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Richard Francis Burton

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Sir Richard Francis Burton KCMG (* 19. März 1821 in Barham House, Hertfordshire, England; † 19. Oktober 1890 in Triest) war ein britischer Konsul, Forscher, Übersetzer, Schwertkämpfer und Orientalist.

Datei:Richard Francis Burton.gif
Richard Francis Burton

Er beherrschte eine Vielzahl von orientalischen Sprachen, reiste als Pilger verkleidet alleine nach Mekka, was für Christen damals wie heute verboten war, übersetzte viele Werke, darunter die Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht (The Arabian Nights), den Duftenden Garten und das Kama Sutra ins Englische. Als Forscher beschäftigte er sich unter anderem mit Astrokartographie.

Er reiste 1857 mit John Hanning Speke nach Afrika, um die großen Seen und die Quellen des Nil zu entdecken. Dabei entdeckte er im Jahr 1858 den Tanganjikasee, den er für die Quelle des Nils hielt. Dabei gelang ihm 1861 gemeinsam mit dem deutschen Botaniker Gustav Mann die Erstbesteigung des Kamerunbergs.

Er besuchte den Mormonen-Propheten Brigham Young im neu gegründeten Salt Lake City (späteres Utah), bereiste die Welt, und schrieb viele Bücher. Später arbeitete er als britischer Konsul in Triest, Damaskus, und Fernando Poo.

Er wurde 1866 zum Ritter geschlagen.

Burton liegt unter einem marmornen, arabisch nachempfundenen Beduinenzelt mit Glasdach auf dem Friedhof von Mortlake südwestlich von London begraben. Seine Frau Isabel Burton wurde neben ihm beerdigt, und wenn der Besucher eine Treppe hinuntersteigt, können die Särge betrachtet werden.

Werke

  • "Sindh and the races that inhabit the valley of the Indus" (London 1850)
  • "Goa and the Blue Mountains" (London 1851)
  • "Personal narrative of a pilgrimage to El Medinah and Meccah" (London 1855)
  • "First footsteps in East Africa; or, An Exploration of Harar" (1856)
  • "The Kasidah of Haji Abdu El-Yezdi"
  • "Zanzibar" (London 1872)
  • "Unexplored Syria" (London 1872)
  • "Ultima Thule" (1875)
  • "Two Trips to Gorilla Land" (1876)
  • "The Land Midian" (1877)
  • "The Gold-Mines of Midian and the ruined Midianite cities (1878)
  • "The Land of Midian revisited" (1879)
  • "The Book of the Sword" (1883)
  • "Vikram and the Vampire" (1893)

Übersetzungen

  • "Kama Sutra"
  • "The Book of The Thousand Nights And A Night" (1885-88)

Biographie

Fawn M. Brodie: The Devil Drives. A Life of Sir Richard Burton. (englisch) - eine psychoanalytisch angelegte Biographie (1967), die das Getriebene in Burtons Leben in den Vordergrund stellt.

Burton als Romanfigur

  • In der fünfbändigen Science-Fiction-Romanreihe "Flusswelt der Zeit" von Philip Jose Farmer, die nicht mehr nachgedruckt wird, spielt Burton eine der Hauptrollen. Der Roman spielt auf einem Planeten, auf dem die gesamte Menschheit wiedererweckt wurde. Um diesen Planeten windet sich ein Fluss, wie eine Midgardschlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Auch hier ist Burton auf der Suche nach den Quellen eines Flusses, des größten aller Zeiten.

Reminiszensen

  • Der Film Das Land der schwarzen Sonne, den Bob Rafelson 1990 drehte, beschreibt die Expedition Burtons mit John Hanning Speke auf der Suche nach der Quelle des Nils.
  • In dem Kinofilm Lara Croft: Tomb Raider ist das Mausoleum von Laras Vater dem von Burton nachempfunden.

Sein Leben in Englisch sehr detailliert (über 30 Kapitel): The life of Sir Richard Burton

E-Texte einiger seiner Werke: