Wasserstoff

chemisches Element mit dem Symbol H und der Ordnungszahl 1
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Wasserstoff ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol H und der Ordnungszahl 1. Wasserstoff (v. frz.: hydrogène und lat. hydrogenium Wassererzeuger; aus griech.: hydor Wasser) ist das häufigste chemische Element im Weltall. Sterne bestehen hauptsächlich aus Wasserstoff-Plasma. Auf der Erde sind von keinem anderen Element so viele Verbindungen bekannt. Hier kommt es meist gebunden in Form von Wasser vor, aber auch in allen Lebewesen, in Erdöl und in Mineralien.

Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Wasserstoff, H, 1
SerieNichtmetalle
Gruppe,

Periode,

Block
1(IA),

1,

s
Dichte, Härte 0,0899 kg/m3, --
Aussehen farblos
Atomar
Atomgewicht1,00794 amu
Atomradius (berechnet)25 (53) pm
Kovalenter Radius37 pm
van der Waals-Radius120 pm
Elektronenkonfiguration1s1
e- pro Energieniveau1
Oxidationszustände (Oxid)1 (amphoterisch)
Kristallstrukturhexagonal
Physikalisch
Materiezustandgasförmig
Schmelzpunkt14,025 K (-259,13 °C
Siedepunkt20,268 K (- 253 °C)
Molares Volumen11,42 ×10-3 m3/mol
Verdampfungswärme0,44936 kJ/mol
Fusionswärme0,05868 kJ/mol
Dampfdruck209 Pa bei 23 K
Schallgeschwindigkeit1270 m/s bei 298,15 K
Verschiedenes
Elektronegativität2,2 (Pauling-Skala)
Spezifische Wärmekapazität14304 J/(kg*K)
Elektrische Leitfähigkeit?? 106/m Ohm
Wärmeleitfähigkeit0,1815 W/(m*K)
1st Ionisierungspotential1312 kJ/mol
Stabilste Isotope
iso NA Halbwertzeit DM DE MeV DP
1H99,985% H ist stabil mit 0 Neutronen
2H0,015% H ist stabil mit 1 Neutronen
3H{syn.} 12,33 jβ0,0193He
4H{syn.} unbekanntn2,9803H

SI-Einheiten & STP werden benutzt,

sofern nicht anders erwähnt.

Wichtigste Eigenschaften

Wasserstoff ist mit nur einem Proton und einem Elektron das leichteste der chemischen Elemente. Wasserstoff ist ca. 14-mal leichter als Luft, geruchlos und farblos. Sein Diffusionsvermögen auf Grund seines geringen Molekulargewichtes und die Wärmeleitfähigkeit sind die höchsten aller Gase und führen zu einer Reihe von technischen Problemen beim Umgang mit Wasserstoff.

Die Kernfusion von Tritium-Plasma zu Helium in Sternen bildet deren Energiequelle. Diese Reaktion wird vom Menschen in der Wasserstoffbombe und in experimentellen Fusionsreaktoren genutzt.

Anwendungen

Neben seiner Verwendung als Energiespeicher bzw. Energielieferant (Schweißen, Raketentreibstoff) wird Wasserstoff als Reduktionsmittel von Metalloxiden und Stickstoff (Haber-Bosch-Synthese), sowie zur Kohlehydrierung und Fetthärtung eingesetzt.

Weitere Anwendungen sind:

Geschichte

Entdeckt wurde Wasserstoff vom englischen Chemiker Henry Cavendish. Benannt wurde es von Antoine Lavoisier.

Quellen

Vorkommen

Wasserstoff macht 75% der gesamten Masse bzw. 90% aller Atome im Universum aus. In der Atmosphäre der Erde liegt Wasserstoff jedoch nur in Konzentrationen unter 1 ppm vor; der überwiegende Teil des Wasserstoffs auf der Erde ist in Wasser vorhanden. Andere natürliche Vorkommen sind Kohle, Fossilien, und natürliche Gase, z.B. Methan (CH4).

Herstellung

Reaktion verdünnter Säuren mit Metallen (z.B. Zink), durch Elektrolyse von Wasser, Natronlauge oder wässrigen Natriumchlorid-Lösungen (Chlor-Alkali-Elektrolyse), durch Zersetzung des Wassers durch Alkalimetalle und durch chemische Reaktion von Erdgas mit Wasserdampf (Steam-Reforming).

Verbindungen

Wasserstoff geht mit den meisten chemischen Elementen Verbindungen ein. Durch seine Elektronegativität von 2,2 geht Wasserstoff Verbindungen als metallischerer oder nichtmetallischerer Partner ein. Erstere Verbindungen werden Hydride genannt; dabei existiert Wasserstoff entweder als Wasserstoff-Ion oder ganz in Lösung mit dem anderen Element, so z.B. bei Palladium-Hydrid. Letztere Verbindungen sind eher kovalent, da H+ ein blanker Atomkern wäre und daher Elektronen zu sich hinzieht. Daher liegt Wasserstoff sogar in Säuren als H3O+ vor.

Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff zu Wasser (H2O). Bei dieser Knallgasreaktion wird Energie frei. Wird Protium (H) durch Deuterium (D) ersetzt, so erhält man schweres Wasser (D2O). Wasserstoff bildet auch Verbindungen mit Kohlenstoff zu organischen Verbindungen (Kohlenwasserstoffen), deren Studium sich die organische Chemie verschrieben hat.

Minerale, die Wasserstoff enthalten, sind Hydrate oder Hydroxide.

Andere Wasserstoffverbindungen:

Formen

Unter normalen Bedingungen ist Wasserstoffgas ein Gemisch zweier Molekülarten, die sich durch die "Richtung" ihrer Elektronenspins und Kernspins unterscheiden. Diese beiden Formen sind als ortho- (normale Form) und para-Wasserstoff bekannt (im Unterschied zu den verschiedenen Wasserstoffisotopen). Unter Standardbedingungen liegen 25% des Wasserstoffs als para-Form und 75% als ortho-Form vor, wobei die ortho-Form nicht gereinigt werden kann. Die beiden Molekülarten unterscheiden sich in in ihrer Energie, was zu leicht unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften führt. So liegen z.B. der Schmelz- und Siedepunkt der para-Form ca. 0,1K unter denen der ortho-Form.

Isotope

Das häufigste Wasserstoff-Isotop, Protium (1H), hat keine Neutronen; die beiden anderen haben ein (Deuterium, 2H) bzw. zwei (Tritium, 3H) Neutronen. Protium und Deuterium sind stabil. Deuterium macht 0.0184-0.0082% aller Wasserstoffatome aus (nach IUPAC). Tritium ist radioaktiv.

Wasserstoff ist das einzige Element, dessen Isotope eigene Namen haben.

Vorsichtsmaßnahmen

Wasserstoff ist ein leicht brennbares Gas. Es reagiert auch heftig mit Chlor und Fluor. D2O, auch schweres Wasser genannt, ist giftig für viele Spezies. Allerdings ist die für Menschen gefährliche Menge recht groß.

Siehe auch : Periodensystem, Wasserstoffbrücke, Wasserstoffatom, Antiwasserstoff, Brennstoffzelle