Löwenburger Hof

Der Löwenburger Hof in Bad Honnef, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis, geht auf den Bau- und Viehhof der Löwenburg zurück. Um 1910 wurde er als Hotel neu errichtet. Er ist ein geschütztes Baudenkmal.
Lage
Der Löwenburger Hof liegt am nördlichen Berghang der Löwenburg (455 m ü. NN) unterhalb der gleichnamigen Burgruine auf 345 m ü. NN. Östlich grenzt am Beginn des Einsiedlertals eine umfangreiche Obstwiesenfläche („Löwenburgwiese“) an, nach Westen erstreckt sich das nach Rhöndorf hinabführende Rhöndorfer Tal. Zugänglich ist der Hof über eine ein Kilometer lange asphaltierte Forststraße von der Margarethenhöhe aus.
Geschichte

Der Löwenburger Hof war als sogenannter Bau- und Viehhof das Wirtschaftsgebäude der mittelalterlichen Löwenburg, die Ende des 16. Jahrhunderts zerstört wurde. Er gehörte zu dem Hohn genannten Waldgebiet rund um die Bergkuppe, das im Jahre 1704 eine Fläche von 125 Morgen umfasste.[1] Auf dem Hof wurde vermutlich schon früh eine Almwirtschaft mit Molkerei betrieben. Ende des 18. Jahrhunderts war zusätzlich ein Forsthaus errichtet worden. Im April 1798 führte ein schwerer Sturm zur Zerstörung des Kuhstalls. Der nachfolgende Wiederaufbau erfolgte unter Zuhilfenahme von Bruchsteinen der Löwenburgruine.[2]
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte der Löwenburger Hof zur Honschaft Rhöndorf im Kirchspiel Honnef.[3] 1816 fiel das umliegende Waldgebiet, damit auch der Löwenburger Hof, mit dem Übergang an Preußen in Staatsbesitz und wurde der Oberförsterei Siebengebirge unterstellt. Unter seinem heutigen Namen erschien er bereits im preußischen Urkataster von 1825.[4] 1843 verfügte er gemäß Volkszählung über eine Mahlmühle und verzeichnete acht Einwohner in einem Wohngebäude.[5] 1885 hatte der Wohnplatz Löwenburgerhof der Stadt Honnef neun Einwohner.[6]
Bis 1904 diente der Hof als Forsthaus Löwenburg und war Wohn- und Dienstort der Honnefer Gemeinde- bzw. Stadtförster, zuständig für den Honnefer Stadtwald. Sie unterhielten dort auch eine Gastwirtschaft und Pension mit dem Namen Waldaufenthalt, für deren Betrieb eine Ausnahmegenehmigung bestand. Dort übernachtete gelegentlich auch Königin Sophie.[2] Die Neuverpachtung des Hofs erfolgte mit dem Ziel, einen größeren Hotel- und Gaststättenbetrieb aufzubauen. Dazu entstand von 1908 bis 1910 ein Neubau, dessen unterer Teil aus Natursteinen aus dem Siebengebirge besteht. Das Forsthaus wurde anschließend abgerissen, während dessen vormalige Scheune zunächst bestehen blieb.
Das Hotel etablierte sich als gehobener und renommierter Betrieb, zu den regelmäßigen Gästen gehörten mit Konrad Adenauer und Willi Ostermann auch prominente Persönlichkeiten. 1962 wurden die landwirtschaftliche Nutzung des Hofs und der Hotelbetrieb aufgegeben, die Ausflugsgaststätte blieb bestehen.[7] 1984 ging der Löwenburger Hof mit einer Grundstücksfläche von etwa 9.000 m² vom Land Nordrhein-Westfalen in den Besitz der Stadt Bad Honnef über. Diese schrieb es 2001 zum Verkauf aus, der zum 1. Januar 2003 abgeschlossen wurde. Der neue Eigentümer, ein lokaler Gastronomieunternehmer, ließ umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen.[8][9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Joseph J[ohann] Brungs: Die Stadt Honnef und ihre Geschichte. Honnef 1925, S. 171–173. (Neudruck 1978 durch Löwenburg-Verlag, Bad Honnef)
- ↑ a b Karl-Josef Klöhs: „Wo der müde Wanderer sich erquicken kann“, Mai 2005 [bibliographisch nicht erfasst]
- ↑ Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 315.
- ↑ Wilhelm W. Hamacher (Autor); Wilhelm Bier, Werner Osterbrink (Hrsg.): Die Löwenburg. edition Wolkenburg, Rheinbreitbach 2004, ISBN 3-934676-16-2, S. 144.
- ↑ Königliche Regierung zu Cöln: Uebersicht der Bestandtheile u. Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften des Regierungs-Bezirks Cöln. Cöln 1845, S. 86.
- ↑ Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII Provinz Rheinpreußen, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seite 115
- ↑ Spezialität des Hauses: Stippeföttche-Salat, General-Anzeiger, 17. Juli 2008
- ↑ Löwenburger Hof: Touristische Nutzung muss bleiben, General-Anzeiger, 23. November 2001
- ↑ Der Zuschlag ist erteilt, General-Anzeiger, 18. März 2002
Koordinaten: 50° 39′ 56,38″ N, 7° 15′ 6,67″ O