„Veltlin“ – Versionsunterschied
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Bekannt ist der [[Veltliner]]. Er wird seit Jahrhunderten aus der in den weitläufigen Weinbergen des mittleren und unteren Veltlins wachsenden Traube gleichen Namens hergestellt. Die Qualität dieses Rotweines, der in verschiedenen Stärken und Geschmacksrichtungen hergestellt wird (z.B. Forzato, Grumello, Montagna, etc.) ist sehr hoch. Der Wein wird ausser im Tal selbst, vor allem in die Schweiz exportiert und ist in Graubünden noch heute das Nationalgetränk bei geselligen aber auch bei gediegenen Anlässen. Der leicht herbe Veltliner passt am besten zu rotem Fleisch aber auch zu Trockenfleisch wie Bündnerfleisch, Bresaola, Salsiz, Speck, Salametti, Mortadella usw. welche alle auch Spezialitäten des Veltlins sind. |
Bekannt ist der [[Veltliner]]. Er wird seit Jahrhunderten aus der in den weitläufigen Weinbergen des mittleren und unteren Veltlins wachsenden Traube gleichen Namens hergestellt. Die Qualität dieses Rotweines, der in verschiedenen Stärken und Geschmacksrichtungen hergestellt wird (z.B. Inferno, Forzato, Grumello, Montagna, etc.) ist sehr hoch. Der Wein wird ausser im Tal selbst, vor allem in die Schweiz exportiert und ist in Graubünden noch heute das Nationalgetränk bei geselligen aber auch bei gediegenen Anlässen. Der leicht herbe Veltliner passt am besten zu rotem Fleisch aber auch zu Trockenfleisch wie Bündnerfleisch, Bresaola, Salsiz, Speck, Salametti, Mortadella usw. welche alle auch Spezialitäten des Veltlins sind. |
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Version vom 13. März 2005, 10:02 Uhr
Das Veltlin (ital. Valtellina) ist das Tal der Adda mit seinen Seitentälern.
Lage
Das Veltlin ist Teil der italienischen Region Lombardei und speziell der Provinz Sondrio. Es beginnt im Nordosten im Kessel von Bormio und endet mit der Mündung der Adda in den Comer See. Das Veltlin besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilstücken: Das obere Veltlin ist ein enges, steiles, hauptsächlich in südlicher und südwestlicher Richtung verlaufendes Tal. Etwa von Tirano an verläuft das untere Veltlin breit und fast ohne Gefälle in westlicher Richtung. Das obere Veltlin wird von der Ortlergruppe einerseits und den Grosina-Alpen andererseits gesäumt; das untere Veltlin wird rechter Hand von der Berninagruppe und linker Hand von den Bergamasker Alpen gesäumt.
Das untere Veltlin ist Teil der großen Verwerfung (Periadriatische Naht), die die (zentralen) Ostalpen von den Südalpen trennt.
Vom oberen Veltlin führen das Stilfser Joch nach Südtirol, der Umbrailpass ins Val Müstair, der Passo di Fraele ins Unterengadin und der Passo di Foscagno nach Livigno. Vom unteren Veltlin führen der Apricapass ins Val Camonica (und weiter über den Tonalepass ins Trentino), der Berninapass ins Oberengadin und der Murettopass ins Bergell.
Hauptort ist Sondrio, weitere bedeutende Orte sind Morbegno und Tirano. Siehe auch: Provinz Sondrio.
Geschichte
Das Veltlin gehörte seit dem 14. Jahrhundert zum Herzogtum Mailand. Von 1512 an war es zusammen mit Chiavenna ein Untertanenland des Freistaats der Drei Bünde (so hiess damals das erst 1803 der Schweiz beigetretene Graubünden), welches ein zugewandter Ort der alten Eidgenossenschaft war. Als Mailand 1535 habsburgisch wurde, erlangte das Veltlin für die damalige Weltmacht Habsburg höchste strategische Bedeutung als Verbindung von Tirol nach Oberitalien. Dementsprechend versuchten die Habsburger mehrfach, das Veltlin wieder an Mailand und damit an ihren Machtbereich anzugliedern. In der Zeit der Reformation blieb das Veltlin mehrheitlich katholisch, während Bünden, insbesondere das Engadin, die Reformation einführte. Den daraus resultierenden konfessionellen Konflikt zwischen katholischen Untertanen und reformierten Bündner Herren versuchten sich die katholischen Habsburger nutzbar zu machen, insbesondere während des Dreißigjährigen Kriegs - allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Die Bündner Herrschaft endete 1797, als Napoleon das Veltlin der neugegründeten Cisalpinischen Republik zuschlug. Am Wiener Kongress wurde 1815 das Veltlin dem neugegründeten Lombardo-Venetianischen Königreich zugeschlagen, das in Personalunion mit Österreich verbunden war, was den Veltlinern mehrheitlich recht war, da sie unter der Vogtschaft der Bündner zeitweise schwer zu leiden gehabt hatten. 1859 fiel das Veltlin mit der Lombardei an Sardinien bzw. 1861 an das neugegründete Königreich Italien.
Wirtschaft
Tourismus
Von Tirano führt die Rhätische Bahn (Berninabahn) ins schweizerische Puschlav und weiter ins Oberengadin. Eine Vollspurbahn der FS führt über Sondrio und Lecco nach Mailand bzw. Bergamo sowie über Sondrio nach Chiavenna. Das Hochgebirge bietet dem Alpinisten vielseitige Möglichkeiten. Im Veltlin liegen mehrere Wintersportgemeinden, darunter Bormio, Chiesa in Valmalenco und Caspoggio. Das Val Masino ist für Kletterer interessant (Bergellgranit).
Wein
Bekannt ist der Veltliner. Er wird seit Jahrhunderten aus der in den weitläufigen Weinbergen des mittleren und unteren Veltlins wachsenden Traube gleichen Namens hergestellt. Die Qualität dieses Rotweines, der in verschiedenen Stärken und Geschmacksrichtungen hergestellt wird (z.B. Inferno, Forzato, Grumello, Montagna, etc.) ist sehr hoch. Der Wein wird ausser im Tal selbst, vor allem in die Schweiz exportiert und ist in Graubünden noch heute das Nationalgetränk bei geselligen aber auch bei gediegenen Anlässen. Der leicht herbe Veltliner passt am besten zu rotem Fleisch aber auch zu Trockenfleisch wie Bündnerfleisch, Bresaola, Salsiz, Speck, Salametti, Mortadella usw. welche alle auch Spezialitäten des Veltlins sind.