Fort Berthold Reservation ist ein Indianerreservat im US-Bundesstaat North Dakota und Heimat der Mandan-, Hidatsa- und Arikaree-Nationen, die sich seit 1934 Three Affiliated Tribes (Drei verbundene Stämme) bezeichnen. Das Reservat liegt am Missouri River und umfasst Teile von McLean, Mountrail, Dunn, McKenzie, Mercer und Ward County in North Dakota. Die Fläche des Reservats beträgt 988.000 Acres, also 4,000 km², wobei sich nur eine Fläche von 457.837 Acres, also 1.853 km² im Besitz der Ureinwohner befinden. Die Stämme besitzen davon nur 80,000 Acres, also 322 km², der Rest gehört individuellen Stammesangehörigen.[1] Nach einer Volkszählung von 2000 lebten 5.915 Personen auf dem Reservatsgebiet. Laut Bureau of Indian Affairs leben 4,053 der 10,249 anerkannten Ureinwohner auf dem Reservatsgebiet. Ursprünglich wurden den 3 Stämmen 1851 Gebiete mit einer Fläche von 12 Millionen Acres (49,000 km²) durch den Vertrag von Fort Laramie (1851) zugewiesen.Das Reservat wurde durch einen Bundesstaatlichen Akt 1870 mit einer viel geringeren Fläche gegründet.[2] Teile des Reservats wurden zwischen 1948 und 1956 vom Garrison Dam und dem Lake-Sakakawea-Stausee überflutet. Dabei gingen 683.182 km² fruchtbares Land verloren. Die Reservatsverwaltung befindet sich in New Town, North Dakota. In New Town befindet sich auch die Radio-Station der Reservation KMHA 91.3 MHZ FM


Geschichte
Gegründet 1870, wurde das Reservat nach dem gleichnamigen Fort der American Fur Company benannt. Ursprünglich hieß das Fort "Fort Atkinson". Bartholomew Berthold (1780–1831) war ein italienischer Pelzhändler der "American Fur Company". Grund der Gründung waren weiße Holzfäller, die entlang des Missouri Holz für die vorbeifahrenden Dampfschiffe schlugen und an diese verkauften. Die Häuptlinge beschwerten sich in Washington. Captain Wainwright von Fort Stevenson traf sich mit den Führern. Sie kamen überein auf dem Gebiet, das im Vertrag von Fort Laramie 1851 festgelegt worden war, ein Reservat zu errichten. Im Gegenzug sicherten die Indianer eine freie Passage von Siedlern durch ihr Gebiet gegen eine jährliche Zahlung von 10.000 Dollar über einen Zeitraum von 20 Jahren zu. Der Kongress der Vereinigten Staaten modifizierte die geschlossene Vereinbarung, indem er eine Klausel hinzufügte, nach der sich die Indianer verpflichteten, ein Gebiet in der Größe von 800 Quadrat-Meilen entlang des östlichen Missouri an die Bundesregierung abzutreten.[3] 1880 wurde durch einen Beschluss des Kongresses große Gebiete des Reservats an die Northern Pacific Railroad abgetreten. Die Stämme wurden nicht befragt. [4] Nachdem 1887 ein Bundesgesetz, der sogenannte Dawes Act in Kraft getreten war, begannen die Agenten des Bureau of Indian Affairs BIA 1893 das Reservat in individuelle Parzellen aufzuteilen. Jedes Familienoberhaupt bekam 160 Acres, Frauen und alleinstehende Männer 80 Acres, und Kinder 40 Acres.[5] Überschüssige Gebiete wurden an weiße Siedler verkauft. Durch diese Maßnahmen sollte der Zusammenhalt der Stämme geschwächt werden. Aus Indianern mit traditionellen Vorstellungen von der gemeinsamen Bearbeitung des Bodens sollten individuell denkende Bauern entstehen. Durch den Dawes Act gingen dem Reservat 1,6 Millionen Acres (6443,2 km²) verloren.
Zwischen 1948 und 1956 wurden Teile des Reservats vom Garrison Dam und dem Lake-Sakakawea-Stausee überflutet. Dabei gingen 683.182 km² fruchtbares Land verloren. 325 Familien (80 % der Bewohner) wurden gezwungen, sich auf höher liegenden Gebieten eine neue Heimat zu suchen. 94 % der bewirtschafteten Wälder und Felder gingen dabei verloren. Der Kongress der Vereinigten bot 5,1 Millionen Dollar an Entschädigung, und nach langlaufenden Verhandlungen mussten die Indianer dieses Angebot akzeptieren. Dies entsprach 33 Dollar pro Acre (4027 m²) Land. Dieses Geld deckte nicht einmal die Kosten für den Umzug in höhergelegene Gebiete. Nach weiteren 2-jährigen Nachverhandlungen einigte man sich auf 12.6 Millionen Dollar. Das waren 9 Millionen Dollar weniger, als die Stämme ursprünglich verlangt hatten und diese als Marktwert betrachteten.[6] Durch die Überflutung verarmte die Bevölkerung, die davor erfolgreiche Rinderzüchter und Bauern waren.
In den letzten Jahren ging es mit der Wirtschaft wieder bergauf. Ölfunde auf dem Gebiet des Reservats führten zu einem gewissen Wohlstand. Nach Angaben des BIA wurden 80 Millionen Dollar für Bohrrechte an die Stämme ausgezahlt.[7] 1993 wurde das "Four Bears Casino" auf dem Reservatsgebiet eröffnet.
Einzelnachweise
- ↑ BIA Fort Berthold Agency
- ↑ The Fort Berthold Reservation was established under the Executive Order of 1870
- ↑ On July 27, 1866, the Mandan, Hidatsa, and Arikara signed an agreement by which they granted such rights-of-way to territories east of the Missouri River, and were to receive in return an annuity of $10,000 for the next 20 years.
- ↑ On July 13, 1880, an Executive Order was issued, depriving the Mandan, Hidatsa and Arikara of the greater part of their lands. Everything south of a line forty miles north of the Northern Pacific right-of-way was ceded.
- ↑ The reservation was to be divided into standardized plots-heads of families received 160 acres each, women and men over the age of 18 who were not heads of families were allotted 80 acres each, children received 40 acres each.
- ↑ Legislation for this final settlement received President Truman's signature on October 29, 1949. The total compensation of $12,605,625 was over $9,000,000 less than the Indians felt was the fair market value of the damages they sustained.
- ↑ Approved over 1,700 Oil and Gas leases and distributed over $80,000,000.00 in bonus payments. The Bakken formation is considered to be one of the largest oil producing formations in the lower 48 states