„Lilith“ – Versionsunterschied
| [ungesichtete Version] | [ungesichtete Version] |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 37: | Zeile 37: | ||
*Isolde Kurz: ''Die Kinder der Lilith'' |
*Isolde Kurz: ''Die Kinder der Lilith'' |
||
*J.R. Salamanca: 'Lilith', 1964, Labiler Pfleger [WKII-Veteran] verfällt schizophrener Lilith A. |
*J.R. Salamanca: 'Lilith', 1964, Labiler Pfleger [WKII-Veteran] verfällt schizophrener Lilith A. |
||
*Victoria Holt (Jean Plaidy, Philippa Carr): 'Lilith' |
*Victoria Holt (Jean Plaidy, Philippa Carr): 'Lilith', Lübbe |
||
==Filme== |
==Filme== |
||
Version vom 14. April 2005, 01:19 Uhr
Dieser Artikel befasst sich mit der mythischen Figur Lilith, andere Bedeutungen unter Lilith (Begriffsklärung).
Lilith ist eine weibliche Figur der antiken
vorderasiatischen Religionen und Mythologien. Als Lilithu war sie ein Dämon oder Windgeist der assyrisch-babylonischen Mythologie.
Jüdische Legenden um Lilith
Auf hebräisch bedeutet der Name Lilith (לילית) die Nächtliche.
Laut jüdischen Legenden erschuf Gott Adam und Lilith aus dem gleichen Staub, um Lilith zu Adams gleichberechtigter Partnerin zu machen. Lilith war also Adams erste Frau. Diese Gleichberechtigung wurde von Adam nicht akzeptiert und er forderte, Lilith solle beim Geschlechtsakt unter ihm liegen. Dies wollte Lilith nicht akzeptieren und floh aus dem Paradies. Adam beschwerte sich bei Gott über Liliths Verhalten und Gott erschuf ihm Eva aus seiner Rippe. Diesmal erschuf Gott Adams Frau etwas kleiner als Adam und verwarf somit den ursprünglichen Schöpfungsplan, Mann und Frau als gleichberechtigte Wesen zu erschaffen. Eva ordnete sich Adam willig unter. Lilith blieb unsterblich, da sie nie die verbotene Frucht vom "Baum der Weisheit" aß und vereinigte sich in einer Schlucht nahe des Paradieses mit Dämonen, um Dämonenkinder, genannt "Lilim", zu gebären.
In einigen jüdischen Sagen wird sie auch als der letzte Engel der zehn unheiligen Sephiroth beschrieben und als Kindermörderin gefürchtet, vor deren Schutz Talismane der Engel Sanvai, Sansanvi und Semangloph, die Lilith einst im Auftrag Gottes jagten, getragen. Nach jüdisch-feministischer Theologie ist Lilith die eigentlich Gute im Kampf zwischen Adam/Eva und Lilith (siehe dazu den Weblink).
Lilith in der Bibel
Liliths Rolle im biblischen Schöpfungsmythos ist in heutigen Bibeltexten nicht mehr erkennbar. Einzig die Passage
- "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib." (1. Buch Mose, Kapitel 1,27)
wird auf die Existenz Liliths hin interpretiert, da diese Passage vor der Erwähnung der Schaffung Evas aus der Rippe Adams steht. Im Gegensatz dazu wird Adams Ausruf, als er Eva zuerst begegnet, Das ist ja Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Bein, dahin interpretiert, Lilith sei also gerade kein Mensch gewesen, also ein Tier, kurzum: die Schlange, die Eva nachher dazu verleitete, vom Baum der Erkenntnis zu essen - aus Rachsucht einer verlassenen Geliebten.
Bei der biblischen Lilith handelt es sich wie in der assyrisch-babylonischen Mythologie um einen Geist oder Dämonen:
- "Da treffen Wüstentiere mit wilden Hunden zusammen, und Bocksdämonen begegnen einander. Ja, dort rastet die Lilit und findet einen Ruheplatz für sich." (Jesaja 34:14) (Wobei in einigen Übersetzungen Lilit mit "Nachtgespenst" übersetzt wird.)
Siehe auch: Adam und Eva
Lilith als Symbolfigur der Emanzipation
Lilith wurde im Feminismus zum Symbol und zum Programm, die ersten Frauenbuchhandlungen und Frauencafés nannten sich nicht selten Lilith, auch als weiblicher Vorname ist Lilith recht beliebt geworden. Denn in Lilith sehen viele Frauen die ersehnte Gegenheldin zu der biblischen Eva.
Literatur
- George MacDonald: Lilith, ISBN 3608875158, düsterer Fantasy-Roman aus dem 19. Jahrhundert
- Siegmund Hurwitz: Lilith. Die erste Eva, Eine historische und psychologische Studie über dunkle Aspekte des Weiblichen, 1998, Daimon, ISBN 3-85630-545-9
- Dorothee Pielow: Lilith und ihre Schwestern. Zur Dämonie des Weiblichen, 1998, Grupello, ISBN 3-928234-94-3
- Vera Zingsem: Lilith, Adams erste Frau, 1999, Klöpfer & Meyer, ISBN 3-931402-41-X
- Isolde Kurz: Die Kinder der Lilith
- J.R. Salamanca: 'Lilith', 1964, Labiler Pfleger [WKII-Veteran] verfällt schizophrener Lilith A.
- Victoria Holt (Jean Plaidy, Philippa Carr): 'Lilith', Lübbe
Filme
- In dem Anime: "Neon Genesis Evangelion" ist Lilith der zweite Engel und der Engel von dem die Menschheit abstammt. Hier sind es die Menschen die als Lilim bezeichnet werden. Lilith ist an ein rotes Kruzifix geschlagen, ihr fehlt der Unterleib, in ihrer Brust stckt die Lanze des Longinus und sie trägt eine stählerne Maske. Der kontakt zwischen Lilith und einem anderen Engel würde zum "Third Impact" (zur Apocalypse) führen.
- Lilith
Lilith Bewertung: 2 Sterne1963 / USA / 115 Minuten / Centaur Altersempfehlung: ab 16 Jahren Genre: Drama (Spielfilm)
Vincent kehrt aus dem Krieg zurück. Der labile junge Mann wird Pfleger in einer psychiatrischen Klinik. Er verliebt sich in die attraktive Patientin Lilith. Sie zieht ihn bald ganz in ihren Bann.
Hintergrund: Ein Versuch, die legendäre Gestalt der Lilith modern zu interpretieren: Eine Geisteskranke verführt ihren Betreuer, der im Lauf der Affäre selber den Verstand verliert. Obwohl eindringlich gestaltet, überzeugt der Film weder in seinen psychologischen noch sozialkritischen Anliegen und verliert sich in den symbolistischen und psychologisierenden Fallstricken seines Drehbuchs (Lex. des Internat. Films).
Basis: nach einem Roman von J. R. Salamanca
Schauspieler und Schauspielerinnen: Warren Beatty spielt Vincent Jean Seberg spielt Lilith Peter Fonda spielt Steven Gene Hackman spielt Norman Kim Hunter spielt Bea
Regie: Robert Rossen Drehbuch: Robert Rossen Kamera: Eugen Schüfftan Musik: Kenyon Hopkins Schnitt: Aram Avakian Produzent: Robert Rossen