bodenfunde aus der Jungsteinzeit um etwa 4000 v. Chr. sowie ein Gräberfeld aus der Hallstattzeit, das auf 700 v. Chr. datiert wird, weisen auf erste Siedlungstätigkeit hin. An einem Hügel direkt an der Donau befand sich vor rund 2000 Jahren ein römischer Wachturm. An dieser Stelle ließ später Ritter Otini - von welchem Ottensheim seinen Namen haben könnte - eine Burg errichten. Die erste urkundliche Erwähnung von „Oteneshaim“ erfolgte im Jahre 1148. Ab 1227 war die Ottensheimer Burg im Besitz der Babenberger. 1228 wurden durch den österreichischen Herzog Leopold VI. Ottensheims Marktrechte bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt verfügten in Oberösterreich erst Linz (seit 1210) und Enns (seit 1212) über das Marktrecht. Ottensheim wurde ab 1490 dem Teilfürstentum „Österreich ob der Enns“ zugerechnet. Im Mittelalter besaß Ottensheim eine Schutzmauer, die beiderseits von einem Graben begleitet waren. Dies sind heute die Straßen „Innerer Graben“ und „Äußerer Graben“. Drei Tore - Schmiedtor, Linzertor und Wassertor - gewährten Zutritt zum Kern der Gemeinde.

1527 schenkte König Ferdinand I. die Burg und den Markt Ottensheim seinem Kanzler Niklas Rabenhaupt von Suche. Dieser ließ die Burg zu einem Schloss umbauen und verschaffte Ottensheim sein heutiges Marktwappen.

Als politische Gemeinde existiert Ottensheim seit 1848. Damals verfügte es über die Katastralgemeinden Niederottensheim, Oberottensheim und Puchenau. Der erste Gemeinderat konstituierte sich in diesem Jahr.

1871 wurde die „Erste Drahtseilbrücke“ eröffnet - eine Rollfähre, die durch Strömung angetrieben, und durch Drahtseile abgesichert wird. Bis dahin kam den Förgen die Aufgabe der berufsmäßigen Donauüberquerung zu. Bereits nach acht Jahren wurde die „Drahtseilbrücke“ jedoch bei einem Eisstoß und einem Hochwasser zerstört. 1882 eröffnete daher die „Zweite Drahtseilbrücke“. Diese wurde erst 1964 durch die auch heute noch betriebene (Roll-)Fähre ersetzt.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt, ist aber seither wieder bei Oberösterreich. Durch eines Landesbeschluss wurde das bisher zu Ottensheim gehörende Puchenau im Jahr 1893 zur eigenen Gemeinde erhoben. Am 7. Juni 1899 zur Mittagszeit zerstörte ein Brand über 130 der 160 Häuser und Teile der Kirche, die bis dahin einen Zwiebelturm besaß. 9 Menschen kamen dabei ums Leben. Erst später gestand eine Armenhausbewohnerin den Brand gelegt zu haben.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs diente das Schloss als Unterkunft für Flüchtlinge. Danach wurde es von der Sowjetunion besetzt. Seit 1955 ist das Schloss im Privatbesitz verschiedener Familien.


Etymologie

Der Name Ottensheim lässt sich von den althochdeutschen Vorsilben „Oten-“ oder „Oto-“, aber auch von den Personennamen „Otuni“ oder „Otini“ herleiten. Daher könnte der Name von Ritter Otini stammen, welcher hier einst eine Burg errichten ließ. All diese Vorsilben lassen sich auf die gemeinsame Stammform aus dem altgermanischen zurückführen: „AUDA“. Dies bedeutete „Reichtum“, „Schatz“, „Besitz“.

Politik

Im Rahmen der Gemeinderatswahl 2003 wurde auch über die Bürgermeisterkandidaten direkt abgestimmt, wobei die Kandidatin der Bürgerliste „pro O.“, Ulrike Böker, in der Stichwahl gegen den bisherigen Bürgermeister der ÖVP, Konrad Hofer, als Siegerin hervor ging. Von 3.329 Wahlberechtigten gaben 2.495 ihre Stimme ab, davon fielen 1.302 auf Ulrike Böker, und 1.140 auf Konrad Hofer. Die Gemeinderatswahl selbst konnte jedoch die ÖVP für sich entscheiden. Der Gemeinderat, welcher aus 25 Mitgliedern besteht, setzt sich daher wie folgt zusammen: 10 ÖVP, 7 SPÖ, 7 Bürgerliste pro O. und 1 FPÖ.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3.796 Einwohner, 2001 dann 4.317 Einwohner.

Rollfähre in Ottensheim

Sehenswürdigkeiten

  • Regattastrecke
  • Donaukraftwerk
  • Schloss
  • Marktplatz
  • Drahtseilbrücke (Donauüberfuhr mit einer Rollfähre)
  • Kirche

Freizeit und Erholung

Das Erholungsgebiet Rodlgelände
Seit dem Hochwasser 2002 erfreut bei Niederwasser eine Insel in der Donau Badegäste

Entlang der Donau befinden sich ausgedehnte Sportanlagen und Grünflächen. So befinden sich im Osten des Gemeindegebietes drei Fußballplätze, ein Tenniszentrum, die Donauhalle - eine Mehrzweckhalle mit durchgehendem Sauna-Betrieb, Squash-Räumlichkeiten, und einer großen, meist als Tennisplatz genutzten, Halle. Westlich dieser Anlagen befindet sich entlang der Donau ein Grünstreifen mit Baumallee und Spielplatz. Auch die Schiffanlegestelle Ottensheim befindet sich dort an der Regattastrecke, einem entlang der Donau verlaufenden Gehweg.

In knapper Entfernung davon folgt die Drahtseilbrücke Ottensheim - eine Drahtseilfähre über die Donau, welche allein durch die Strömung der Donau - dank Seitenrudern - zwischen Wilhering und Ottensheim pendelt. Ein weiterer Grünstreifen erschließt dann das Areal an der Fähranlegestelle mit dem Rodlgelände, einem Freizeitgelände, welches sich zwischen der Rodl und dem 1. Hochwasserschutzdamm befindet. Die hoch gewachsenen Bäume spenden dem zum Grillen und für Feste genutzten Areal Schatten. Ein Spielplatz, zwei Asphaltstockbahnen und zwei Beachvolleyballplätze sorgen für weitere Betätigungsmöglichkeiten auf dem Gelände, auf welchem sich auch eine Imbissbude befindet. Im Winter wird sowohl der 1. als auch am 2. Damm, der allerdings nicht mehr zum Rodlgelände zählt, zum Schlittenfahren und ähnlichem genützt.

Noch ein Stückchen weiter im Westen befindet sich das Regattazentrum Ottensheim. Dieses nutzt den rund 1 km langen Altarm der Donau, der durch den Kraftwerksbau in den 1970er-Jahren entstanden ist, für Ruder- und Kanu-Wettbewerbe. So finden dort jährlich die Staatsmeisterschaften im Rudern statt, bei denen auch die Mannschaft des Wassersportvereins Ottensheims regelmäßig Spitzenränge erzielt. Auch der ehemalige Ruderweltmeister Wolfgang Sigl stammt aus diese Gemeinde.

Dort wo der Altarm mit der Donau zusammengeht, und der Fluss daher besonders breit ist, lagerte sich während des Hochwassers 2002 eine Insel aus Donauschlamm ab, die bereits im darauffolgendem Sommer erfreut von der Bevölkerung als Badestrand angenommen wurde, obwohl es hygienische Bedenken gab und immer noch gibt. Dennoch finden sich während der Sommermonate bei Niederwasser und Schönwetter bis zu 100 Leute und mehr ein, die die je nach Wasserstand 30 bis 40 Meter lange, und 15 bis 25 Meter breite Insel zum sonnen und ausspannen, und die Donau zum baden nutzen.

Entlang der Donau bzw. des Donauarms befindet sich durchgehend ein Radweg, welcher Bestandteil des Donauradwegs von Passau bis Wien ist. Dieser wird neben zahlreichen Radtouristen im Sommer, die zu dieser Jahreszeit auch die Gastgärten der Gemeinde säumen, auch von den Einheimischen gerne zum joggen, skaten, Rad fahren und ähnlichem genützt.


Wirtschaft und Infrastruktur

Bei der Arbeitsstättenzählung der Statistik Austria mit Stichtag 15. Mai 2001 wurden 242 Arbeitsstätten (darunter 1 mit mehr als 100 Beschäftigten) mit insgesamt 1.394 Beschäftigten gezählt. Im Vergleich zu 1991 bedeutet das einen Zuwachs von 82 Arbeitsstätten im Ausmaß von 312 Arbeitsplätzen, was vor allem auf den Bau eines Einkaufszentrums am Kreuzungspunkt der zwei Hauptverkehrsachsen B 127 und B 131 zurückzuführen ist.

Unter anderem ist in Ottensheim die Buchwerkstatt Thanhäuser ansässig. Seit 1919 existiert in Ottensheim mit der Filmszene Ottensheim ein „Kino bei Tisch“.

Rund 45 landwirtschaftliche Betriebe sind in Ottensheim tätig, 20 davon als Vollerwerbsbauern.


Persönlichkeiten