Wappen | Karte |
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Basisdaten | |
Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
Regierungsbezirk: | Detmold |
Kreis: | Paderborn |
Kreisangehörige Stadt: | Büren (Westfalen) |
Geografische Lage: | Vorlage:Koordinate Text Artikel |
Höhe: | 219 m ü. NN |
Fläche: | 26 km² |
Einwohner: | 2185 (31. Dez. 2006) |
Bevölkerungsdichte: | 84 Einwohner/km² |
Postleitzahlen: | 33142 (alt: 4793) |
Vorwahlen: | 02955 |
Kfz-Kennzeichen: | PB |
Gemeindekennzahl: | 05 7 74 016 |
Adresse der Stadtverwaltung: |
Königstr. 16 33142 Büren |
Website: | www.bueren.de |
Die Ortschaft Wewelsburg, die sich in nördlicher, östlicher und südlicher Richtung um die gleichnamige Burg oberhalb der Alme erstreckt, ist seit der kommunalen Gebietsreform des Jahres 1975 Teil der Stadt Büren (Westfalen) im Kreis Paderborn.
Geografie
Geografische Lage
Das Dorf Wewelsburg liegt am Westrand der Paderborner Hochfläche, auf der Brenkener Bergplatte, oberhalb des tief eingeschnittenen Almetales, das die Grenze zum Hellwegraum darstellt.
Nachbarorte
An Wewelsburg grenzen, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn: die Stadtteile Oberntudorf und Niederntudorf von Salzkotten, der Stadtteil Haaren von Bad Wünnenberg, sowie die Bürener Stadtteile Büren, Brenken und Ahden, die alle zum Kreis Paderborn gehören.
Ortschaftgliederung
Der historische Dorfkern, vornehmlich Bauernhöfe, lagert sich im Halbkreis Südöstlich um die Burg. An diesen schließen sich diverse im 20. Jahrhundert entstandene Siedlungen an: Südöstlich um das Gebiet des ehemaligen KZs Niederhagen eine aus den 40er und 50er Jahren stammende Siedlung; Nördlich eine vornehmlich in den 50er Jahren entstandene Siedlung für Heimatvertriebene der deutschen Ostgebiete; Nordöstlich eine in den 1980er und 90er Jahren entstandene Siedlung; Östlich eine aus dem Ende der 1990er sowie Anfang der 2000er Jahre stammende Siedlung; Südsüdöstlich ebenso. Am Nordrand des Dorfes liegt Haus Graffeln, ein heute dem Freiherr von und zu Brenken gehörendes Schlösschen. An dieser Stelle war ursprünglich ein, allerdings schon im Mittelalter ausgestorbenes, Adelsgeschlecht beheimatet. Die Gemarkung Wewelsburg ist vor allem von der Land- und Forstwirtschaft geprägt. Im Osten der Gemarkung liegt, im "Tal des Friedens", das Gut Böddeken mit den zum Teil verfallenen Überresten des alten vom heiligen Meinolf gegründeten Klosters gleichen Namens. Im Süden befindet sich der ebenfalls zur Gemarkung gehörende kleine Weiler Altenböddeken.
Geschichte
837, kurz nach der Translation der Reliquien des Heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn, gründet der heilige Meinolf, Archidiakon des Hochstifts Paderborn, das Kanonissenstift Böddeken im Osten der heutigen Ortschaft Wewelsburg. Dort stirbt er dann auch am 5. Oktober 857.
Die Ortschaft Wewelsburg existiert bereits zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung der Wewelsburg, welche direkt neben dem Ort Wewelsburg liegt, im Jahre 1123 - damals eine Anlage des Grafen Friedrich von Arnsberg. Kurz nach dessen Tod zerstören Bauern die Burg, welche aber wieder aufgebaut wird. Bis ins 16. Jahrhundert unterliegt die Wewelsburg wechselndem Pfandbesitz.
Das Kanonissenstift Böddeken liegt Ende des 14. Jahrhunderts völlig darnieder. Daraufhin wird das Kloster 1408/09 erfolgreich reformiert: Im Auftrag und mit Unterstützung Wilhelm von Bergs, Elekt des Hochstifts Paderborn, überträgt Gobelin Person das Stift Augustinerchorherren aus dem niederländischen Zwolle. Danach entwickelt es sich zu überregionaler Bedeutung.
1588/1589 fällt die Wewelsburg durch Pfandeinlösung an das Hochstift Paderborn zurück, sie wird fürstbischöfliche Nebenresidenz. 1603-1609 lässt Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg die Gebäude als regelmäßige Dreiflügelanlage mit Ecktürmen ausbauen.
Im Dreißigjährigen Krieg werden Burg und Ort wiederholt besetzt. 1646 erstürmen durch schwedische Truppen die Burg, die gesamte Anlage brennt. 1650-1660 wird die Burg wiederhergestellt und in den folgenden Jahren weiter umgebaut und repariert.
1802, mit der Säkularisierung, fallen die Wewelsburg und das Kloster Böddeken in preußischen Staatsbesitz; das Kloster wird kurz darauf aufgelöst. Mit dem Ende der staatlichen Selbständigkeit des Hochstifts Paderborn verliert Wewelsburg auch die Funktion als Residenz.
1807 bis 1813 gehört das Gebiet von Wewelsburg für wenige Jahre zum Königreich Westfalen, fällt aber nach der napoleonischen Niederlage an Preußen zurück. Wewelsburg wird der 1815 gegründeten Provinz Westfalen eingegliedert - im gleichen Jahr wird der Nordturm der Wewelsburg durch Blitzschlag zerstört - und kommt durch Erlass der Königlichen Regierung in Minden an den 1816 gegründeten Kreis Büren. 1841 wird die bislang schon praktizierte Untergliederung des Kreises in Ämter abgesegnet, nach der Wewelsburg zum Amt Büren gehört.
1924 erwirbt der Kreis Büren die Wewelsburg und baut sie zu einer Wanderherberge mit Veranstaltungssaal und Heimatmuseum aus.
Nachdem Heinrich Himmler 1934 die Wewelsburg für 100 Jahr vom Landkreis mietet, wird sie zu einer Kult- und Terrorstätte der SS. Für das dem Dorf benachbarte, für Aus- und Umbau der Wewelsburg angelegte KZ Niederhagen besteht zwischenzeitlich ein eigenes Standesamt - ausschließlich für die Todesfälle der Häftlinge. 1945 versucht die SS auf Befehl Hitlers die Burg zu sprengen und setzt damit die gesamte Anlage in Brand.
Der Wiederaufbau der Wewelsburg erfolgt bereits 1948/1949 (der Nordturm folgt erst 1973-1975) und 1950 ist sie wieder Jugendherberge und Sitz des Heimatmuseums des Kreises Büren, seit 1975 des Kreises Paderborn.
Religionen
Die große Mehrheit der Bevölkerung ist wie im Hochstift allgemein üblich katholisch. Sie gehört zur katholischen Kirchengemeinde Sankt Jodokus Wewelsburg im Dekanat Büren des Erzbistums Paderborn, Seelsorgeregion Hochstift.
Das evangelische Gemeindezentrum mit eigener Kirche gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Büren der Evangelischen Kirche von Westfalen, Kirchenkreis Paderborn.
Angehörige anderer Religionen sowie Konfessionslose nehmen nur einen geringen Anteil an der Dorfbevölkerung.
Eingemeindungen
Vor dem 1. Januar 1975 gehört die damalige Gemeinde Wewelsburg zum Amt Büren-Land im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage werden die elf Gemeinden des Amtes Büren, die 1969 in Vorgriff auf die kommunale Gebietsreform mit der Stadt Büren eine Verwaltungsgemeinschaft errichtet haben, mit der bisherigen Stadt Büren zur neuen Stadt Büren (Westfalen) zusammengeschlossen und kommen mit dieser zum Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Büren und der Gemeinde Wewelsburg ist die neue Stadt Büren (Westfalen).
Politik
Ortsvorsteher: Johannes Hillebrand Dorfratsvorsitzender: Günter Eggebrecht
Städtepartnerschaften
Seit dem Jahre 1991 ist Précigné in der französischen Region Pays de la Loire Partnergemeinde Wewelsburgs.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptsehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Ortschaft ist die Wewelsburg, von der der Ort auch den Namen hat. Sie beherbergt eine Jugendherberge und ist Sitz des Heimatmuseums des Kreises Paderborn mit drei Ausstellungsschwerpunkten:
- Historisches Museum des Hochstifts Paderborn
- Wewelsburg als Kult- und Terrorstätte der SS
- Flucht und Vertreibung.
Dabei befindet sich auch eine Gedenkstätte für die Opfer des KZ Niederhagen, in dem zur Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter für den geplanten Ausbau der Wewelsburg zum Zentrum der NS-Welt lebten.
Außerhalb des Ortes befindet sich außerdem ein erst jüngst freigelegter Ziel-Schießstand der Wachmannschaften des Lagers.
Im Ortskern liegt die katholische Pfarrkirche Sankt Jodokus.
Östlich des Dorfes Wewelsburg, im Tal des Friedens, liegt Gut Böddeken; Dies sind die Überreste eines alten Klosters, welches im Jahre 837 durch den später heilig gesprochenen Paderborner Archidiakon Meinolf, dem Schutzpatron des Bürener und Paderborner Landes, mit Unterstützung des Klosters Corvey zunächst als Kanonissenstift gegründet wurde. Eine bauliche Erneuerung, der Ausbau und die Ausgestaltung des Klosters durch die Augustinermönche geschah in einem längeren Zeitraum von 1434-1487.
Zwischen Gut Böddeken und Altenböddeken liegen die Meinolfuskapelle und ein Soldatenfriedhof mit Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wewelsburg hat 2200 Einwohner (Stand: 2004) und verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule. Mit dem nördlich benachbarten Salzkottener Stadtteil Niederntudorf besteht ein Hauptschulzweckverband, dessen Träger seit 1975 die Städte Salzkotten und Büren (Westfalen) sind. Die Hauptschule Niederntudorf/Wewelsburg hat ihren Sitz in Niederntudorf.
Die Wirtschaft ist handwerklich und landwirtschaftlich orientiert.
Verkehr
Von großer Bedeutung ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der auch wichtige Arbeitsplätze bietet. Er liegt nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Dorf Wewelsburg entfernt auf dem Gebiet des benachbarten Bürener Stadtteils Ahden.
Den Süden der Gemarkung durchschneidet die A 44 Dortmund-Kassel mit der Anschlussstelle Büren in Fahrtrichtung Dortmund beim Bürener Stadtteil Brenken und dem Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren in Fahrtrichtung Kassel beim Wünnenberger Stadtteil Haaren.
Der so genannte Kleine Hellweg verläuft direkt jenseits des Almetales parallel zu diesem nordostwärts über Oberntudorf und Wewer nach Paderborn, südwestwärts am Flughafen und an Brenken vorbei Richtung Büren.
Durch das Tal der Alme führt von Paderborn kommend über Büren Richtung Alme die Almetal-Bahn. Hier fand noch bis in die 1990er Jahre Güterverkehr statt, und teilweise wurde versucht, die Strecke mit einer historischen Dampfeisenbahn zu befahren. Da sich dies jedoch nicht rentierte, wurde die Strecke stillgelegt und im Herbst 2006 die Schienen demontiert. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist heute eine Gaststätte mit nur noch gelegentlichem Betrieb.
Das Gebiet von Wewelsburg gehört zum Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter. Busse der BBH, BahnBus Hochstift GmbH, stellen die Verbindung mit dem Umland, auch zum Flughafen, sicher. An Wochenenden und vor Feiertagen verkehren auch Nachtbusse von Paderborn nach Wewelsburg.
Durch Wewelsburg führt der Alme-Radweg.
Persönlichkeiten
- der heilige Meinolf, Gründer des Klosters Böddeken, dort gestorben am 5. Oktober 857
- Gobelin Person (1358-1421), erfolgreicher Reformer des Klosters Böddekken