Thrombozyt

zellulärer Blutbestandteil für die Blutgerinnung
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Thrombozyten (oder Thrombocyten) sind Blutplättchen, die in den Riesenzellen des Knochenmarks entstehen. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung (Stocken des Blutes), indem sie verletzte Blutgefäße abdichten und den Vorgang der Blutgerinnung fortsetzen. Die folgende Abbildung betont Vorgänge, die sich an der Zellmembran (Phospholipid-Doppelschicht) abspielen und durch die Gerinnungskaskade ausgelöst werden.

Es handelt sich um kleine kernlose Abschnürungen von Megakaryozyten, also Zellen, die sich während der Blutbildung als Vorstufen bilden. Thrombozyten sind ca. 4,5 Mikrometer im Durchmesser.

Thrombozyten: Reaktionen während der Blutgerinnung

Die "primäre Hämostase" genannten Phase der Blutgerinnung spielt sich an der Oberfläche der Thrombozyten ab. Wichtige Schritte sind:

  1. Einwirkung von Thrombin, dadurch Umorganisation der Thrombozyten, z.B. durch
  2. ein "flip-flop", d.h. Austausch der neutalen Phospholipide (PC, Phosphatidylcholin) der Außenschicht gegen die negativ geladenen Phospholipide (PS, Phosphatidylserin) der Innenschicht;
  3. Freisetzen von Calcium-Ionen aus intrazellulären Speichern (Mitochondrien) und Bindung an die unter (2) generierte Oberfläche;
  4. Andocken von Gerinnungsfaktoren an Ca++ über ihre zweifach negativen (gamma-Carboxy-glutamyl-)Seitenketten; diese werden in einer Vitamin K-abhängigen Reaktion generiert;
  5. Andocken von "RGD"-Proteinen wie Fibrin an Integrine der Zelloberfläche.

Siehe auch: Integrine, Hämostase