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„Fred Oelßner“ – Versionsunterschied

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'''Fred Oelßner''' (* [[27. Februar]] [[1903]] in [[Leipzig]], † [[7. November]] [[1977]] in [[Berlin]]), Sohn des [[KPD]]-Funktionärs [[Alfred Oelßner]] war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der [[SED]] und als Wirtschaftswissenschaftler einer der Gründer der politisch-ökonomischen Forschung und Lehre in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]].
'''Fred Oelßner''' (* [[27. Februar]] [[1903]] in [[Leipzig]]; † [[7. November]] [[1977]] in [[Berlin]]), Sohn des [[KPD]]-Funktionärs [[Alfred Oelßner]], war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der [[SED]] und als Wirtschaftswissenschaftler einer der Gründer der politisch-ökonomischen Forschung und Lehre in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]].

==Leben==


Oelßner absolvierte nach dem Besuch der Mittelschule in [[Weißenfels]] [[1917]]-[[1919]] eine Lehre als Kaufmann und Müller im Mühlenwerk [[Beuditz]]. Nach Entlassung aus der Lehre wegen seiner politischen Aktivitäten (Mitgliedschaft in der [[Sozialistische Arbeiterjugend|Sozialistischen Arbeiterjugend]] und der [[Freie Sozialistische Jugend|Freien Sozialistischen Jugend]]) war er bis [[1921]] Kontorist im Genossenschaftsdienst in [[Halle (Saale)]]. Zugleich war er Bezirksleiter der [[Sozialistische Proletarierjugend|Sozialistischen Proletarierjugend]] bzw. des [[Kommunistischer Jugendverband Deutschlands|Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands]] in Halle/[[Merseburg]]. 1919 trat er der [[USPD]], [[1920]] der KPD bei.
Oelßner absolvierte nach dem Besuch der Mittelschule in [[Weißenfels]] [[1917]]-[[1919]] eine Lehre als Kaufmann und Müller im Mühlenwerk [[Beuditz]]. Nach Entlassung aus der Lehre wegen seiner politischen Aktivitäten (Mitgliedschaft in der [[Sozialistische Arbeiterjugend|Sozialistischen Arbeiterjugend]] und der [[Freie Sozialistische Jugend|Freien Sozialistischen Jugend]]) war er bis [[1921]] Kontorist im Genossenschaftsdienst in [[Halle (Saale)]]. Zugleich war er Bezirksleiter der [[Sozialistische Proletarierjugend|Sozialistischen Proletarierjugend]] bzw. des [[Kommunistischer Jugendverband Deutschlands|Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands]] in Halle/[[Merseburg]]. 1919 trat er der [[USPD]], [[1920]] der KPD bei.
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Oelßer erhielt 1949 den [[Nationalpreis der DDR|Nationalpreis]], 1955 und 1965 den [[Vaterländischer Verdienstorden|Vaterländischen Verdienstorden]] und 1973 den [[Karl-Marx-Orden]].
Oelßer erhielt 1949 den [[Nationalpreis der DDR|Nationalpreis]], 1955 und 1965 den [[Vaterländischer Verdienstorden|Vaterländischen Verdienstorden]] und 1973 den [[Karl-Marx-Orden]].


== Schriften ==
==Werk (Auswahl)==

*''"Der Marxismus der Gegenwart und seine Kritiker"'', Berlin 1948
*''Der Marxismus der Gegenwart und seine Kritiker'', Berlin 1948
*''"Die Wirtschaftskrisen"'' Band 1, Berlin 1949
*''"Rosa Luxemburg"'', Berlin 1952
*''Die Wirtschaftskrisen'' Band 1, Berlin 1949
*''"Probleme der Krisenforschung"'', Berlin 1959
*''Rosa Luxemburg'', Berlin 1952
*''"Ein Beitrag zur Monopoltheorie"'', Berlin 1960
*''Probleme der Krisenforschung'', Berlin 1959
*''"Die Arbeitswerttheorie als wissennschaftliche Grundlage der Marx´schen politischen Ökonomie"'', Berlin 1967
*''Ein Beitrag zur Monopoltheorie'', Berlin 1960
*''Die Arbeitswerttheorie als wissennschaftliche Grundlage der Marx´schen politischen Ökonomie'', Berlin 1967


[[Kategorie:Mann|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Mann|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Deutscher|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Deutscher|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Leipziger|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Leipziger|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Wirtschaftswissenschaftler|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Ökonom (20. Jh.)|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Politiker (DDR)|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:Politiker (DDR)|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:KPD-Mitglied|Oelssner, Fred]]
[[Kategorie:KPD-Mitglied|Oelssner, Fred]]

Version vom 9. März 2005, 19:30 Uhr

Fred Oelßner (* 27. Februar 1903 in Leipzig; † 7. November 1977 in Berlin), Sohn des KPD-Funktionärs Alfred Oelßner, war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED und als Wirtschaftswissenschaftler einer der Gründer der politisch-ökonomischen Forschung und Lehre in der DDR.

Leben

Oelßner absolvierte nach dem Besuch der Mittelschule in Weißenfels 1917-1919 eine Lehre als Kaufmann und Müller im Mühlenwerk Beuditz. Nach Entlassung aus der Lehre wegen seiner politischen Aktivitäten (Mitgliedschaft in der Sozialistischen Arbeiterjugend und der Freien Sozialistischen Jugend) war er bis 1921 Kontorist im Genossenschaftsdienst in Halle (Saale). Zugleich war er Bezirksleiter der Sozialistischen Proletarierjugend bzw. des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands in Halle/Merseburg. 1919 trat er der USPD, 1920 der KPD bei.

1921 nahm er am mitteldeutschen Aufstand teil und war dann Mitarbeiter des Zentralkomitees der KPD. Von Herbst 1921 bis Januar 1922 war er Volontär an der "Hamburgischen Volkszeitung", 1922-1923 Redakteur an der "Schlesischen Arbeiterzeitung" in Breslau, danach Redakteur in Chemnitz und Stuttgart. Ende 1923 wurde er verhaftet und 1924 vom Reichsgericht in Leipzig wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach Entlassung aus der Haft arbeitete er als Redakteur in Remscheid und Aachen.

1926 wurde Oelßner nach Moskau delegiert, wo er bis 1928 Schüler und 1929 Aspirant der Lenin-Schule war. Danach war er Mitarbeiter der ökonomischen Fakultät des Institutes der "Roten Professur". 1932 kehrte er nach Deutschland zurück und war Mitarbeiter der Agitprop-Abteilung beim ZK der KPD und Lektor an der Reichsparteischule der KPD "Rosa Luxemburg" in Fichtenau.

1933 emigrierte Oelßner nach Frankreich, wo er persönlicher Sekretär von Walter Ulbricht war. 1934 leitete er Parteischulungskurse in Amsterdam, Zürich und Prag und kehrte 1935 in die UdSSR zurück. Dort war er Dozent an der Lenin-Schule und der Kommunistischen Akademie des Westens. 1936 wurde er wegen angeblicher ideologischer Abweichungen entlassen und lebte von Übersetzungen und schriftstellerischer Tätigkeit. 1938-1941 arbeitete er als Leiter der Planabteilung der Papierfabrik "Bop" in Moskau. 1940 wurde er sowjetischer Staatsbürger. 1941-1944 war er Redakteur, später Chefredakteur der deutschen Redaktion des Moskauer Rundfunks, danach Lehrer an der Parteischule der KPD Nr. 12 in Moskau. In dieser Zeit arbeitete er in der Kommission zur Ausarbeitung des Nachkriegsprogramms der KPD mit.

1945 kehrte er mit der KPD-Gruppe um Anton Ackermann nach Deutschland zurück. 1946-1949 war er Leiter der Abteilung Parteischulung, Kultur und Erziehung der KPD/SED. Ab 1947 war er Mitglied des Parteivorstandes bzw. Zentralkomitees der SED, ab 1949 Abgeordneter der Volkskammer, ab 1950 Mitglied des Politbüros des ZK der SED und ab 1955 stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates und Vorsitzender der Kommission für Konsumgüterproduktion und Versorgung der Bevölkerung beim Präsidium des Ministerrates.

1950-1956 arbeitete Oelßner als Chefredakteur der "Einheit" und danach als Professor für Ökonomie am Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. 1958 wurde er im Zusammenhang der Affäre um Karl Schirdewan und Ernst Wollweber aller Ämter und Parteifunktionen enthoben. 1959 übte er öffentliche Selbstkritik wegen "Opportunismus und politischer Blindheit". 1958-1969 war er Direktor des Institutes für Wirtschaftswissenschaften der Deutschen Akademie der Wissenschaften. 1968 wurde ihm der Titel eines Ehrendoktors der HUmboldt-Universität Berlin verliehen.

Oelßer erhielt 1949 den Nationalpreis, 1955 und 1965 den Vaterländischen Verdienstorden und 1973 den Karl-Marx-Orden.

Werk (Auswahl)

  • Der Marxismus der Gegenwart und seine Kritiker, Berlin 1948
  • Die Wirtschaftskrisen Band 1, Berlin 1949
  • Rosa Luxemburg, Berlin 1952
  • Probleme der Krisenforschung, Berlin 1959
  • Ein Beitrag zur Monopoltheorie, Berlin 1960
  • Die Arbeitswerttheorie als wissennschaftliche Grundlage der Marx´schen politischen Ökonomie, Berlin 1967