Juli (Band)

deutsche Band
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Juli ist eine deutsche Pop-Band aus der hessischen Stadt Gießen. Sie wurde in der heutigen Form 2001 von Eva Briegel, Jonas Pfetzing, Simon Triebel, Andreas Herde und Marcel Römer gegründet und ging aus der Band Sunnyglade hervor.

Juli
Allgemeine Informationen
Herkunft
Genre(s) Pop-Rock
Aktive Jahre
Gründung 1996 als Sunnyglade
2001 als Juli
Auflösung
Website http://juli.pop24.de/
Aktuelle Besetzung
Eva Briegel
Jonas Pfetzing
Gitarre
Simon Triebel
Andreas „Dedi“ Herde
Marcel Römer

Bandgeschichte

 
Auftritt am 21. Januar 2007 in der Mainzer Phönix-Halle

Sunnyglade

Sunnyglade existierte seit 1996, ganz zu Anfang ohne Sängerin (statt dessen sang Simon) und mit einem anderen Schlagzeuger namens Martin Möller. Erst später kam eine Sängerin hinzu (Miriam Adameit). Beide sind heute nicht mehr dabei. In dieser Besetzung nahm die Band 1998 ein Album namens Pictures Of My Mind auf, das in einer Auflage von 500 Exemplaren erschien.

Seit Anfang 2000, als kurz nacheinander Eva Briegel und Marcel Römer zur Band stießen, spielt die Band in ihrer heutigen Besetzung. Als Sunnyglade gewannen sie mit ihren damals noch englischsprachigen Stücken den Hessischen Rockpreis 2000 und erreichten den 2. Platz beim Deutschen Pop-Preis des DRMV.

Anfang 2001 unterschrieben sie bei EMI ihren ersten Verlagsvertrag. Es folgten weitere Aufnahmen beim Produzenten Lutz Fahrenkrog-Petersen (dem jüngeren Bruder von Uwe Fahrenkrog-Petersen) in Berlin und die Hinwendung zu deutschsprachigen Texten. Daraufhin beschlossen sie, Sunnyglade inklusive aller Songs aufzugeben und unter dem Namen Juli deutschsprachige Lieder zu spielen. Der Bandname stammt von einem gleichnamigen Song der Berliner Band Tex.

Die Anfänge von Juli

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Auftritt am 2. November 2004 im Erfurter Gewerkschaftshaus

Der erste Auftritt als Juli folgte im Juni 2002 und überzeugte Publikum und Verlag, vor allem aber die Bandmitglieder selbst. Im gleichen Jahr konnte auch Produzent Michael Gerlach überzeugt werden, worauf im Oktober 2002 neue professionelle Demoaufnahmen entstanden. Aufgrund der positiven Resonanz verschiedener Plattenfirmen auf dieses neue Demo, erklärte sich ihr Musikverlag bereit, ein Showcase zu organisieren, was am 16. Januar 2003 im Oxymoron in Berlin stattfand. Drei Monate später, am 24. April 2003, veranstaltete Universal Music ein Unplugged Showcase mit mehreren Künstlern vor Entscheidungsträgern der Universal Europa, wozu Sängerin Eva Briegel und Gitarrist Jonas Pfetzing im Namen der Band vier Songs spielten. Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung über einen Plattenvertrag während dieses Auftrittes fiel, zu dessen Einladung die Empfehlung eines A&R, der die Band bei dem Showcase am 16. Januar sah, beitrug. Im August 2003, auf der Popkomm in Köln, unterschrieben Eva, Jonas, Simon, Andreas und Marcel, etwa vier Jahre, nachdem sie sich dies zum Ziel gemacht hatten, ihren ersten Plattenvertrag.

Beginn des Erfolges

Ihre erste Single Perfekte Welle erschien Ende Juni 2004 und hielt sich über ein halbes Jahr in den deutschen Single-Charts (im November 2004 stand sie auf Platz 2) und erreichte den Gold-Status. Das Lied wurde zu einer Art Hymne der im Jahr 2004 aufkommenden neuen Erfolgswelle deutschsprachiger Liedtexte und gab einer Reihe von Compilations mit deutschsprachiger Popmusik (Perfekte Welle – Musik von hier) den Namen.

Das Album Es ist Juli, das im September 2004 erschien, stieg von Null auf Platz 3 in den deutschen Album-Charts ein, es erlangte Vierfach-Platin mit über einer Million verkauften Einheiten (Stand Juli 2006), stieg zwischenzeitlich bis auf den 2. Rang und war ein Jahr lang kontinuierlich in den Top-25-Charts vertreten.

Nach ihrer Teilnahme an der Radiotour von Eins Live durch Nordrhein-Westfalen im September 2004 begannen Juli im Oktober eine eigene Clubtour, die sie durch ganz Deutschland führte und die vollständig ausverkauft war. Es folgte eine Tournee als Vorband von Rosenstolz durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien im Dezember 2004, bei der Flutwellen mehr als 280.000 Tote forderten, nahmen allerdings die meisten Radiosender das Lied sofort aus dem Programm, da ihrer Meinung nach sein Text eine ungewollte Doppeldeutigkeit erlangt hatte, da in Zeilen wie Das ist die perfekte Welle / das ist der perfekte Tag / laß dich einfach von ihr tragen / denk am besten gar nicht nach, oder Jetzt kommt sie langsam auf dich zu / das Wasser schlägt dir ins Gesicht / siehst dein Leben wie ein Film von Wellen die Rede ist. Teilweise kam es in den ersten Tagen nach der Katastrophe aufgrund von Autorotation dazu, dass das Lied unmittelbar nach Meldungen oder Spendenaufrufen über den Sender ging, was vermutlich von einigen Zuhörern als vorsätzlicher Sarkasmus verstanden wurde. Der Text handelt jedoch von einem Surfer, der nach langem Warten auf eine zum Wellenreiten besonders gut geeignete Welle trifft – eine Metapher für das Nutzen einer Chance, die sich nach langem vergeblichen Hoffen ergibt. Manche Fans bedauern die Reaktion der Radiosender, da das Lied eine positive Botschaft vermittelt und überhaupt nichts mit Katastrophen zu tun hat - die Aktion wurde von diesen Fans als ein Beispiel übertriebener Political Correctness gezeigt. Die Band und ihre Plattenfirma Universal Music äußerten Verständnis für das Absetzen der Single.

 
Juli auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt am 27. Mai 2006

Am 12. Februar 2005 erreichte Juli für ihr Heimatbundesland Hessen mit dem Titel Geile Zeit den ersten Platz im Bundesvision Song Contest. Wenige Tage später begann ihre eigentliche Es-ist-Juli-Tour, welche den Auftakt für zahlreiche Konzerte und Festivals bildete, auf denen die Band einen Großteil des Jahres 2005 verbrachte. Darunter war auch die Teilnahme am Live-8-Konzert in Berlin, wo sie die Songs Geile Zeit und Perfekte Welle spielten. In dieser Zeit wurden noch drei weitere, weniger erfolgreiche Singles veröffentlicht (Regen und Meer, Warum und November). Das Video zu Regen und Meer sorgte in den Medien für Kontroversen, da die Band dort eine terroristische Entführerbande im Jahr 1977 spielt und so bewussten Bezug auf die RAF und die Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers nimmt. Der Song Sterne wurde 2005 vom ZDF als Titelsong der Tour de France ausgewählt.

Das zweite Album

Ab Herbst 2005 nahm die Band vorübergehend nur noch wenige öffentliche Termine wahr und zog sich nach Bochum zurück, um dort an ihren zweiten Studioalbum zu arbeiten. Es wurde von der Band bewusst erwachsener und ruhiger zu gestalten versucht. Während des Jahres 2006 spielte die Band auf einigen kleineren und größeren Festivals (Schlossgrabenfest, Donauinselfest, Soundgarden Festival u.a.). Im Juli 2006 waren die Arbeiten am neuen Album schließlich abgeschlossen.

Die Zeit bis zur Veröffentlichung des Albums, das den Titel Ein neuer Tag erhielt, wurde von einer starken medialen Präsenz begleitet. Am 22. September 2006 erschien die erste Singleauskopplung Dieses Leben, die direkt in die deutschen TOP 5 der Singlecharts einstieg, am 13. Oktober schließlich das Album. Es verkaufte sich in der ersten Woche international 75.000-mal, erreichte damit Platz 18 der World United Album Charts und hatte mit über 200.000 Vorbestellungen bereits am Veröffentlichungstag Platinstatus.

Mit dem Bambi in der Kategorie Musik national erhielt die Band am 30. November 2006 eine ihrer bisher bedeutendsten Auszeichnungen, mit der Eins Live Krone für die beste Band erhielt Juli am 7. Dezember 2006 den größten deutschen Radiohörer-Preis.

Nachdem am 15. Dezember 2006 die zweite Single des Albums Wir beide erschienen war, begann am 20. Januar 2007 die Tournee zum neuen Album, bei der einige Konzerte bereits Wochen vorher ausverkauft waren oder in größere Hallen verlegt werden mussten. Eigentlich sollte die nächste Single Am Besten sein sein und im Januar 2007 erscheinen. Jetzt wird die nächste Singleauskopplung Zerrissen sein.

Am 22. April 2007 stellte Juli sich und die neue Single Zerrissen im Rahmen der TV-Sendung Life-4-U in der Internet-Parallelwelt Second Life vor.

Musik

 
Auftritt am 21. Januar 2007 in der Mainzer Phönix-Halle

Die Songs der Band werden fast ausschließlich von der Sängerin und den beiden Gitarristen verfasst. Dabei kann man jedoch zumeist nicht von einem gemeinschaftlichen Arbeiten ausgehen, sondern jeder der drei Autoren verfasst "seine" Songs für sich, die er dann in nahezu fertigem Zustand der Band vorstellt.

Juli sehen sich selbst nicht als Rockband, sondern bezeichnen ihren Musikstil als Alternativ-Pop. Sie setzen hohe Ansprüche an ihre Texte und wollten daher von Anfang an eher ein erwachsenes als ein jugendliches Publikum ansprechen.

Juli gehören in Deutschland zu den meistgespielten Akts im Radio. Alle ersten drei Singles (Perfekte Welle, Geile Zeit und Regen und Meer) stiegen an die Spitze der deutschen Airplaycharts und hielten sich allesamt monatelang in den TOP 10. Auch Dieses Leben konnte diesen Erfolg wiederholen und hielt sich gleich 5 Wochen lang ununterbrochen auf #1. Dir beiden Nachfolge Singles Wir Beide und Zerrissen schafften es ebenso in die TOP 5.

Verhältnis zu anderen Bands

Zur Zeit der ersten Erfolge von Juli hatten noch eine Reihe anderer deutschsprachiger Bands ihren Durchbruch. Unmittelbar vor Juli hatten u.a. Wir sind Helden (erste Veröffentlichung 2003), Silbermond (erste Veröffentlichung im März 2004) und Christina Stürmer (erste Veröffentlichung im Mai 2003) ihre ersten Erfolge. Die Tatsache, dass alle diese drei Bands mit einer Sängerin und deutschen Texten auftreten, sorgte von Anfang an für Gesprächsstoff. Schon zu Beginn ihrer Karriere wurde die Band mit derartigen Vergleichen konfrontiert, die sie jedoch schon damals strikt ablehnte.[1] Übersehen wird dabei, dass alle drei Bands schon Jahre vor ihrem ersten Plattenvertrag deutsche Texte verfassten und in derselben Besetzung spielten. Insbesondere Silbermond, deren Karriere wie bei Juli als englischsprachige Schülerband begann, werden von den Medien häufig in Konkurrenz gesetzt, was von beiden Bands jedoch ebenfalls als haltlos angesehen wird.[2]

Diskografie

Alben

Jahr Titel Chart-Positionen Verkaufszahlen
DE AT CH UWC
2004 Es ist Juli 2 4 7 - 1.000.000 (5 x Platin)
2006 Ein neuer Tag 1 4 3 18 +400.000 (2 x Platin)

Singles

Jahr Titel Chart-Positionen Album
DE AT CH LU EU WC DE Airplay
2004 Perfekte Welle 2 2 18 1 16 77 1 Es ist Juli
2004 Geile Zeit 19 11 32 20 - 83 1 Es ist Juli
2005 Regen und Meer 31 20 - - - - 1 Es ist Juli
2005 Warum 47 52 - - - - 12 Es ist Juli
2005 November (lim. 6.000) 49 n.V. n.V. - - - 16 Es ist Juli
2006 Dieses Leben 5 7 22 - - - 1 Ein neuer Tag
2006 Wir beide 23 55 - 43 - - 5 Ein neuer Tag
2007 Zerrissen 15 43 - 12 52 - 5 Ein neuer Tag
  • n.V. = nicht veröffentlicht

Alben (Jahrescharts)

Jahr Titel Chart-Positionen Verkaufszahlen
DE AT CH
2004 Es ist Juli - 60 - -
2005 Es ist Juli - 16 10 -
2006 Ein neuer Tag 8 - -
2007 Ein neuer Tag - - - -

Singles (Jahrescharts)

Jahr Titel Chart-Positionen Album
DE AT CH
2004 Perfekte Welle 11 27 - Es ist Juli
2004 Geile Zeit - - - Es ist Juli
2005 Regen und Meer - - - Es ist Juli
2005 Warum - - - Es ist Juli
2005 November (lim. 6.000) - n.V. n.V. Es ist Juli
2006 Dieses Leben 66 - - Ein neuer Tag
2006 Wir beide - - - Ein neuer Tag
2007 Zerrissen - - - Ein neuer Tag

Kollaborationen

  • 2004 nahm Eva Briegel gemeinsam mit dem hessischen Dance-Duo Hacienda den Song Half a Step auf, der auf dem Album This Very Moment erschien.
  • Im Song Keine Polizei auf dem 2006 erschienenen Winson-Album Frag die richtigen Leute ist Marcel Römer am Schlagzeug zu hören.
  • Im April 2007 nahm Juli gemeinsam mit der US-amerikanischen Band Dashboard Confessional eine Version von deren schon zuvor als Single erschienen Song Stolen auf, für die sie auch ein Video drehten.
  • Der Schauspieler Oliver Korittke spielt die Hauptrolle im Video zur Single "Regen und Meer".

Auszeichnungen

Commons: Juli – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. http://www.musicbeat.de/starbeat/interviews/04/juli.php
  2. http://www.unicum.de/evo/3729_1_1