Nikephoros Bryennios der Ältere

byzantinischer General und Usurpator gegen Kaiser Michael VII.
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Nikephoros Bryennios (Vorlage:ELSmit2; † nach 1094 wahrscheinlich in Adrianopel) war ein byzantinischer General und Usurpator gegen Kaiser Michael VII.

Leben

Nikephoros Bryennios war der Sohn des gleichnamigen Generals, der sich 1057 erfolglos gegen Kaiser Michael VI. erhoben hatte. Wie schon sein Vater machte er in der byzantinischen Militärhierarchie unter den Kaisern Konstantin X. und Romanos IV. Karriere. In der Schlacht bei Manzikert gegen die Seldschuken kommandierte er den linken Flügel; er war einer der wenigen Generäle, die sich in dieser für Byzanz verheerenden Schlacht noch achtbar aus der Affäre zogen.

Von 1072 bis 1073 amtierte Bryennios als Dux von Bulgarien, wo er nach der gescheiterten Revolte unter Konstantin Bodin und Georgi Vojtech die byzantinische Herrschaft wiederherstellte. Anschließend wurde er zum Dux von Dyrrhachion ernannt.

Als Kaiser Michael VII. im Frühjahr 1077 mit den Seldschuken einen für Byzanz äußerst ungünstigen Vertrag über großflächige Gebietsabtretungen in Anatolien abschloss, zettelte Nikephoros′ Bruder Johannes in Adrianopel eine Rebellion gegen den seiner Meinung nach unfähigen Kaiser Michael VII. und dessen mächtigen Minister Nikephoritzes an. Nikephoros zögerte zunächst, sich der Revolte anzuschließen, änderte jedoch seine Haltung, als er erfuhr, dass der mächtige Minister Nikephoritzes beschlossen hatte, ihn aus dem Amt des Dux von Dyrrhachion zu entfernen und durch Nikephoros Basilakes zu ersetzen.

Im Sommer 1077 ließ Nikephoros Bryennios sich in Traianopolis zum Gegenkaiser ausrufen. Er zog eine multiethnische Streitmacht aus Thrakern, Bulgaren, Mazedoniern, Slawen, Italienern, Franken, Oghusen und Griechen zusammen und schickte sie im November 1077 unter dem Oberbefehl des Johannes vor die Mauern Konstantinopels. Weil die Bryennoi bedenkenlos die Vororte zur Plünderung freigaben, formierte sich in der Hauptstadt starker Widerstand gegen ihre Herrschaftsansprüche, so dass es Michael VII. gelang, die Belagerer zum Rückzug nach Thrakien zu veranlassen. Ende März 1078 musste Michael jedoch den Thron für den Feldherrn Nikephoros Botaneiates räumen, der sich am 7. Januar in Nikaia ebenfalls zum Gegenkaiser erhoben hatte.

Botaneiates bot Bryennios den Titel eines Kaisar an, sofern er auf seine Kaiserambitionen verzichten und sich ihm unterwerfen würde. Als Bryennios sich weigerte, sandte Botaneiates den jungen Feldherrn Alexios Komnenos mit einer Armee gegen ihn aus. In einer Schlacht bei Kalabrye in Thrakien wurde Bryennios geschlagen und gefangen genommen. Nikephoros Basilakes, der sich von den verbliebenen Truppen zum Kaiser ausrufen ließ, wurde wenig später ebenfalls von Alexios bezwungen.

Botaneiates ließ den besiegten Thronrivalen blenden, beließ ihm jedoch seinen Besitz und verlieh ihm neue, hohe Amtswürden. Bryennios kehrte offenbar in seine Heimatstadt Adrianopel zurück, die er 1094/95 trotz seiner Behinderung sowohl gegen einen Angriff der Kumanen verteidigte wie auch gegen den Prätendenten Konstantin Diogenes, der vorgab, der 1073 gestorbene Sohn des Kaisers Romanos IV. zu sein. Sein Enkel (oder Sohn), der Geschichtsschreiber Nikephoros Bryennios, avancierte durch die Heirat mit Anna Komnena zum Schwiegersohn des Kaisers Alexios I.

Quellen

Literatur