„Zsigmondyspitze“ – Versionsunterschied
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==Lage== |
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Die Zsigmondyspitze ist der bekannteste Kletterberg der Zillertaler Alpen, sie bietet zahllose Anstiege jeder Schwierigkeit. |
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Die Zsigmondyspitze liegt etwa sechs Kilometer [[Luftlinie]] südsüdöstlich des [[Mayrhofen]]er Ortsteils ''Ginzling''. Der Berg besitzt durch das hornartige Erscheinungsbild und seine steil abfallenden Nordostwände, bis 650 Meter in Richtung zum [[Floitengrund]], eine große geografische [[Dominanz (Geographie)|Dominanz]]. Benachbarte Gipfel sind im Südosten, getrennt durch die ''Feldscharte'' der gezackte Felskamm ''Rossköpfe'' mit Höhen bis 3028 Meter. Südwestlich unterhalb liegt der ''Schwarzsee'', und getrennt durch die ''Melkerscharte'' der 2899 Meter hohe ''Plattenkopf''. Nach Norden, im Verlauf des etwa ein Kilometer langen ''Nordwestgrats'' liegt, getrennt durch die ''Sammerscharte'' (2690 m), die 2699 Meter hohe ''Tiefenkarspitze''. |
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==Stützpunkte und leichteste Route== |
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Die Erstbesteigung des bis dahin als unbezwingbar geltenden Berges gelang [[1879]] den Brüdern Emil und [[Otto Zsigmondy]] über die Westwand (II). |
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Als Ausgangspunkt für eine Begehung der Zsigmondyspitze von Süden aus, auf dem heutigen Normalweg, dient die [[Berliner Hütte]] auf 2042 Meter Höhe. Von der Hütte aus führt der Weg zunächst nordöstlich in Richtung ''Schwarzsee'' (2674 m), ''Melkerscharte'', dann nordöstlich über ein bis 30° geneigtes Schneefeld hinauf zur 2909 Meter hoch gelegenen ''Feldscharte''. Dann über den ''Südostgrat'' der Zsigmondyspitze, durch die ''Südostwand'', wieder auf den Grat zurück und über den sogenannten ''Floitentritt'' durch Rinnen zum Gipfel. Die Schwierigkeit dieser leichtesten Route liegt laut Literatur im [[Schwierigkeitsskala (Klettern)|UIAA Grad II]]. Die Dauer beträgt von der Berliner Hütte aus 3½ Stunden. Für einen Aufstieg zur Feldscharte aus dem Floitengrund über das ''Sonntagsfeld'' dient das Wirtshaus ''Steinbock'' (1380 m), südöstlich oberhalb von [[Ginzling]], als Stützpunkt. Die Besteigung über diese Route dauert erheblicher länger, je nach Verhältnissen 5 - 6 Stunden. |
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Der Gipfel ist von der [[Berliner Hütte]] (2.040 m) vorbei am Schwarzsee oder vom Gunggl erreichbar. |
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* Österreichische Alpenzeitung (herausgegeben, vom ''Österreichischen Alpenclub'', Wien), 1886: ''E. Zsigmondy, Im Hochgebirge'' (Seite 58 ff.) |
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* Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 35/2, ''Zillertaler Alpen, Mitte'' |
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[[Kategorie:Berg in Europa]] |
[[Kategorie:Berg in Europa]] |
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Version vom 12. Oktober 2007, 18:09 Uhr
| Zsigmondyspitze | |
|---|---|
| Höhe | 3087 m ü. A. |
| Lage | Tirol, Österreich |
| Gebirge | Zillertaler Alpen |
| Koordinaten | |
| Erstbesteigung | 1879 durch Emil und Otto Zsigmondy |
| Normalweg | Südgrat und Südwestwand (II) |
Die Zsigmondyspitze ist ein 3087 m ü. A. hoher Berg in den Zillertaler Alpen im österreichischen Bundesland Tirol und gilt als der bekannteste Kletterberg der Zillertaler Alpen. Seinen Namen erhielt der vormals Feldkopf genannte Berg im Jahr 1885 zu Ehren des Bergsteigers Emil Zsigmondy, der an der Meije in den französischen Dauphiné-Alpen tödlich verunglückte. Die Brüder Emil und Otto Zsigmondy waren 1879 die Erstbesteiger des Berges, der laut Literatur lange als „unbezwingbar“ galt. Ihr Weg führte durch eine Rinne in der Westwand, der heute allerdings wegen hoher Steinschlaggefahr kaum mehr begangen wird. Bei Alpinkletterern sind heute besonders die Routen über den Normalweg, oder die Süd- bis Westanstiege beliebt, sowie die Feldkopfkante (Ostnordostgrat).
Lage
Die Zsigmondyspitze liegt etwa sechs Kilometer Luftlinie südsüdöstlich des Mayrhofener Ortsteils Ginzling. Der Berg besitzt durch das hornartige Erscheinungsbild und seine steil abfallenden Nordostwände, bis 650 Meter in Richtung zum Floitengrund, eine große geografische Dominanz. Benachbarte Gipfel sind im Südosten, getrennt durch die Feldscharte der gezackte Felskamm Rossköpfe mit Höhen bis 3028 Meter. Südwestlich unterhalb liegt der Schwarzsee, und getrennt durch die Melkerscharte der 2899 Meter hohe Plattenkopf. Nach Norden, im Verlauf des etwa ein Kilometer langen Nordwestgrats liegt, getrennt durch die Sammerscharte (2690 m), die 2699 Meter hohe Tiefenkarspitze.
Stützpunkte und leichteste Route
Als Ausgangspunkt für eine Begehung der Zsigmondyspitze von Süden aus, auf dem heutigen Normalweg, dient die Berliner Hütte auf 2042 Meter Höhe. Von der Hütte aus führt der Weg zunächst nordöstlich in Richtung Schwarzsee (2674 m), Melkerscharte, dann nordöstlich über ein bis 30° geneigtes Schneefeld hinauf zur 2909 Meter hoch gelegenen Feldscharte. Dann über den Südostgrat der Zsigmondyspitze, durch die Südostwand, wieder auf den Grat zurück und über den sogenannten Floitentritt durch Rinnen zum Gipfel. Die Schwierigkeit dieser leichtesten Route liegt laut Literatur im UIAA Grad II. Die Dauer beträgt von der Berliner Hütte aus 3½ Stunden. Für einen Aufstieg zur Feldscharte aus dem Floitengrund über das Sonntagsfeld dient das Wirtshaus Steinbock (1380 m), südöstlich oberhalb von Ginzling, als Stützpunkt. Die Besteigung über diese Route dauert erheblicher länger, je nach Verhältnissen 5 - 6 Stunden.
Literatur und Karte
- Heinrich und Walter Klier: Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen, München 1996, ISBN 3-7633-1269-2
- Österreichische Alpenzeitung (herausgegeben, vom Österreichischen Alpenclub, Wien), 1886: E. Zsigmondy, Im Hochgebirge (Seite 58 ff.)
- Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 35/2, Zillertaler Alpen, Mitte