„Gabapentin“ – Versionsunterschied
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| Freiname = Gabapentin |
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| Andere Namen = 1-(Aminomethyl)cyclohexylessigsäure |
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| Summenformel = C<sub>9</sub>H<sub>17</sub>NO<sub>2</sub> |
| Summenformel =* C<sub>9</sub>H<sub>17</sub>NO<sub>2</sub> <small>(Gabapentin)</small> |
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| CAS = 60142-96-3 |
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| PubChem = 3446 |
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| ATC-Code = {{ATC|N03|AX12}} |
| ATC-Code = {{ATC|N03|AX12}} |
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* Gabapentin-Generika (AT, CH, DE) |
* Gabapentin-Generika (AT, CH, DE) |
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| Verschreibungspflicht = Ja |
| Verschreibungspflicht = Ja |
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| Molare Masse = 171,24 g·mol<sup>−1</sup> |
| Molare Masse =* 171,24 g·mol<sup>−1</sup> <small>(Gabapentin)</small> |
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'''Gabapentin''' ist ein [[Arzneistoff]] aus der Gruppe der [[Antikonvulsivum|Antikonvulsiva]], der zur Behandlung der [[Epilepsie]] und [[Neuropathie|neuropathischer]] [[Schmerz]]en eingesetzt wird. Es wird in [[Deutschland]] unter den [[Handelsname]]n ''Neurontin'' oder ''Gabax<sup>®</sup>'' vertrieben und unter [[Generikum|generischer]] Bezeichnung angeboten. Gabapentin wurde 1976 von [[Gödecke]] und Warner-Lambert patentiert. |
'''Gabapentin''' ist ein [[Arzneistoff]] aus der Gruppe der [[Antikonvulsivum|Antikonvulsiva]], der zur Behandlung der [[Epilepsie]] und [[Neuropathie|neuropathischer]] [[Schmerz]]en eingesetzt wird. Es wird in [[Deutschland]] unter den [[Handelsname]]n ''Neurontin'' oder ''Gabax<sup>®</sup>'' vertrieben und unter [[Generikum|generischer]] Bezeichnung angeboten. Gabapentin wurde 1976 von [[Gödecke]] und Warner-Lambert patentiert. |
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== Pharmakologie == |
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Das Medikament wird oral aufgenommen, der Wirkstoff verbleibt mit einer Halbwertszeit von 5 bis 7 Stunden im Blut. Ausgeschieden wird es über den Harn. |
Das Medikament wird oral aufgenommen, der Wirkstoff verbleibt mit einer Halbwertszeit von 5 bis 7 Stunden im Blut. Ausgeschieden wird es über den Harn. |
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Gabapentin ist ein Analogon der [[γ-Aminobuttersäure]] (GABA). Es liegt überwiegend als „inneres Salz“ bzw. [[Zwitterion]] vor, dessen Bildung dadurch zu erklären ist, dass das [[Proton (Chemie)|Proton]] der [[Carboxylgruppe]] an das einsame Elektronenpaar des Stickstoffatoms der [[Aminogruppe]] wandert. |
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Zwitterionen-Form des Gabapentind |
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Im elektrischen Feld wandert das Zwitterion nicht, da es als Ganzes ungeladen ist. Genaugenommen ist dies am isoelektrischen Punkt (bei einem bestimmten pH-Wert) der Fall, bei dem das Gabapentin auch seine geringste Löslichkeit in Wasser hat. |
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== Einzelnachweise == |
== Einzelnachweise == |
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Version vom 22. Januar 2009, 17:10 Uhr
| Strukturformel | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeines | |||||||||||||
| Freiname | Gabapentin | ||||||||||||
| Andere Namen |
1-(Aminomethyl)cyclohexylessigsäure | ||||||||||||
| Summenformel |
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| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | |||||||||||||
| ATC-Code | |||||||||||||
| Wirkstoffklasse | |||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse |
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| Schmelzpunkt |
162-166 °C bzw. 165-167 °C [1] | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Gabapentin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antikonvulsiva, der zur Behandlung der Epilepsie und neuropathischer Schmerzen eingesetzt wird. Es wird in Deutschland unter den Handelsnamen Neurontin oder Gabax® vertrieben und unter generischer Bezeichnung angeboten. Gabapentin wurde 1976 von Gödecke und Warner-Lambert patentiert.
Pharmakologie
Anwendungsgebiete
Gabapentin ist zur Monotherapie von einfachen und komplexen partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung und zur Zusatztherapie von partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung zugelassen. Eine weitere Indikation ist die Behandlung neuropathischer Schmerzen. Neuropathische Schmerzen entstehen z.B. bei einem Teil der Patienten mit einer Gürtelrose nach Abklingen der Hautveränderungen, der Post Zoster Neuralgie. Ein anderes häufiges Anwendungsgebiet ist die diabetische Polyneuropathie sowie die Behandlung von Phantomschmerzen. Auch postoperative Schmerzen können durch Gabapentin gemildert werden.[3]
Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus von Gabapentin ist noch nicht vollständig geklärt. Seine antikonvulsive Wirkung wird nicht mit einer direkten Aktivierung von GABA-Rezeptoren in Verbindung gebracht. Diskutiert wird eine Hemmung der glutamatergen Erregungsübertragung.
Nebenwirkungen (Auszug)
Die häufigsten Nebenwirkungen während der Anwendung von Gabapentin sind Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme, Nervosität, Schlaflosigkeit, Ataxie, Augenzittern, Parästhesien, gesteigerter Appetit aber auch Appetitlosigkeit und Anorexie. Des Weiteren können Mittelohrentzündung, Virus- und Atemwegsinfektionen, Leuko- und Thrombozytopenie, aber auch psychische Auffälligkeiten wie Angst, Depressionen, Halluzinationen, Denkstörungen, Feindseligkeit, Amnesie und Verwirrtheit auftreten.[4]
Wechselwirkungen
Die Resorption von Gabapentin kann durch gleichzeitige Einnahme von calcium- oder magnesiumhaltigen Antacida beeinflusst werden. Morphin und Alkohol können die Wirkungen und Nebenwirkungen von Gabapentin verstärken.
Gabapentin kann das Ergebnis einiger Urintests auf Eiweiß falsch-positiv beeinflussen.
Verabreichung
Das Medikament wird oral aufgenommen, der Wirkstoff verbleibt mit einer Halbwertszeit von 5 bis 7 Stunden im Blut. Ausgeschieden wird es über den Harn.
Chemie
Gabapentin ist ein Analogon der γ-Aminobuttersäure (GABA). Es liegt überwiegend als „inneres Salz“ bzw. Zwitterion vor, dessen Bildung dadurch zu erklären ist, dass das Proton der Carboxylgruppe an das einsame Elektronenpaar des Stickstoffatoms der Aminogruppe wandert.
Zwitterionen-Form des Gabapentind
Im elektrischen Feld wandert das Zwitterion nicht, da es als Ganzes ungeladen ist. Genaugenommen ist dies am isoelektrischen Punkt (bei einem bestimmten pH-Wert) der Fall, bei dem das Gabapentin auch seine geringste Löslichkeit in Wasser hat.
Einzelnachweise
- ↑ The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 742, ISBN 978-0-911910-00-1.
- ↑ a b Angaben des Herstellers Sigma-Aldrich, 21. Juli 2008.
- ↑ Mathiesen O, Møiniche S, Dahl JB (2007): Gabapentin and postoperative pain: a qualitative and quantitative systematic review, with focus on procedure. In: BMC Anesthesiol. 7:6. PMID 17617920 doi:10.1186/1471-2253-7-6
- ↑ Rote Liste - Online