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Johann Ernst von Pirch

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Johann Ernst von Pirch (* 1744 in Klein Nossin; † 17. Februar 1783 bei El Puerto de Santa María in Spanien) war französischer Oberst.

Leben

Herkunft

Johann Ernst entstammte dem alten pommerschen Adelsgeschlecht Pirch. Seine Eltern waren der polnisch-kursächsische Hauptmann sowie Erbherr auf Klein Nossin, Podel und Daber, Georg Ernst von Pirch (1695–1765) und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth Luise, geborene von Somnitz aus dem Hause Beversdorf (1701–1781). Er hatte zwölf Geschwister, darunter die drei preußischen Generale George Lorenz von Pirch (1730–1797), Franz Otto von Pirch (1733–1813) und Nikolaus Heinrich von Pirch (1736–1808).[1][2]

Laufbahn

Seine Erziehung genoss Pirch wie seine beiden Brüder George Lorenz von Pirch und Franz Otto von Pirch in Dresden beim Onkel. 1758 wurde er Page Friedrichs II. den er auf dessen letzten drei Feldzügen des Siebenjährigen Krieges, mit den Aufgaben eines Adjutanten begleitete. 1765 stand Pirch im Grenadier-Bataillon der Garde in Potsdam als Freikorporal. 1766 wurde er zum Fähnrich befördert und 1769 ins Regiment Jung v. Stutterheim in Magdeburg versetzt, wo er wiederum in der Funktion eines Adjutanten zum Leutnant befördert wurde. 1771 wurde Pirch aus dem Preußischen Dienst entlassen.

Im selben Jahr begab er sich nach Frankreich und erhielt 1772 Anstellung als Rittmeister bei der Korsischen-Legion. Pirch kritisierte offen und nachvollziehbar den Ausbildungsstand der französischen Truppen, woraufhin er 1773 zum Major befördert wurde und vom Kriegsminister Louis François de Monteynard, sehr zu dessen anschließender Zufriedenheit, den Auftrag erhielt in den Regimentern v. Anhalt und v. Champagne als Besatzung von Landau die Ausbildung zu übernehmen. In der Folge erhielten sechs französische General-Inspekteure und der Marquis von Contades den Befehl, sich nach Landau zu begeben, um die neu eingeführten Waffenübungen Pirchs zu begutachten.

In Anerkennung seiner Dienste erhielt Pirch 1776 den St. Louis-Orden vom damaligen Kriegsminister Graf von St. Germain.

1777 zum Oberst-Leutnant befördert wurde Pirch zum Regiment Royal Bavière versetzt. Es folgte die Beförderung zum Colonel. Schließlich nahm er als Regimentskommandeur des Regiments Landgraf von Hessen-Darmstadt 1779 am Englisch-Spanischen Krieg teil und führte seine Truppe zur Belagerung Gibraltars nach Spanien. Er erhielt noch den Befehl, sich über Cádiz mit seinem Regiment nach Amerika, auf den wesentlichen Kriegsschauplatz einzuschiffen, verstarb aber überraschend vor Cadiz.

Familie

Er vermählte sich mit Philippine-Elisabeth de Vimeur de Rochambeau, comtesse des Salles. Aus der Ehe ging posthum ein Sohn Ernst von Pirch hervor, dessen Erziehung sich Friedrich II. persönlich annahm. Wenig dankbar und von der Historie unglücklich eingeholt, wechselte dieser zu Napoleon Bonaparte.

Literatur

  1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adligen Häuser, Justus Perthes, Gotha 1923, S. 492–493.
  2. Karl Robert Klempin, Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft , Berlin 1863, S. 440