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Social Tagging

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Folksonomy, auch als "Tagging" bekannt, ist ein Neologismus für die Kategorisierung von Informationen durch Benutzer, die sich zu diesem Zweck spontan in offenen Gemeinschaften zusammenfinden und ihre Ergebnisse untereinander zugänglich machen.

Beispiel: Vergebe ich bei Flickr bei meinen Fotos vom Wikipedia-Stammtisch das Tag Wikipedia, ermögliche ich es anderen Nutzern, die an Fotos im Zusammenhang mit der Wikipedia interessiert sind, über die Tag-Suche nach Wikipedia diese Fotos aufzufinden.

Ein weiteres Beispiel ist Social Bookmarking, bei dem Weblinks über Tags zugänglich gemacht werden.

Entstehung und Ursprung

Die Entstehung des Kofferwortes aus "folk" (Leute) und "taxonomy" (Taxonomie), also etwa "Klassifizierung durch die Leute" wird auf Thomas Vander Wal zurückgeführt. Angewendet wurde das System zuerst auf der Webseite del.icio.us im Jahre 2003.

2004 führte Jon Udell aus, dass diese Art der Kategorisierung schon bekannt sei, neu sei allerdings die Möglichkeit des Feedback durch den einzelnen Nutzer.

Folksonomy und formale Klassifizierung

Im Gegensatz zu formalen Klassifizierungen durch professionelle Experten wie z.B. Bibliothekare gibt es bei der Folksonomy keine Instanz, die die zu verwendenden Schlagwörter festlegt und kontrolliert. Bei der Folksonomy besteht keine Hierarchie von Kategorien: Man kann also keine Kategorie in eine andere einordnen.

Anwendung

Auszug einer tagcloud des Weblogs Netbib

Die Folksonomy findet ihre Anwendung hauptsächlich auf Internetseiten beziehungsweise in denen von ihnen angebotenen Gemeinschaften. Diese bieten ihren Nutzern die Möglichkeit eine bestimmte Art von Informationen wie zum Beispiel Soziale Lesezeichen, Fotos oder die Einträge ihrer Blogs zu verschlagworten. Andere Benutzer finden diese Informationen dann durch die Suche nach einem Schlagwort.

Gern bedient man sich der grafischen Darstellung einer tagcloud (Tag-Wolke), bei der die populärsten Schlagworte typographisch am größten dargestellt werden.

Vor- und Nachteile

Die Befürworter der Folksonomy versprechen sich von der Tatsache, dass die Informationen von denjenigen kategorisiert werden, die sie auch benutzen, bessere Ergebnisse. Durch die zumeist große Anzahl von Benutzern sollen Informationen und Zusammenhänge, die dem einzelnen nicht aufgefallen sind, sichtbar gemacht werden.

Allerdings kommt es durch die freie Auswahl der Schlagwörter zu einer Zersplitterung der Kategorien: es wird etwa die gleiche Sache von einigen Benutzern im Singular (Beispiel:Buch) und von anderen im Plural (Bücher) bezeichnet. Hinzu kommt bei internationalen Gemeinschaften eine Folksonomy in verschiedenen Sprachen (Buch, Bücher, Books, Book usw.). Bei zusammegesetzten Begriffen kann man sich, falls nur ein Wort und nicht mehrere technisch zugelassen sind, für ein Trennzeichen (open_access) oder die Zusammenschreibung entscheiden (openaccess).

Mit Hilfe der Anzeige von zu einander ähnlichen Schlagworten wird versucht, dieser Zersplitterung entgegenzuwirken. Als weiteres Korrektiv wird die Masse an Benutzern angesehen, die Nutzer dazu bringen könnte, sich an dem jeweils populärsten Schlagwort zu orientieren.

Als weiterer Nachteil wird die Uneindeutigkeit der Kategorien gesehen. Diese entsteht dadurch, dass manche Wörter, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutungen haben können. So steht zum Beispiel das englische Wort "apple" im allgemeinen Sprachgebrauch für die Frucht Apfel, während in der Computerindustrie zumeist die gleichnamige Firma darunter verstanden wird.

Populäre Anwendungsbeispiele

Siehe auch