Unter einer Sterilisation versteht man einen medizinischen Eingriff, der einen Menschen oder ein Tier unfruchtbar (d.h. unfähig zur Fortpflanzung) macht.
Beim Mann erfolgt dies meistens durch Abbinden (Ligatur) beider Samenleiter, Vasektomie genannt.
Bei der Frau erfolgt dies meistens durch eine Ligatur der Eileiter (Tuben), der Entfernung eines Stücks der Eileiter oder durch die Entfernung des Fransentrichters(Fimbrientrichter). Um eine Eileiterschwangerschaft zu verhindern soll außerdem der Ansatz der Tuben an die Gebärmutter (Uterus) elektrisch verödet werden.
Beide Methoden sind zuverlässige Methoden der endgültigen Empfängnisverhütung. Beim Mann wird sie gewöhnlich ambulant vom Urologen in einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt und dauert ungefähr 30 - 60 Minuten. Bei der Frau ist der Eingriff komplizierter; er wird vom Gynäkologen durchgeführt, und erfordert einen operativen Eingriff mit einer Rückenmarksnarkose oder gar einer Vollnarkose.
Statistik
In Deutschland sind zur Zeit ca. 1,45 Millionen Frauen (8 % aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter) und ca. 0,45 Millionen Männer (ca. 2 % aller Männer) sterilisiert.
Pearl Index der Sterilisation
- beim Mann 0,1
- bei der Frau 0,1 - 0,3
Kosten der Sterilisation beim Mann
Die Sterilisation wird seit 1.1.2004 nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Sterilisation beim Mann kostet (Stand Mitte 2004) 315 Euro. Hinzu kommen etwa 65 Euro für die obligatorische pathologische Untersuchung des entnommenen Gewebes, sowie etwa 20 Euro für die Nachuntersuchungen.
Kosten der Sterilisation bei der Frau
Hier belaufen sich die Kosten auf über 400 Euro, die ebenfalls privat finanziert werden müssen. Daher versuchen viele Frauen sich im Rahmen eine, sonst nicht notwendigen Kaiserschnitts, sterilisieren zu lassen, da dann die Kassen die Kosten übernehmen. Die Belastung für Mutter und Kind rechtfertigen die Kostenersparnis medizinisch nicht.
Erfahrungen zur Sterilisation beim Mann
Nach der Sterilisation muss das Ejakulat in einem Abstand von mehreren Monaten zwei Mal auf Spermien untersucht werden. Erst danach gilt die Sterilisation als erfolgreich verlaufen.
Die Schmerzen sind nach der Operation erträglich und können mit einem starken Muskelkater / leichten Wadenkrampf verglichen werden. Nach wenigen Tagen ist man wieder voll einsatzfähig. Komplikationen treten selten auf und sind im wesentlichen auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Dies kann dann zu Hodenentzündungen und deren Folgen führen.
Weblinks
- http://www.profamilia.de/az_16_inhalt.html
- http://www.gyn.de/verhuet/sterilisation.php3
- Mit Bild einer Tubenligatur und Diskussionsbeiträgen
- http://www.wdr.de/tv/service/gesundheit/inhalte/000313_3.html
- http://www.vasektomie.de/description.htm
- Beschreibung einer Vasektomie + Bild