Zum Inhalt springen

Jurij Schuchewytsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. November 2015 um 22:42 Uhr durch Berihert (Diskussion | Beiträge) (Leben: kleine Ausbesserung). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Jurij Schuchewytsch 2010

Jurij-Bohdan Romanowytsch Schuchewytsch (ukrainisch Юрій-Богдан Романович Шухевич; * 28. März 1933 in Ohladów, Woiwodschaft Lemberg, Polen) ist ein ukrainischer Politiker. Er war von 1990 bis 1994 und von 2005 bis 2014 Vorsitzender der ukrainischen Partei UNA-UNSO[1].

Leben

Jurij Schuchewytsch mit seinem Vater Roman Schuchewytschin den 1940er Jahren

Jurij Schuchewytsch kam in Ohljadiw (heute im Rajon Radechiw, Oblast Lwiw, Ukraine), als Sohn des Politikers und Offiziers der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) Roman Schuchewytsch zur Welt. Er lebte von 1939 bis 1941 in Krakau und im Anschluss, bis zum Einmarsch der Roten Armee 1944, in Lwiw. Seine restliche Kindheit und Jugend verbrachte er als „Kind eines Volksfeindes“ größtenteils in der Verbannung, in sowjetischen Waisenhäusern und Gefängnissen (unter anderem im Gefängnis Wladimirowka). Als Erwachsener wurde er wegen des Vorwurfs der Durchführung von „antisowjetischer Agitation und Propaganda“ weiter von sowjetischen Behörden verfolgt und verbrachte sein Leben bis zum Untergang der Sowjetunion größtenteils in Gefängnissen und Lagern. Im Februar 1977 wurde er Mitglied des ukrainischen Helsinki-Gruppe. Während der insgesamt 46 Jahre in Waisenhäusern, politischer Haft und der Verbannung nahm Schuchewytsch eine aktive Rolle in der ukrainischen Befreiungsbewegung ein. Nachdem seine Verbannung in Sibirien im Jahr 1988 beendet war und er sein Sehvermögen vollständig in sowjetischer Haft verloren hatte, hielt er sich in einem Behindertenheim in der Oblast Omsk auf.

Schuchewytsch kehrte, nachdem er die Erlaubnis zur Rückkehr in die Ukraine erhielt, im Oktober 1989 in die Ukraine zurück, ließ sich in Lwiw nieder und wurde, trotz seines schlechten Gesundheitszustandes, sofort wieder politisch aktiv. Auf Einladung von internationalen Menschenrechtsorganisationen und der ukrainischen Diaspora besuchte er nach der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 Westeuropa, die USA und Kanada.

Am 30. Juni 1990 wurde Schuchewytsch der erste Parteivorsitzende der nationalistischen und rechtsextremen Partei UNA-UNSO[2] und blieb dies, bis sich sein Gesundheitszustand und sein Verhältnis zur Parteispitze verschlechterte, bis zum 7. August 1994. Danach zog er sich vorerst aus dem aktiven politischen Leben weitgehend zurück. 2005 kehrte er in die Politik zurück und wurde am 15. Oktober 2005 erneut zum Vorsitzenden der UNA-UNSO gewählt. Am 28. September 2014 wurde er als Vorsitzender abgesetzt, weil er bei der Parlamentswahl in der Ukraine 2014 für die Radikale Partei Oleh Ljaschkos antrat. Nachdem diese bei der Wahl 22 Mandate erhielt, wurde er als Nummer 5 der Parteiliste der Radikalen Partei Oleh Ljaschko unabhängiger Abgeordneter der Werchowna Rada[3]. Im Februar 2014 unterzeichnete Schuchewytsch eine Petition, die russische Sprache und die Lebensweise der russischsprachigen Bürger der Ukraine zu respektieren.[4][5]

Ehrungen

Im August 2006 ernannte der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko Schuchewytsch wegen Zivilcourage, langfristigen sozio-politischen und Menschenrechtsaktivitäten im Namen der Unabhängigkeit der Ukraine zum Held der Ukraine [6].

Commons: Jurij Schuchewytsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Artikel zu Jurij Schuchewytsch vom 21. Oktober 2014 auf der Webpräsenz der Partei], abgerufen am 20. November 2015
  2. Zusammenfassung der Geschichte der UNA-UNSO auf der Webpräsenz der Partei], abgerufen am 20. November 2015
  3. Mitglieder des Parlaments auf der Webpräsenz der Werchowna Rada, abgerufen am 20. November 2015
  4. Biographie Jurij Schuchewytsch auf der Webpräsenz von "Helden der Ukraine", abgerufen am 20. November 2015
  5. Biographie Jurij Schuchewytsch auf Lb.ua, abgerufen am 20. November 2015
  6. Dekret Nr. 703/2006 des Präsidenten der Ukraine vom 19. August 2006, abgerufen am 20. November 2015