BMW R 1200 GS Adventure K51
BMW | |
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BMW R 1200 GS Adventure (K51) | |
R 1200 GS Adventure | |
Hersteller | BMW |
Verkaufsbezeichnung | R 1200 GS Adventure |
Produktionszeitraum | ab 2014 |
Klasse | Motorrad |
Bauart | Reiseenduro |
Motordaten | |
Luft-/wassergekühlter Boxermotor mit zwei Zylindern | |
Hubraum (cm³) | 1170 |
Leistung (kW/PS) | 92/125 bei 7750 min−1 |
Drehmoment (N m) | 125 bei 6500 min−1 |
Höchstgeschwindigkeit (km/h) | 213 |
Getriebe | Klauengeschaltetes Sechsgang-Getriebe im Motorgehäuse integriert |
Antrieb | Kardanantrieb |
Bremsen | vorn Ø 305 mm Doppelscheibenbremsen hinten Ø 276 mm Scheibenbremse |
Radstand (mm) | 1510 |
Maße (L × B × H, mm): | 2255 × 980 × 1450 |
Sitzhöhe (cm) | 89/91 |
Leergewicht (kg) | 260 |
Vorgängermodell | BMW R 1200 GS Adventure (K255) |
Die BMW R 1200 GS Adventure ist ein Motorrad des Fahrzeugherstellers BMW. Die Reiseenduro wurde am 7. Oktober 2013 in einer offiziellen Pressemeldung vorgestellt.[1] Auf der Zweiradmesse EICMA in Mailand wurde sie kurze Zeit später zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Das Motorrad wird wie alle Modelle der R-Reihe von einem Boxermotor angetrieben und im BMW-Werk Berlin in Spandau endmontiert. Die Modellbezeichnung GS bedeutet Gelände/Straße, der interne Werkscode lautet K51. Die Verkaufsbezeichnung blieb unverändert. Die Basis des Motorrades bildet die ein Jahr zuvor eingeführte R 1200 GS (K50)
Abgrenzung zur GS K50 und dem Vorgängermodell (K255)
Die Adventure verfügt grundsätzlich über eine fernreisetauglichere Ausstattung. So ist das Volumen des Kraftstofftanks, welcher nun aus Aluminium anstatt aus Kunststoff gefertigt ist, mit 30 Litern deutlich größer als bei der GS mit 20 Litern. Die Reichweite ist mit rund 600 km (je nach Fahrweise) mit derer des Vorgängermodells vergleichbar. Im Gegensatz zu dieser ist der Kraftstofftank zwar um 3l kleiner, jedoch konnte mit dem neuen Motor auch der Verbrauch um 0,2–0,3l gesenkt werden. Die Reserveanzeige leuchtet unverändert bei ca. 4l Resttankinhalt auf. In der vorderen Verkleidung des Tanks befindet sich nun ein kleines Fach in welchem Gegenstände, wie eine Sonnenbrille oder das Portemonnaie, schnell griffbereit sind.
Ebenso sind die Federwege um 2 cm länger. Gegenüber der Vorgängerin bedeutet das, dass die Bodenfreiheit um 2 cm größer ist. Darüber hinaus ist im Antriebsstrang die Schwungmasse um etwa 950 g erhöht[2] und um einen zusätzlichen Schwingungsdämpfer ergänzt worden, um einen ruhigeren Lauf insbesondere bei niedrigen Drehzahlen zu erreichen. Ein größeres Windschild und seitliche, sogenannte Flaps, sollen den Wind- und Wetterschutz nochmals verbessern. Die Fahrersitzbank ist nun zweistufig Höhen- und Neigungsverstellbar. Die Sitzhöhe liegt bei 890 bzw. 910 mm, die Schrittbogenlänge bei 1.950 bzw. 1.990 mm und ist somit etwas höher als bei der GS. Anstatt auf Aluminium-Gussrädern steht die Adventure auf Kreuzspeichenfelgen. Die Dimensionen sind mit 120/70 R 19 vorne und 170/60 R 17 hinten gleich geblieben. Die Kreuzspeichenfelgen bieten gegenüber den Gussfelgen den Vorteil, dass erstere sich bei einem Durchschlagen des Reifens (auf z.B. einem Stein) eher nur verformen, anstatt zu brechen. Richtet man dann die Speichen neu aus, kann so ein Felgenschaden meistens auch fernab der Zivilisation mit einfachen Werkzeugen behoben werden.
Um im schweren Gelände den Endurostiefeln besseren Halt zu bieten, sind die Fußrasten sehr grob ausgeführt, so dass auch Dreck durch die Löcher abfallen kann. Darüber hinaus ist beim Fußbremshebel zusätzlich eine klappbare Erhöhung angebracht, welche bei Fahrten im stehen nach unten geschwenkt wird und somit der veränderten Fußhaltung Rechnung trägt.
Abseits der nicht nachrüstbaren Merkmale gibt es auch Zubehör, welches bei der Adventure im Gegensatz zur Grund-GS serienmäßig verbaut ist. So wartet die Adventure ab Werk mit Motorschutzbügel und Handprotektoren auf.
Sonderausstattung
Zur Modelleinführung gibt es drei Zusatzpakete, welche, anders als bei der Markteinführung der GS, beliebig miteinander kombinierbar sind.
Das Comfort-Paket enthält eine verchromte Auspuffanlage, Heizgriffe und eine Reifendruckkontrolle (RDC).
Das Dynamik-Paket fügt die „Fahrmodi-Pro“, LED-Blinkleuchten und den LED-Scheinwerfer, welcher über eine Tagfahrlichtfunktion verfügt, hinzu.
Im Touring-Paket sind ein erweiterter Bordcomputer (Pro), das elektronische Fahrwerk „Dynamic ESA“, der Kofferhalter für die Alukoffer, eine Geschwindigkeitsregelanlage, Navivorbereitung und ein Paar Zusatzscheinwerfer enthalten.
Alle Optionen, mit Ausnahme des Bordcomputers Pro, sind auch einzeln bestellbar. Abseits der Pakete bietet die Zubehörliste die Möglichkeit, die Maschine ab Werk mit einer Geländebereifung anstatt des Michelin Anakee 3 auszustatten. Ebenso ist es möglich, den Motor drosseln zu lassen. Nicht ab Werk, aber ebenfalls als Sonderausstattung erhältlich, ist der Schaltassistent Pro. Dieser ermöglicht das Hoch- und Zurückschalten ohne Kupplungs- oder Drosselklappenbetätigung in den fahrrelevanten Last- und Drehzahlbereichen. Ab dem Modelljahr 2015 ist dieser auch ab Werk bestellbar. Eine Diebstahlwarnanlage rundet die Liste ab.
Farbvarianten
Folgende Farben waren im Modelljahr 2014 bestellbar: Olive uni matt, Racingblue metallic matt und Alpinweiss uni. Im Modelljahr 2016 haben sich die Farbtöne geändert. Folgende stehen nun zur Auswahl: Ozeanblau metallic matt, Racinred uni matt und Lightwhite uni.

Das „LC“-Paradoxon
Um die K255 von der K51 wie auch die K25 von der K50 einfacher unterscheiden zu können wird in Internetforen oftmals das Kürzel LC für liquid cooled hinter die Modellbezeichnung gestellt. Dies ist insofern nicht ganz richtig, da nach wie vor Hauptsächlich durch den Fahrtwind gekühlt wird. Den kleineren Teil der Kühlung übernimmt noch immer eine Flüssigkeit. Lediglich das Kühlmedium wechselte von Öl bei der K255 (K25) auf eine wasserbasierende Flüssigkeit bei der K51 (K50).
Kritiken
„Wer den Motorrad-Berg erst einmal erklommen hat, wird mehr als überrascht sein. Denn die große Adventure ist ein echter Feger!“
„Fast ein Kilogramm mehr Schwungmasse an der Kurbelwelle macht die Abenteuer-GS im Offroadbetrieb besser beherrschbar und sorgt auch beim Anfahren für mehr Ruhe im Gebälk. Das exzellente Fahrwerk wird durch den etwas steileren Lenkkopfwinkel noch ein wenig handlicher und verblüfft trotz des stattlichen Gewichts mit einer extremen Wendigkeit auf losem Untergrund.“
„Wenn man erst einmal losgefahren ist, weiß man, was dieses Motorrad so begehrenswert macht: das Schwergewicht reagiert so agil, wie man es sonst nur von viel kleineren Motorrädern kennt. Die hohe Sitzposition verleiht dem Fahrer ein Gefühl der Sicherheit. Man sitzt derart entspannt auf der Adventure, dass selbst lange Fahrten auf der Autobahn zu keiner Tortur werden, wie die Rückreise aus dem Weserbergland nach Berlin zeigte.“
Weblinks
- Website des Herstellers
- Produktinformation des Herstellers
- König der Lüfte. In: Focus. 2. September 2014.
- Walter Wille: Der wahre Watzmann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. Mai 2014.
Einzelnachweise
- ↑ Pressemappe: Die neue BMW R 1200 GS Adventure. 7. Oktober 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013.
- ↑ Guido Bergmann: Wuchtfahrzeug. In: Motorrad News. Nr. 11, 2013, ISSN 2193-1631, S. 6–7.
- ↑ Matthias Hirsch: BMW R1200GS Adventure 2014 - Handliche Wuchtbrumme. In: Bikerszene.de. Abgerufen am 23. Februar 2014.
- ↑ Patrick Sauter: Auf der Suche nach dem Bergkönig. In: MO - Das Motorrad. Nr. 8, 2014, ISSN 0723-2616, S. 26.
- ↑ Frank Mertens: Nicht nur im Gelände gut. In: Autogazette. 22. August 2014.