Kasan
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Karte |
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Basisdaten | |
Staat: | Russland |
Föderationskreis: | Wolga |
Föderationssubjekt: | Republik Tatarstan |
Gemeindeart: | Stadt |
Fläche: | 425,2 km² |
Einwohner: | 1.106.923 (2004) |
Bevölkerungsdichte: | 2603 Einwohner je km² |
Höhe: | 116 Meter ü. NN |
Postleitzahlen: | 420000-420999 |
Telefonvorwahl: | 84 3 |
Geographische Lage: | Vorlage:Koordinate Text Artikel |
Kfz-Kennzeichen: | 16 |
Adresse der Stadtverwaltung: |
420014, Kazan, ul. Kremlevskaya 1 |
Offizielle Website: | http://www.kazan.org.ru/ |
E-Mail-Adresse: | kanc@kazan.gov.tatarstan.ru |
Politik | |
Oberbürgermeister: | İlsur Metşin |
Liste der Städte in Russland |
Kasan (tatarisch Qazan, russisch Казань) ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan in Russland, an der Wolga und hat 1.107.000 Einwohner (Stand: 2004). Gegründet wurde Kasan im Jahre 1005.
Kasan ist das Zentrum des Islam in Russland sowie ein wichtiger Maschinenindustriestandort und Verkehrsknotenpunkt.
Klima
Gemäßigt kontinental, im Winter wird es mitunter kälter als -30 °C, in milden Sommern liegt der Durchschnitt bei 20 °C.
Geschichte

Kasan wurde im 10. Jahrhundert von Wolgabulgaren gegründet und war die erste nichtrussische Stadt, die Zar Iwan, genannt „der Schreckliche“, dem russischen Reich einverleibte. Die Eroberung Tatarstans begründete die Tradition des russischen Vielvölkerstaates und sein Verhältnis zu nichtrussischen Minderheiten.
Lenin studierte in Kasan.
In der Zwischenkriegszeit führte die Reichswehr (Inspektion 6 Kraftfahrwesen) hier zusammen mit der sowjetischen Armee Entwicklung und Ausbildungen an Panzern durch. Die Deutschen Panzer I bis VI (nicht zu verwechseln mit den späteren V und VI, Panther und Tiger) wurden dort entwickelt.
Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Tataren (etwa zur Hälfte), Russen (ca. 40 %), Tschuwaschen (knapp 4 %) und Ukrainern (ca. 1 %). Die am stärksten vertretenen Religionen sind der Islam (in Kasan wurde im Frühsommer 2005 die größte Moschee Europas eröffnet) und die Russisch-Orthodoxe Kirche. Unter den Minderheiten sind jedoch auch Katholiken, Protestanten, Juden, Baha'i und Krishna mit eigenen Gebetshäusern vertreten.
Sehenswürdigkeiten
Die Stadt ist eine Perle der Architektur, die Orient und Okzident in sich vereinigt. Der Kreml gilt als einer der schönsten überhaupt und ist aus diesem Grund in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Im Kreml steht der ehemalige Gouverneur-Palast, der an Stelle des Khan-Palastes vom russischen Architekten Konstantin Andrejewitsch Thon errichtet wurde. Anläßlich des erfolgreichen Feldzuges nach Kasan ließ Iwan IV. eine Kathedrale in Moskau errichten: die Basilius-Kathedrale auf dem roten Platz. Gleichzeitig wurde auf Befehl des Zaren eine kleine hölzerne Kirche im Kasaner Kreml gebaut, die schon nach drei Tagen fertig war. Später wurde diese Kirche umgebaut, und seit 1556 (?) steht im Kasaner Kreml eine prachtvolle orthodoxe Kathedrale: die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Diese Kathedrale ist das älteste Baudenkmal im Kreml.
Die Kul-Scharif-Moschee ist eine der größten Moscheen in Europa. Sie ist nach Äußerung des Präsidenten der Republik Tatarstan Mintimer Schaimiew ein Denkmal für die Tataren, die im Jahre 1552 während der Eroberung der Stadt gefallen sind. Kul Scharif, dessen Namen die Moschee trägt, war der letzte Imam des Kasaner Khanats. Er ist während der Eroberung der Stadt gefallen und gilt den Muslimen, als Veteidiger der Heimat und des Glaubens, als Heiliger. Die Moschee hat vier Minarette, die 58 Meter hoch sind, und zwei Türme. Der Unterbau der Moschee bildet einen achtzackigen Stern: ein sakrales Zeichen für den Segen Allahs. Der Bau der Moschee kostete 20 Millionen Dollar.
Die gesamte Altstadt ist ein einzigartiges Architektur-Ensemble.
Anlässlich des 1000-jährigen Bestehens, im Jahre 2005, wurden der Kreml und andere Gebäude renoviert.
Verkehr
2005 wurde anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Stadt die Kasaner Metro eröffnet. Sie umfasst derzeit eine Linie mit fünf Stationen und soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
Wirtschaft
Tatarstan gehört zu den wirtschaftlich am besten entwickelten Regionen der Russischen Föderation. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Erdölförderung und Erdgasgewinnung. Nahrungsmittel- und Textilindustrie sind ebenfalls von großer Bedeutung. Die Landwirtschaft nimmt eine zentrale Stellung ein: 65 % der Fläche sind bebaut oder Weideland. In Kasan befinden sich zwei große Flugzeugwerke: Die „Kazan Aircraft Production Association“, benannt nach S. P. Gorbunow, und „Kazan Helicopters“, bekannt durch die Mil Mi-8 und Mil Mi-17 Hubschrauber. Auch chemische und pharmazeutische Industrie befindet sich in Kasan. Kasan wird seit März 1997 von der Lufthansa angeflogen.
Weiterführende Bildungseinrichtungen
- Filiale der Militärischen Artillerieuniversität
- Filiale der Handelsuniversität Moskau
- Filiale der Universität für Verbraucherkooperation Moskau
- Filiale des Juristischen Instituts des Innenministeriums Russlands
- Filiale des Energetischen Instituts Moskau
- Filiale des Instituts für Panzertruppen Tscheljabinsk
- Institut für Ökonomie und Recht
- Institut für Ökonomie und Verwaltung
- Institut für Ökonomie, Verwaltung und Recht Kasan
- Institut für Soziale und Geisteswissenschaftliche Kenntnisse
- Institut für Business und Verwaltung Kasan
- Institut für Finanzen und Ökonomie Kasan
- Kommando-Ingenieurhochschule Kasan
- Staatliche Akademie Kasan für Architektur und Baukunst
- Staatliche Akademie Kasan für Kultur und Kunst
- Staatliche Akademie Kasan für Veterinärmedizin
- Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Kasan
- Staatliche Medizinuniversität Kasan
- Staatliche Pädagogische Universität Kasan
- Staatliche Technische A.-N.-Tupolew-Universität Kasan
- Staatliche Technologische Universität Kasan
- Staatliche Universität Kasan
- Staatliches Energetisches Institut Kasan
- Staatliches Konservatorium Kasan
- Sozialjuristisches Institut
- Tatarisch-Amerikanisches Regionales Kolleg
- Tatarisches Institut für Geschäftliche Zusammenarbeit
Sonstiges
Das „Kasan-Phänomen“
Kasan war Ende der Sechziger Jahre eine der ersten Städte der Sowjetunion, in der kriminelle Jugendbanden sich zusammenfanden, die später auch Ableger in Sankt Petersburg und Moskau gründeten. Diese Erscheinung wurde als „kasanskij fenomen“ bezeichnet. Der Terminus fand später auch Eingang in die englische Sprache als „Kazan phenomenon“.
Städtepartnerschaften
Kasan unterhält seit 1988 eine "Städtefreundschaft" mit Braunschweig.
Persönlichkeiten
- Tschulpan Nailjewna Chamatowa, russische Filmschauspielerin
- Alexander Fadejew, Eiskunstläufer
- Anna Gourari, Konzertpianistin
- Wladimir Alexandrowitsch Kotelnikow, Mathematiker
- Karl Ludwig von Littrow, Astronom
- Alexander Romanowitsch Lurija, Psychologe
- Georgi Konstantinowitsch Mossolow, Jagdflieger und Fluglehrer
- Fjodor Fjodorowitsch Radezki, General
- Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, Opernsänger
- Jewgeni Lwowitsch Schwarz, Schriftsteller und Dramatiker
- Alexander Michailowitsch Butlerow, Chemiker
Weblinks
- http://www.kazan.ru/views/list.php3?alb=
- 1000 Jahre Kasan
- http://kazan.telecet.ru
- http://www.kcn.ru/tat_en/history/h_nowe.htm
- http://photostranger.com/gallery/gallery_russia/kazan/
- http://kazan.ws
- http://info.tatcenter.ru/