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Ukrainische Fußballnationalmannschaft/Europameisterschaften

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Ukraine
Ukrajina
Verbandslogo
EM-Rekordspieler Oleksij Mychajlytschenko (8 für die UdSSR und GUS)
EM-Rekordtorschütze Oleg Protassow (für die UdSSR) und Andrei Schewtschenko (je 2)
Rang 24
Ausrichter 2012 (zusammen mit Polen)
Bilanz
3 EM-Spiele
1 Sieg
0 Unentschieden
2 Niederlagen
2:4 Tore
Statistik
Erstes EM-Spiel
UkraineUkraine Ukraine 2:1 Schweden SchwedenSchweden
Kiew (UKR); 13. Juni 2012
Höchster EM-Sieg
UkraineUkraine Ukraine 2:1 Schweden SchwedenSchweden
Kiew (UKR); 13. Juni 2012
Höchste EM-Niederlage
UkraineUkraine Ukraine 0:2 Frankreich FrankreichFrankreich
Donezk (UKR); 15. Juni 2012
Erfolge
Europameisterschaften
Endrundenteilnahmen 1 (erste: 2012)
Beste Ergebnisse Vorrunde 2012
(Stand: 2015)

Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der ukrainischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu.

Teilnahmen an Fußball-Europameisterschaften

Die Ukraine war Teil der UdSSR. Diese nahm an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. Die Sowjetunion gewann bereits die erste Meisterschaft. In der 1960er Europameistermannschaft spielte der Ukrainer Wladimir Maslatschenko mit. 1972 wurde die Sowjetunion Vizeeuropameister. Damals waren die ukrainischen Spieler Juri Istomin, Anatoli Konkow, Eduard Kozinkewitsch, Wolodymyr Onyschtschenko, Wladimir Troschkin Mitglied des Teams. Diese Elf wurde von Alexander Ponomarew trainiert, der in der Ukraine geboren war. 1988 wurde die Sowjetunion wieder Vizeeuropameister. Hier waren Anatoliy Demyanenko, Hennadij Lytowtschenko, Olexander Sawarow, Oleksij Mychajlytschenko, Sergei Baltatscha, Wassili Raz, Igor Belanow, Oleh Protassow und Wiktor Passulko Spieler aus der Ukraine. Trainer war der Ukrainer Walerij Lobanowskyj. Nach der Auflösung der Sowjetunion nahm die Ukraine erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil. Bei dieser Qualifikation und den folgenden scheiterte man. 2012 war die Ukraine zusammen mit Polen Gastgeber der EM und nahm damit erstmals teil. 2015 konnte sie sich erstmals sportlich für die 2016 mit 24 Mannschaften ausgetragene Endrunde qualifizieren.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Kroatien und Vizeweltmeister Italien gescheitert.
2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In den Relegationsspielen an Slowenien gescheitert.
2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Griechenland und Spanien gescheitert.
2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Finalisten der WM 2006 Frankreich und Italien gescheitert.
2012 Polen und Ukraine Vorrunde Schweden, Frankreich, England - Oleh Blochin Nach einem Auftaktsieg gegen Schweden wurden die beiden anderen Spiele verloren, so dass die Ukraine als Gruppendritter ausschied.
2016 qualifiziert In den Playoffs der Gruppendritten setzte sich die Ukraine gegen Slowenien durch.

1996

Nachdem die Gemeinschaft unabhängiger Staaten 1992 noch an der EM-Endrunde teilgenommen hatten, nahmen die Staaten der ehemaligen Sowjetunion erstmals getrennt an der Qualifikation für die EM 1996 teil. Die Ukraine traf dabei auf Kroatien, Italien, Litauen, Slowenien und Estland, von denen außer Italien alle ebenso wie die Ukraine zum ersten Mal an eine EM-Qualifikation teilnahmen. Die von Anatoli Konkow trainierten Ukrainer starteten mit einer 0:2-Heimniederlage gegen Litauen und einem torlosen Remis gegen Slowenien. Erst im dritten Spiel gelang Serhiy Konovalov beim 3:0 gegen Estland das erste Qualifikationstor für die Ukraine. Nach zwei weiteren Niederlagen gegen Kroatien und Italien folgten zwar drei Siege, aber nach zwei Niederlagen in den beiden letzten Spielen blieb nur der vierte Platz mit 10 Punkten Rückstand auf die beiden für die Endrunde qualifizierten Mannschaften. Nach der verpassten Qualifikation übernahm József Szabó das Amt des Nationaltrainers.

2000

Vier Jahre später lief die Gruppenphase schon deutlich besser. Gegen Frankreich, Russland, Island, Armenien und Andorra, das erstmals teilnahm, gelangen je fünf Siege und Unentschieden. Die Ukraine gehörte damit zwar zum Kreis von nur vier Mannschaften, die kein Spiel verloren hatten, hatten aber einen Punkt weniger als Frankreich und mussten als Gruppenzweiter in die Relegation. Gegner war Slowenien und nach einem 1:2 in Ljubljana reichte das 1:1 im Rückspiel nicht, um das EM-Ticket zu buchen. Slowenien schied dann bei der Endrunde in der Gruppenphase aus. Mit dem erneuten Verpassen der Endrunde endete die Amtszeit von József Szabó. Sein Nachfolger wurde Walerij Lobanowskyj, der gleichzeitig Trainer von Dynamo Kiew war.

2004

Vier Jahre später reichte es dann nicht einmal für die Playoff-Spiele der Gruppenzweiten. Nach der verpassten Qualifikation für die WM 2002 hatte Leonid Burjak das Amt des Nationaltrainers übernommen. In einer Gruppe mit Griechenland, Spanien, Armenien und Nordirland wurde zwar der spätere Gruppensieger Griechenland geschlagen, darüber hinaus gelang aber nur noch ein Sieg gegen Armenien. Vier Remis bei zwei Niederlagen reichten dann nur noch für Platz 3. Gruppensieger Griechenland wurde bei der Endrunde dann sensationell Europameister. Der Gruppenzweite Spanien qualifizierte sich über die Playoffs gegen Norwegen, schied aber bei der Endrunde in der Gruppenphase aus. Für Burjak kam mit der verpassten Qualifikation das Ende seiner Amtszeit, ihn beerbte Oleh Blochin.

2008

Nachdem sich die Ukraine unter Oleh Blochin für die WM 2006 qualifiziert und dort erst im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Italien ausgeschieden war, bestanden berechtigte Hoffnungen sich auch erstmals für die EM-Endrunde zu qualifizieren. Allerdings hatten die Ukrainer eine schwere Gruppe erwischt, denn sie trafen auf die beiden WM-Finalisten Frankreich und Italien, die Platz 1 und 2 unter sich ausmachten. Weitere Gegner waren die Schotten, die sich noch vor den Ukrainern Platz 3 sicherten, sowie Litauen, Georgien und die Färöer. Nach dem Verpassen der Qualifikation erklärte Blochin im Dezember 2007 seinen Rücktritt. Sein Nachfolger wurde Oleksij Mychajlytschenko, dem es aber nicht gelang, die Ukraine zur WM 2010 zu führen.

2012

Andrij Schewtschenko köpft im Spiel gegen Schweden das Siegtor zum 2:1
Aufstellungen im ersten Endrundenspiel der Ukrainer

Vier Jahre später musste sich die Ukraine nicht qualifizieren, denn zusammen mit Polen wurde ihr die Ausrichtung der Endrunde anvertraut. Nach der verpassten Qualifikation für die WM 2010 wurden 25 Testspiele durchgeführt, von denen zehn gewonnen wurden. Der beste Gegner bei einem Sieg waren die auf Platz 22 der FIFA-Weltrangliste platzierten Norweger. Das beste Resultat gegen eine Top-10-Mannschaft war ein 1:1 gegen die auf Platz 2 liegenden Niederländer. So trat nach nur vier Spielen der erst im Februar 2010 ins Amt gekommene Myron Markevych als Nationaltrainer zurück. Das Amt wurde zunächst von Yuriy Kalitvintsev übernommen, ehe Oleh Blochin im April 2011 erneut das Amt übernahm. Auch unter ihm gelangen keine Siege gegen Top-10-Mannschaften und die beiden letzten Testspiele vor der EM gegen Österreich und die Türkei, die sich nicht für die Endrunde qualifiziert hatten, wurden ebenfalls verloren. Dennoch gelang im Auftaktspiel ein 2:1 gegen Schweden, bei dem Rekordtorschütze und Kapitän Andrij Schewtschenko beide Tore erzielte. Dies blieben aber die einzigen Endrundentore für die Ukraine, denn gegen Frankreich folgte eine 0:2-Niederlage und gegen England ein 0:1, mit dem Schewtschenko seine Länderspielkarriere beendete. Auch Blochin trat nach dem Vorrundenaus zurück und übernahm das Traineramt bei Dynamo Kiew, wo er allerdings auch wenig Erfolg hatte und im April 2014 entlassen wurde.

2016

An der EM nehmen erstmals 24 Mannschaften teil. Für die Auslosung der Qualifikationsgruppen, die am 23. Februar 2014 erfolgte, war die Ukraine in Topf 2 gesetzt.[1] Die Ukraine wurde in Gruppe C mit Titelverteidiger Spanien gelost. Aus den anderen Töpfen wurden zugelost: die Slowakei, Weißrussland, Luxemburg und Mazedonien.

Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich direkt für die EM-Endrunde. Sollte die drittplatzierte Mannschaft bester Gruppendritter sein, ist sie ebenfalls direkt qualifiziert. Die übrigen Gruppendritten spielen in Playoffs vier weitere Teilnehmer aus.

Die seit Dezember 2012 von Michail Fomenko trainierte Ukraine startete am 8. September 2014 mit einer 0:1-Heimniederlage gegen die Slowakei, danach folgten drei Siege, ehe zum Ende der ersten Hälfte in Spanien verloren wurde. Vor und nach der Sommerpause 2015 gelangen noch zwei Siege, danach aber nur ein torloses Remis in der Slowakei. Somit lagen die Ukrainer vor den beiden letzten Spielen nur auf Platz 3, waren aber bester Gruppendritter, womit sie direkt qualifiziert gewesen wären. Da von den beiden letzten Spielen nur das Spiel beim Gruppenletzten Mazedonien gewonnen, das Heimspiel gegen Spanien aber verloren wurde und sie damit in der Rangliste der Gruppendritten noch von der Türkei und Ungarn überholt wurden, musste sich die Ukraine über die Playoffspiele der Gruppendritten gegen Slowenien qualifizieren. Dies gelang durch einen 2:0-Heimsieg und ein 1:1 im Auswärtsspiel. Dabei fiel der Ausgleichstreffer in der siebten Minute der Nachspielzeit.[2] Bei der am 12. Dezember 2015 durchgeführten Gruppenauslosung ist die Ukraine Topf 2 zugeordnet und kann damit auf Gastgeber Frankreich, Titelverteidiger Spanien oder Weltmeister Deutschland treffen.

Spieler mit den meisten Einsätzen bei Europameisterschaften

Name Spiele Jahr (Spiele)
Vorlage:SortKeyName 8 1988 (5), 1992 (3)
Vorlage:SortKeyName 7 1988 (4), 1992 (3)
Vorlage:SortKeyName 1988 (5)
Vorlage:SortKeyName 1988 (5)
Vorlage:SortKeyName 1988 (5)
Vorlage:SortKey ist veraltet; bitte verwende Alternativen gemäß Hilfe:Tabellen/Sortierung #Veraltet. Igor Belanow 4 1988 (4)
Vorlage:SortKeyName 1988 (4)
Vorlage:SortKeyName 1988 (4)
Vorlage:SortKeyName 3 1988 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKey ist veraltet; bitte verwende Alternativen gemäß Hilfe:Tabellen/Sortierung #Veraltet. Igor Dobrowolski 1992 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKey ist veraltet; bitte verwende Alternativen gemäß Hilfe:Tabellen/Sortierung #Veraltet. Andrei Kantschelskis 1992 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKey ist veraltet; bitte verwende Alternativen gemäß Hilfe:Tabellen/Sortierung #Veraltet. Wiktor Onopko 1992 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)
Vorlage:SortKeyName 2012 (3)

Anmerkung: Kursiv gesetzte Spieler spielten für die UdSSR und/oder für die GUS (1992). Die in der ukrainischen SSR geborenen Dobrowolski, Kantschelskis und Onopko spielten aber später für Russland, u.a. bei der EM 1996.

Stand: 2012

Spieler mit den meisten Toren bei Europameisterschaften

Andrei Schewtschenko, einziger EM-Torschütze für die Ukraine
Tore Spieler Jahr (Tore)
02 Oleg Protassow 1988 (2)
Andrei Schewtschenko 2012 (2)
01 Igor Dobrowolski 1992 (1)
Hennadij Lytowtschenko 1988 (1)
Oleksij Mychajlytschenko 1988 (1)
Wiktor Passulko 1988 (1)
Wassili Raz 1988 (1)

Anmerkung: Kursiv gesetzte Spieler erzielten die Tore für die UdSSR bzw. die GUS (Dobrowolski). Der in der ukrainischen SSR geborene Dobrowolski spielte aber später für Russland.

Stand: 2012

Spiele

Ukrainische Fußballnationalmannschaft/Europameisterschaften (Europa)
Ukrainische Fußballnationalmannschaft/Europameisterschaften (Europa)
Donezk (2)
Spielorte (grün = pos. Bilanz, rot = neg. Bilanz, Zahl in Klammern = Anzahl der Spiele, wenn > 1)
Alle EM-Spiele
Nr. Datum Ergebnis Gegner Anlass Austragungsort
1 13. Juni 2012 2:1 Schweden Schweden Gruppenspiel Kiew
2 15. Juni 2012 0:2 Frankreich Frankreich Gruppenspiel Donezk
3 19. Juni 2012 0:1 England England Gruppenspiel Donezk
Juni 2016 -:- N.N. Gruppenspiel (FRA)
Juni 2016 -:- N.N. Gruppenspiel (FRA)
Juni 2016 -:- N.N. Gruppenspiel (FRA)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Auslosung der EURO-Qualifikation: Topf 1 im Fokus. In: uefa.com. UEFA, 20. Februar 2014, abgerufen am 11. März 2014.
  2. Slowenien - Ukraine 1 - 1