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Käsekästchen

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Käsekästchen ist ein Papier- und Bleistiftspiel für zwei oder drei Spieler. Es ist identisch mit dem französischen La Pipopipette (wahrscheinlich von Franz.: "pipeau" = "kleiner Trick, Schalmei" und "piperie" = "Falschspielerei"), das erstmals 1889 von dem Schullehrer und Mathematiker Edouard Lucas in dem Buch "La Pipopipette - Nouveau Jeu de Combinaisons" beschrieben wurde. Im selben Jahr schrieb Lucas in der Zeitschrift "Nature" den Artikel "Nouveau Jeu de Combinaison, Dedié aux Élèves de l'École Polytechnique". Außerdem wurde sein Buch von den Herausgebern der "L'Arithmétique Amusante", einer Sammlung mathematischer Aufsätze, 1895 noch einmal veröffentlicht. In den 1970er Jahren war Käsekästchen eines der beliebtesten Pausenspiele an deutschen Schulen.

In den USA entstand eine Variante, die "Dots & Boxes" (dt.: "Punkte und Kästchen") genannt wird. Sie ist auch in England und Japan bekannt. Spieltheoretiker haben herausgefunden, dass diese Variante sogar NP-hart ist. Seit 1994 gibt es Dots & Boxes-Turniere.

Eine weitere Variante, die "Doppelt hält besser" heißt, wurde in den 1970er Jahren von dem Kulturwissenschaftler Ralf Gering erfunden.

Vorbereitung

Als Spielmaterial benötigt man ein Blatt kariertes Papier und mindestens einen Schreibstift.

Man grenzt auf kariertem Papier mit dem Schreibstift ein rechteckiges Feld ab, für Anfänger etwa 8x12 Karos. Ziel des Spiels ist es, die meisten Karos im Feld zu erobern.

Regeln

Wer am Zuge ist, muss einen Strich ziehen (also die vorgedruckte Grenze zwischen zwei Karos im Feld verstärken).

Wer mit seinem Strich ein Karo "schließt" (also den vierten Strich um ein Karo zieht, einschließlich der Striche zur Abgrenzung des Feldes) oder zwei Karos schließt, setzt sein Zeichen (Kreuz, Kreis, Häkchen, ...) hinein und ist sofort noch einmal am Zuge.

Es besteht Zugzwang: Jeder muss so oft ziehen, bis er einen Strich zieht, der kein Karo schließt, oder alle möglichen Striche im Feld gezogen sind; dies ist das Ende des Spieles. Es besteht jedoch kein Zwang, so viele Karos wie möglich zu schließen.

Gewinn

Nach Beendigung des Spieles werden die Markierungen aller Spieler gezählt. Gewonnen hat, wer die meisten Karos für sich gekennzeichnet hat.

Varianten

Dots and Boxes. Bei dieser Variante besteht der Spielplan aus Punkten, die miteinander waagerecht oder senkrecht verbunden werden. Im Unterschied zu Käsekästchen ist auch der Rand bespielbar.

Dots & Boxes-Partie (kleiner Ausschnitt)

Doppelt hält besser. Diese Variante wird wie normales Käsekästchen auf Karopapier mit seitlicher Begrenzung gespielt. Anders als beim klassischen Spiel zeichnet jeder Spieler pro Zug einen Strich, der genau zwei Kästchen lang ist. Wie bei Käsekästchen geht es darum, die meisten Kästchen zu erobern. Schließt ein Spieler ein Karo, ist er gleich wieder am Zug. Anders wie bei Käsekästchen bleiben am Ende der Partie Kästchen übrig, die kein Spieler für sich in Besitz nehmen kann.

Literatur

  • Berlekamp, Elwyn. The Dots-and-Boxes Game: Sophisticated Child's Play. AK Peters, Ltd., 2000, ISBN 1-56881-129-2
  • Lucas, Edouard. La Pipopipette - Nouveau Jeu de Combinaison. 1889.
  • Lucas, Edouard. Nouveau Jeu de Combinaisons, Dedié aux Élèves de l'École Polytechnique. In: Nature 1889.
  • Stewart, Ian. Käsekästchen für Fortgeschrittene. In: Spektrum der Wissenschaft, Mai 2003: 114. Ausschnitt
  • Stewart, Ian. Dots-and-Boxes for Experts. In: Scientific American 2001; 284 (January): 102-103.