Börsen-Zeitung
Die in Frankfurt am Main herausgegebene Börsen-Zeitung ist die einzige ausschließlich auf den Finanzsektor ausgerichtete Tageszeitung Deutschlands. Sie berichtet über die aktuellen Entwicklungen an den deutschen und internationalen Finanzplätzen.
Börsenzeitung | |
---|---|
Beschreibung | deutsche Tageszeitung |
Verlag | Wertpapiermitteilungen, Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG |
Erstausgabe | 1. Februar 1952 |
Erscheinungsweise | Dienstag bis Sonnabend |
Chefredakteur | Claus Döring |
Herausgeber | Ernst Padberg |
Weblink | Webpräsenz der Börsen-Zeitung |
Die Schwerpunkte der Berichterstattung in Form von Nachrichten, Analysen, Kommentaren und Hintergrundberichten reichen von börsennotierten Unternehmen über die Kredit- und Versicherungswirtschaft, internationale Finanzierungsinstitute, deutsche und internationale Kapitalmärkte bis hin zur Geldpolitik sowie der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Relevanz von Informationen für die Finanzmärkte ist das Auswahlkriterium für die Berichterstattung, die sich durch eine besondere Hingabe zum ökonomischen Detail auszeichnet. Von Beginn an adressierte die Börsen-Zeitung das besondere Interesse der Experten und Entscheidungsträger. Entsprechend niedrig war von jeher die Zirkulation der Zeitung an den Kiosken.
Gegründet wurde die Börsen-Zeitung, um dazu beizutragen, das „Börsengeschäft zu beleben und zu fördern“, wie es im Editorial der ersten Ausgabe vom 1. Februar 1952 hieß. Zu dieser Zeit hatte die seit 1947 bestehende Herausgebergemeinschaft WERTPAPIER-MITTEILUNGEN, die sich aus der Interessengemeinschaft Frankfurter Kreditinstitute und den Verleger-Familien Lehmann und Keppler/Thomas zusammensetzt, beschlossen, das bis dato auf die Back Offices der Banken ausgerichtete Verlagsprogramm um eine Tageszeitung mit Informationen zum Wertpapiergeschäft zu ergänzen.
Der Fokus der Börsen-Zeitung lag seinerzeit auf den Kapitalmärkten, die ersten Ausgaben bestanden im Wesentlichen aus Berichten von den acht deutschen Regionalbörsen. In den Anfangsjahren war der redaktionelle Teil der Börsen-Zeitung entsprechend auf ein bis zwei Seiten beschränkt gewesen. Die restlichen acht bis zehn Seiten waren den Kurslisten vorbehalten. Seitdem hat sich die Seitenanzahl stetig gesteigert, da die Marktaktivitäten und die Berichterstattung kontinuierlich zugenommen haben. Mit Fortschreiten der Globalisierung hat sich der Blickwinkel inzwischen jedoch zunehmend internationalisiert, und das gestiegene Interesse an den Finanzmärkten und deren sprunghafte Entwicklung spiegelt sich in den heutigen Ausgaben mit 46 bis 54 Seiten wider.
Die Börsen-Zeitung hat Büros in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München und Stuttgart sowie New York, London, Brüssel, Paris, Mailand, Tokio, Den Haag, Madrid und Zürich. Sie gilt als seriös und im Kapitalmarkt meinungsbildend.
Der umfangreiche Kurs- und Tabellenteil, in dem sich Kurse von Wertpapieren ausgewählter Börsenplätze sowie Investmentfondspreise finden, rundet dieses Komplettangebot ab. Vor Verbreitung von Börseninformationen über das Internet war der Kursteil der Börsen-Zeitung die umfangreichste Quelle für Preisinformationen zu den deutschen Wertpapierbörsen. Das Blatt ist amtliches Publikationsorgan aller deutschen Wertpapierbörsen. Die Kurse und Preise sind für Abonnenten ab Oktober 1998 online im Wertpapierinformationssystem „BZ WPI“ recherchierbar.
Am Vorabend eines jeden Erscheinungstages werden die Berichte der Börsen-Zeitung im Volltext mit Artikel- und Ganzseiten-PDFs im Internet einer geschlossenen Benutzergruppe im elektronischen Produkt „BZ Pro“ zur Verfügung gestellt. Ergänzt wird „BZ Pro“ am frühen Nachmittag durch die zahlreichen Finanzanzeigen der aktuellen Ausgabe.
Die seit 1995 erschienenen Artikel der Börsen-Zeitung sind in dem Online-Archiv GBI-Genios recherchierbar.
Zum Mutterkonzern der Börsen-Zeitung, der WM Gruppe, gehört auch WM Datenservice, der führende deutsche Informationsdienst für Börsendaten und zur Erfüllung von Informationspflichten von Aktiengesellschaften gegenüber dem Bankensystem und den Aktionären (bspw. Meldungen nach § 125 Aktiengesetz). Der Service vergibt zudem die Wertpapierkennnummern (WKN) deutscher Aktiengesellschaften.
Die Finanzierung der Zeitung, die zwar sehr viele gesetzlich verpflichtende Finanzmarktmitteilungen, aber wenig allgemeine Werbung enthält, gilt als geheimnisumwittert. Das liegt vor allem daran, dass die Börsen-Zeitung keine Auflagenzahlen veröffentlicht und deshalb von der Werbewirtschaft nicht bewertet werden kann.