Alte Veste

Burg bei Fürth, Deutschland
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Die Alte Veste ist der Ruinenrest einer Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert, im Wald nördlich von Zirndorf, am höchsten Punkt des Rosenberges (östlichster Ausläufer des Cadolzburger Rückens) gelegen. Heute kann man noch die rechteckigen Grundmauern des einstigen Wehrturms erkennen, der in den Wirren des Städtekriegs von 1387/89 geschleift wurde.

Der Turm nach dem Wiederaufbau 1980

Der Höhenzug rund um die Burgruine war 1632 im Dreißigjährigen Krieg für einige Tage Schauplatz einer Schlacht zwischen den kaisertreuen katholischen Truppen unter Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein und den schwedischen Truppen unter König Gustav II. Adolf von Schweden.

Die schwedischen Truppen, die in Nürnberg lagerten, griffen die Stellungen der katholischen Liga in Zirndorf und Umgebung (Wallenstein hatte dort im Westen von Nürnberg ein riesiges Feldlager mit über 50.000 Söldnern - siehe hierzu auch Landsknechte - nebst Tross befestigen lassen) aus dem Osten an.

Nach zwei Tagen schweren Gefechts und Tausenden von Toten auf beiden Seiten wurde die Schlacht durch die Schweden abgebrochen. Nach Ansicht der Historiker hat Wallenstein in der Schlacht gesiegt, da die bislang siegreichen Schweden sie nicht gewinnen konnten.

Anlässlich des 250sten Jahrestag der Schlacht wurde 1839 auf dem Ruinenrest ein Aussichturm gebaut, der den Einwohnern von Fürth und Nürnberg als Naherholungsort diente und durch Ausgabe von Aktien finanziert wurde.

Der Aussichtsturm und das darunterliegende Gewölbe wurde im 2. Weltkrieg durch die Deutsche Wehrmacht als Luftabwehrstützpunkt und Kriegsfabrikation genutzt. Der Vestner Turm wurde am 19. April 1945 kurz vor dem Einmarsch der alliierten Truppen durch die Wehrmacht gesprengt.

1979/80 wurde ein neuer Turm auf dem Platz im Wald erbaut, der sich schon längst zu einem Wahrzeichen Zirndorfs etabliert hat.

Heute ist der Turm der Alte Veste ein beliebter und kostenlos begehbarer Aussichtspunkt - bei gutem Wetter hat man einen exzellenten Blick auf Zirndorf, Fürth und Nürnberg. Im umliegenden Waldgebiet kann man auf einem beschilderten Rundgang die Stätten des 30-jährigen Krieges einsehen, so z.B. die nur 400 Meter entfernt gelegene Artillerie-Schanze Wallensteins.