Mosambik
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Amtssprache | Portugiesisch | ||||
Hauptstadt | Maputo | ||||
Staatsform | Präsidialdemokratie | ||||
Präsident | Armando Guebuza | ||||
Premierminister | Luisa Diogo | ||||
Fläche | 801.590 km² | ||||
Einwohnerzahl | 19.406.703 (Stand Juli 2005) | ||||
Bevölkerungsdichte | 24 Einwohner pro km² | ||||
BIP/Einwohner | 233 US-$ (2004) | ||||
Unabhängigkeit | von Portugal am 25. Juni 1975 | ||||
Währung | Metical (MZM) | ||||
Zeitzone | UTC +2h | ||||
Nationalhymne | Pátria Amada | ||||
Kfz-Kennzeichen | MOC | ||||
Internet-TLD | .mz | ||||
Vorwahl | +258 | ||||
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Mosambik [portugiesisch Moçambique [ ]) ist ein Staat in Südostafrika. Nationalfeiertag ist der 25. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1975). Mosambik liegt am Indischen Ozean zwischen dem 10. und dem 27. Breitengrad Süd. Mosambik grenzt an Tansania, Malawi, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Swasiland. Der Kanal von Mosambik trennt den Inselstaat Madagaskar vom afrikanischen Festland.
] (Geographie
Das breite Küstentiefland bedeckt den größten Teil des Südens, doch wird sie nach Norden hin schmaler. Hinter der Küste steigt das Land stufenförmig an bis zum Tafelland des Hochfelds.
Die zahlreichen Flüsse des Landes fließen aus den Hochländern nach Osten in die Straße von Mosambik. Der größte Fluss ist der Sambesi, der in seinem Oberlauf durch den Cabora-Bassa-Damm aufgestaut wird. Weitere große Flüsse sind der Rovuma, der Grenzfluss zu Tansania, sowie Save und Limpopo. Der Malawisee bildet einen Teil der Grenze mit Malawi; sein Abfluss ist der Shire, der in den Sambesi mündet.
Landesfläche: 801.590 km² (Weltrang 34), davon 18 % Wald und Buschland, 4 % Ackerland, 55 % Wiesen und Weiden
Ausdehnung: Nord-Süd 2000 km, West-Ost 50 bis zu 600 km
Landesgrenzen: 4.571 km, zu Malawi 1.569 km, zu Südafrika 491 km, zu Swasiland 105 km, zu Tansania 756 km, zu Sambia 419 km und zu Simbabwe 1.231 km)
Die Küstenlänge beträgt 2.470 km
Die größten Städte (Stand 1. Januar 2005) sind: Maputo 1.191.613 Einwohner, Matola 543.907 Einwohner und Beira 530.706 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte in Mosambik
Geschichte
Vor den grossen Erkundungsfahrten der Europäer lebten Araber an der Küste vor Afrika. Sie betrieben Handel zwischen Afrika und Indien mit Gold, Elfenbein und Sklaven. 1498 landete Vasco da Gama als erster Europäer in Mosambik. Darauf bemächtigten sich die Portugiesen dieser Handelsplätze und drangen auf der Suche nach Gold dem Sambesi entlang ins Landesinnere. Jahrhunderte lang begnügten sich die Portugiesen mit dem Handel von Sklaven und kümmerten sich nicht gross um die Bevölkerung. Ihre Diktatur wurde bis ins 20. Jahrhundert durchgeführt und durch Zwangsarbeit, ausbeuterischen Arbeitsverträgen und rücksichtslosen Behandlungen verschlechterten sich die Lebensbedingungen in den Kolonien sehr. Bis 1898 war die Stadt Ilha de Moçambique Hauptstadt des Landes. Sie gab dem Land auch seinen Namen. 1962 wurde die Freiheitsbewegung FRELIMO gegründet. Je stärker die Portugiesen an ihrem Kolonialbesitz festhielten, um so radikaler wurde der Widerstandswille der FRELIMO. 1964 gingen die Widerstandskämpfer in den bewaffneten Kampf über, der im Norden sehr erfolgreich endete. Doch erst nach der Nelkenrevolution und dem Sturz des diktatorischen Regimes in Portugal erlangte Mosambik am 25. Juni 1975, nach knapp 500 Jahren als Kolonie, die Unabhängigkeit. In den FRELIMO setzten sich die marxistischen Kräfte durch. Da sie den Staat unter Kontrolle hatten, waren auch alle wichtigen Posten durch ihre Männer besetzt. Sie verstaatlichten die Industrie und gründeten landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften. Doch die Abwanderung europäischer Fachkräfte schwächte die Wirtschaft des Landes empfindlich. Während den achtziger Jahren entstand jedoch eine neue Widerstandsbewegung, die durch Südafrika unterstützt wurde. Nach dem Tod des FRELIMO-Präsidenten 1986 bei einem Flugzeugabsturz verfiel das Land in einen Bürgerkrieg, der zu einem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch führte. Erst 1992, nach über 900'000 Toten und 1.3 Millionen geflüchteten Menschen, konnte das Land mit Hilfe von UN-Friedenstruppen stabilisiert, und die erste Oppositionspartei gegründet werden. Seit 1995 ist Mosambik neben Kamerun das einzige Mitglied des Commonwealth of Nations, welches nicht ehemals britische Kolonie gewesen ist. Die Auswanderung der Weißen in großem Ausmaß, die wirtschaftliche Abhängigkeit von Südafrika, eine anhaltende Dürre und der langgezogene Bürgerkrieg zwischen der regierenden Frelimo und der von Südafrika unterstützten Rebellenbewegung Renamo behinderte die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Im Februar des Jahres 2000 führen schwere Regenfälle zu einer Flutkatastrophe, die zahlreiche Menschenleben fordert, ein Rückschlag für das aufstrebende Land.
Politik
Die herrschende Frelimo-Regierung legte 1989 offiziell den Marxismus ab. Die im folgenden Jahr aufgestellte Verfassung garantierte freie Wahlen in einem Mehrparteiensystem und die freie Marktwirtschaft.
Ein von der UN ausgehandelter Friedensvertrag setzte 1992 den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Renamo-Rebellen ein Ende.
Provinzen
Mosambik ist in 10 Provinzen und den Hauptstadtdistrikt gegliedert:
- Cabo Delgado
- Gaza
- Inhambane
- Manica
- Maputo (Provinz)
- Maputo (Hauptstadt)
- Nampula
- Niassa
- Tete
- Zambezia
Wirtschaft

Mosambiks Wirtschaft basiert vorwiegend auf Landwirtschaft. In den 1990er Jahren wurde die Wirtschaft durch den Bürgerkrieg, die Abwanderung portugiesischer Fachkräfte und mehrere Dürreperioden geschwächt. Zu dieser Zeit waren die meisten Plantagen und Industriebetriebe im Besitz des Staates. Erst 1990 führte die Regierung die freie Marktwirtschaft ein. Die Währung von Mosambik ist der Metical. 1 Metical = 100 Centavos. 1 SFr. sind ungefähr 17.000 Metical.
Über 80 % der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Sie produzieren jedoch nur 24 % des BIP. Dies verdeutlicht, dass die Agrarrevolution noch nicht abgelaufen ist. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Cashewnüsse, Zuckerrohr, Baumwolle und Tee.
Der Großteil des jährlichen Holzeinschlages wird als Brennstoff verwendet. Die Küstenfischerei hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Gefischt werden hauptsächlich Thunfisch und Garnelen.
Mosambik verfügt über bedeutende Rohstoffreserven. Es gibt Vorkommen an Kohle, Salz, Bauxit, Eisenerz, Gold, Marmor, Erdgas, Titan und Aluminium. Die Industrie beschränkt sich vor allem auf die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Die Rohstoffe werden wenig genutzt.
Die Handelsbilanz Mosambiks ist stark negativ. Exportiert werden hauptsächlich Cashewnüsse, Krustentiere, Baumwolle und Zucker. Importiert werden Maschinen, elektronische Geräte, Erdöl, Nahrungsmittel und Konsumgüter.
Bevölkerung
Es gibt circa 78 Ethnien und über 30 Sprachen (davon 20 Bantu-Dialekte). Portugiesisch, die Amtssprache, wird von nur etwas über 2,5% (vornehmlich in Städten) der Gesamtbevölkerung als Muttersprache gesprochen. Etwa 96% der Gesamtbevölkerung sind Bantu-sprachige Völker. Weitere 20% beherrschen sie als Fremdsprache neben ihrer einheimischen Sprache. Die Meisten Mosambikaner sprechen jedoch mehr als eine Sprache.
Religion: 50% Anhänger afrikanischer Religionen, 20% Anhänger des Islam, 15%- 1/6 christlich.
Kultur
Zu den international bekanntesten Musikgruppen des Landes gehören Mabulu, Eyuphuro, Ghorwane und Kapa Dech. Informationen und Musik unter: www.mozambique-music.com
Sehenswürdigkeiten
Gorongosa National Park liegt in der Provinz Sofala. Er ist 150 km von der Stadt Beira entfernt. Durch den Bürgerkrieg brach die Verwaltung zusammen und der Tierbestand wurde sehr stark dezemiert. Der Park befindet sich seit 1995 im Wiederaufbau.
Der Tourismus steckt im diesem Teil des Landes noch in den Kinderschuhen. Unterkünfte wie Hotels usw. sind rar, aber durch die positiven Ansätze des kontrollierten Torismus wird sich das bald ändern.
Gesundheit
HIV/Aids ist im Lande ein großes Problem. 13 % der Bevölkerung sind betroffen (Stand: 2004). Aids stellt eine große Gefahr für alle dar, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Risiko bergen.
Seit Ende 2003 breitet sich in Mosambik, insbesondere in der Maputo-Provinz, eine schwere Cholera-Epidemie aus. Wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen diese eventuell lebensbedrohliche bakterielle Durchfallerkrankung ist sorgfältige Hygiene (z. B. häufiges Händewaschen). Bei Essen und Trinken muss unbedingt auf Hygiene geachtet werden (nur abgekochtes Wasser oder heiße Getränke; keine Eiswürfel; nur frisch zubereitete Gerichte; kein Verzehr von rohem Gemüse und Obst, das nicht geschält werden kann). Als zusätzliche Maßnahme kann eine Schluckimpfung, deren Wirkung jedoch auf ca. 6 Monate begrenzt ist, erwogen werden. Der Impfstoff ist in Deutschland nicht zugelassen.
Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts empfiehlt als sinnvollen Impfschutz: Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über drei Monate auch Hepatitis B. Bei besonderer Exposition (Landaufenthalt, Jagd, Jogging u. a.) kann Impfschutz gegen Tollwut und Typhus sinnvoll sein. Im persönlichen Beratungsgespräch mit dem Tropenarzt bzw. dem Impfarzt mit tropen- und reisemedizinischer Erfahrung sollen diese und andere Fragen entschieden werden.
Eine gültige Gelbfieberimpfung wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt. Gelegentlich wird sie an der Grenze auch bei Einreise aus nicht-endemischen Gebieten verlangt.
Durch hygienisches Essen und Trinken (nur Abgekochtes, nichts lau Aufgewärmtes) und konsequenten Mückenschutz (Repellentien, Moskitonetz, bedeckende Kleidung, Verhalten) können die meisten zum Teil auch gefährlichen Durchfälle und viele Infektionserkrankungen ganz vermieden werden. Dazu zählt auch die Malaria.
Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme einer Chemoprophylaxe mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden.
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Häufig fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch oder Französisch sprechende Ärzte. Ein ausreichender, dort gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden (Kühlkette?). Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.
Mosambik leidet zudem noch, aufgrund falscher Hochwasserregulierung der Staudämme Cohara-Bassa und Kariba, unter Hochwasserproblemen (Vor allem bei dem Sambesifluss). Hochwasserkatstrophen fördern die Ausbreitung von Cholera.
Wichtigste Medien
Rundfunk:
Rádio Moçambique (staatliches Radio) sendet in portugiesischer und verschiedenen lokalen Sprachen.
Fernsehen:
staatliches Fernsehen (TVM, 1 Kanal, sendet ab Nachmittag)) und 1 Privatsender.
Tageszeitungen:
Notícias (Maputo), Diário de Moçambique (Beira)sowie die Faxzeitungen Mediafax, Imparcial und Vertical.
Wochenzeitungen:
Domingo, Zambeze, Savana, Demos, Jornal da Tarde Politische Zeitschrift Tempo
Söhne und Töchter des Landes
- Mariza, Sängerin
- Maria Mutola, Leichtathletin
Literatur
- Joseph Hanlon: Mosambik – Revolution im Kreuzfeuer, 1986, issa-Verlag. ISBN 3-921614-25-2
Weblinks
- Länderlexikon von spiegel.de
- Offizielle Homepage (englisch)
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- World Fact Book: Mozambique
- Offiziele seite des Gorongosa National Parks(englisch/portugiesisch)