„Diskussion:Die Bibliothek von Babel“ – Versionsunterschied
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Nicht uninteressant, aber mE zu essayistisch für die wp. -- [[Benutzer:Southpark|southgeist]] 15:53, 30. Mär 2005 (CEST) |
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Den Genren einer [[sage]]nhaften [[Science-Fiction]] zuordnenbar, die [[prosa]]isch eine Realität [[Suggestion|suggerieren]],welche wissenschaftliche [[Utopie]] und [[Dystopie]] miteinander [[Parodie|parodisierend]] verbinden. Da die [[Wissenschaft]]&[[Technologie]] rapide boomen, sind die Traumfabriken modebewußt daran, diese in künstlichen Traumlandschaften unter das Volk zu bringen, während dystopisch die natürliche Umwelt Alarmsignale des Zusammenbruchs entsendet. |
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Zweifellos hat der erzählende [[Skepsis|Skeptiker]] Borges ein Zentral[[motiv]] unserer gegenwärtigen [[Kultur]] angesprochen,auf die [[kommentar]]isch kurz eingegangen werden sollte. |
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In dieser verdichteten Kurzerzählung geht der [[fabulieren]]de Bibliothekar Borges [[Ironie|selbstironisch]] auf kühne [[Phantasie]]n ein. Als Bibliothekar muß er sich [[Arbeitsteilung|arbeitsteilig]] bescheiden, und spürt inniglich ,daß im Arbeitsteil das Ganze pulsiert: der desorientierte Fachmann weiß sich einer erlösenden Selbstbefreiung nahe,indem er seine Profession universell überidealisiert und zum Mittelpunkt des [[Universum]]s erhebt.Die [[Gutenberg-Galaxis]] ist als Buchtitel eine Anspielung auf das ptolemäische [[Weltbild]], der wir uns psychisch nicht entziehen können.Räumlich haben wir uns von diesem Egozentrismus entwunden,psychisch geht es jedoch ans allzu [[Mensch]]liche:wir leben vornehmlich in einer heimischen [[Welt]], statt in einer fremden [[Umwelt]]. |
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Seine Bibliothek ist eine Art [[Holographie|holographische]] Spiegelung der Welt,ähnlich der [[digital]]en Welt von [[Deep Thought]] und dem [[Babelfisch]],die sich eher selbst genügen.Die Bibliothek schwebt im absoluten [[Raum]],in den Himmel hinein,[[gott]]gleich sich versteigend und der [[Natur]] wie Schwerkraft überhoben. [[Statik|Statisch]] wie ewig beansprucht es Vollständigkeit,dem sinnsuchenden Menschen die bloße Suche gestattend. Was bleibt ist letzlich die ewige Stille: die starre Wissenschaft der universellen [[Dokumentation]].Eine [[universelle Bibliothek]], die sich im „Buch der Welt“ ([[Descartes]]) als [[Realität]] nimmt,und - wie die heutige Erfassung des Universums in Bits und Flops - die menschliche Beherrschbarkeit durch Bücher und [[Computer]] erhofft. - Also das verlorene [[Paradies]] Eden wiederherzustellen durch künstliche Paradiese, dem [[Mythos]] vom verwunschenen [[Baum der Erkenntnis]] entgegensetzend, daß [[Neugierde]] und menschlicher Schaffensdrang doch gerechtfertigt sind. |
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[[Leibniz]] hatte sich als Bibliothekar wie auch Philosoph gleichermaßen einer katalogisierten Ordnung gewidmet,die das 'Heiligtum des Bibliothekars' ([[Robert Musil|Musil]] in [[Der Mann ohne Eigenschaften]])darstellt. |
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Da das [[Katalog]] und die [[Bibliographie]]n nur [[Inventar]]e darstellen,jedoch keine ganzheitliche Aufschlüsselung der Bibliothek anbringen,hat Leibniz ein 'Alphabet des Gedankens' anvisiert,das als Projekt abgebrochen werden musste. - Im [[Hypertext]]-Artikel wird auf weitere Vernetzungen eingegangen. |
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[[Elias Canetti]] geht im Romanwerk 'Die Blendung' auf eine bibliomanische Gestalt ein,der lebensfremd in seiner Bücherwurm-Welt lebt. |
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Zuletzt vereinigt sich der Büchermensch mit seiner Bücherwelt,da er sich den Bücherflammen übergibt, und gleich einer Umarmung mit seiner er[[mord]]eten Geliebte, sich eskapistisch mit Rauch und Asche vermählt. Dies ist der Stoff aus der auch [[Bibliotheksutopie]]n gemacht sein können. |
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Version vom 30. März 2005, 14:53 Uhr
Beispiel
Hab' es mal verschoben, da ich den Gedanken zwar interessant finde, aber schöner wäre es doch mit den "Originalangaben" aus der Geschichte:
Die Anzahl der orthographischen Symbole ist 25 (23 zeichen des lat alphabets plus punkt und komma) ... jedes bich besteht aus 110 seiten, jede seite aus vierzig zeilen, jede zeile aus achtzig buchstaben von schwarzer farbe; buchstaben finden sich auch auf dem rücken jedes buches ... jedes regal faßt zweiunddreißig bücher ... auf die wand jedes rechtecks kommen fünf regale ... in jedem sechseck sind vier wände mit regalen bestückt, zwei wände sind ein- und ausgang. -- southpark 14:36, 15. Dez 2004 (CET)
Folgendes Beispiel dient der Veranschaulichung, wieviele Bücher es benötigen würde um tatsächlich alle Bücher mit allen Kombinationen aller gebräuchlichen Zeichen der deutschen Sprache zu generieren:
Als erstes eine Auflistung der gebräuchlichen dt. Zeichen
Anmerkung: Ich denke, man kann davon ausgehen, daß Klammern in Paaren von öffnender und schließender Klammer vorkommen und daher die Anzahl der Klammerungen von 4 auf 2 reduzieren. Gegenstimmen?
A B C ... = 26 'Alphabet groß
a b c ... = 26 'Alphabet klein
Ä Ö Ü = 3 'Umlaute groß
ä ö ü = 3 'Umlaute klein
ß = 1
Leerzeichen . , ! ? = 5 'Sonderzeichen standard
" ' : ; - = 5 'Sonderzeichen speziell
( ) [ ] = 4 'Klammerungen
0 1 2 3 ... = 10 'Ziffern
----
83 'Zeichen insgesamt
Wenn wir davon ausgehen, dass jedem Buch 300 Seiten zukommen und wiederum jede Seite etwa 1500 Zeichen umfasst (das entspricht einer wohl realistischen Anzahl), ergebe dies eine totale Anzahl von 450 000 Zeichen pro Buch, wodurch eine Berechnung der Möglichkeiten folgender Maßen aussehen würde:
m =
bei
x = Anzahl Zeichen/Buch n = Anzahl verwendbarer Zeichen m = Anzahl Möglichkeiten (Bücher)
also
m =
wäre
also
22 830 433 500 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000
Multipliziert man diese Zahl noch 10 000 mal mit sich selbst so erhält man die Anzahl der Möglichkeiten, also die Anzahl der Bücher.
"Kommentar"
diese abschnitt enthält gewiss einige interessante gedanken, passt jedoch in dieser form nicht in einen enzyklopädie-artikel - angefangen bei der essayistischen bis schwadronierenden diktion. die aufgeführten querverbindungen sollte auf plausible und in der literaturwissenschaft häufig genannte beispiele reduziert werden. und was bitte ist mit formulierungen wie "leben und laiben" gemeint? grüße, Hoch auf einem Baum 12:54, 25. Feb 2005 (CET)
Antwort vom Schreiber : habe noch mal den Wegweiser zu 'Wikipedia-Artikel schreiben' gelesen. Weiß nicht wie es noch verändert werden sollte:wenn Ihnen am Eintrag gelegen ist,verändern Sie es nach eigenem Ermessen.Ein Kommentar kann in einer Enzyklopädie angemessen sein, da es kurz und knapp überprüfbare Sachverhalte lebendig darstellt(siehe Wikipedia-Leitfaden / schwadronierend , martialisch: OK , Superlative und Reizworte wurden gemäßigt),und vom Essay durch diese abgegrenzt wird.
Falls Sie glauben,daß der Kommentar im Ganzen überflüssig ist,entfernen Sie es.Was Ihr Enzyklopädieverständnis einer freien Enzyklopädie anbelangt,schlage ich die Erstellung eines Wikipedia-Artikels vor, in der unausgeprochen ein konstituierender Grundsatzartikel 'Freie Enzyklopädie'erarbeitet wird.Was 'frei' bedeutet und enzyklopädistisch,-theoretisch und pragmatisch für die Wikipedia wertschöpft, könnte dort teamorientiert niedergelegt werden.Meine eigenen Beiträge sind an diesem Kernpunkt des Wikipedia-Selbstverständnisses wahrscheinlich näher orientiert,da ich aktuell unter 'Enzyklopädie' beitrage.
Das diese Diskussion unter dem Schlagwort 'Bibliothek von Babel' stattfindet, hat etwas Bezeichnendes.
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Nicht uninteressant, aber mE zu essayistisch für die wp. -- southgeist 15:53, 30. Mär 2005 (CEST)
Kommentar
Den Genren einer sagenhaften Science-Fiction zuordnenbar, die prosaisch eine Realität suggerieren,welche wissenschaftliche Utopie und Dystopie miteinander parodisierend verbinden. Da die Wissenschaft&Technologie rapide boomen, sind die Traumfabriken modebewußt daran, diese in künstlichen Traumlandschaften unter das Volk zu bringen, während dystopisch die natürliche Umwelt Alarmsignale des Zusammenbruchs entsendet.
Zweifellos hat der erzählende Skeptiker Borges ein Zentralmotiv unserer gegenwärtigen Kultur angesprochen,auf die kommentarisch kurz eingegangen werden sollte.
In dieser verdichteten Kurzerzählung geht der fabulierende Bibliothekar Borges selbstironisch auf kühne Phantasien ein. Als Bibliothekar muß er sich arbeitsteilig bescheiden, und spürt inniglich ,daß im Arbeitsteil das Ganze pulsiert: der desorientierte Fachmann weiß sich einer erlösenden Selbstbefreiung nahe,indem er seine Profession universell überidealisiert und zum Mittelpunkt des Universums erhebt.Die Gutenberg-Galaxis ist als Buchtitel eine Anspielung auf das ptolemäische Weltbild, der wir uns psychisch nicht entziehen können.Räumlich haben wir uns von diesem Egozentrismus entwunden,psychisch geht es jedoch ans allzu Menschliche:wir leben vornehmlich in einer heimischen Welt, statt in einer fremden Umwelt.
Seine Bibliothek ist eine Art holographische Spiegelung der Welt,ähnlich der digitalen Welt von Deep Thought und dem Babelfisch,die sich eher selbst genügen.Die Bibliothek schwebt im absoluten Raum,in den Himmel hinein,gottgleich sich versteigend und der Natur wie Schwerkraft überhoben. Statisch wie ewig beansprucht es Vollständigkeit,dem sinnsuchenden Menschen die bloße Suche gestattend. Was bleibt ist letzlich die ewige Stille: die starre Wissenschaft der universellen Dokumentation.Eine universelle Bibliothek, die sich im „Buch der Welt“ (Descartes) als Realität nimmt,und - wie die heutige Erfassung des Universums in Bits und Flops - die menschliche Beherrschbarkeit durch Bücher und Computer erhofft. - Also das verlorene Paradies Eden wiederherzustellen durch künstliche Paradiese, dem Mythos vom verwunschenen Baum der Erkenntnis entgegensetzend, daß Neugierde und menschlicher Schaffensdrang doch gerechtfertigt sind.
Leibniz hatte sich als Bibliothekar wie auch Philosoph gleichermaßen einer katalogisierten Ordnung gewidmet,die das 'Heiligtum des Bibliothekars' (Musil in Der Mann ohne Eigenschaften)darstellt. Da das Katalog und die Bibliographien nur Inventare darstellen,jedoch keine ganzheitliche Aufschlüsselung der Bibliothek anbringen,hat Leibniz ein 'Alphabet des Gedankens' anvisiert,das als Projekt abgebrochen werden musste. - Im Hypertext-Artikel wird auf weitere Vernetzungen eingegangen.
Elias Canetti geht im Romanwerk 'Die Blendung' auf eine bibliomanische Gestalt ein,der lebensfremd in seiner Bücherwurm-Welt lebt. Zuletzt vereinigt sich der Büchermensch mit seiner Bücherwelt,da er sich den Bücherflammen übergibt, und gleich einer Umarmung mit seiner ermordeten Geliebte, sich eskapistisch mit Rauch und Asche vermählt. Dies ist der Stoff aus der auch Bibliotheksutopien gemacht sein können.